Die Buchstaben des arabischen Alphabets haben Zahlwerte (siehe Abbildung 1, ii), die z. B. in der Zahlenmystik eingesetzt werden. Dazu werden die Buchstaben entsprechend der älteren Alphabetischen Reihenfolge (die dem Hebräischen und den europäischen Alphabeten entspricht, im Arabischen aber später aufgegeben wurde) in acht Wörtern angeordnet, deren erstes - abdschad (ابجد) - auch die lexikalische Bedeutung «Alphabet» hat:
Das «l» des bestimmten Artikels al wird vor den 14 so genannten Sonnenbuchstaben (ta, tha, dal, dhal, ra, zayn, sin, schin, sad, dad, ta, za, lam, nun) assimiliert, d.h. es wird nur geschrieben, aber nicht gesprochen, stattdessen wird der Sonnenbuchstabe verdoppelt. Beispiel: geschrieben al-schams (die Sonne) wird ausgesprochen asch-schams. Die übrigen Buchstaben nennt man Mondbuchstaben (von al-qamar "der Mond"), vor ihnen wird der Artikel nicht assimiliert.
Sonderzeichen
Die Zahlen in Klammern beziehen sich auf Abbildung 2.
Aus dem Vokalbestand des Arabischen werden nur a, i und u jeweils in langer und kurzer Form orthographisch wiedergegeben. Vokale am Wortanfang werden immer durch alif gekennzeichnet, das dann allerdings Träger des «Konsonanten» hamza (همزة) (7) ist.
Langvokale werden ausgeschrieben durch alif, yā und wāw; dabei steht wāw immer für «ū». yā steht im Inlaut immer für «ī», im Auslaut für «ā» oder «ī». alif steht für «ā», weist allerdings einige Besonderheiten auf: träfen zwei alif aufeinander, wird nur eines mit (8) ('madda' مدة) geschrieben. In einigen Wörten wird langes «ā» nicht geschrieben (z. B. اله ilāh); dort kann es durch (4) gekennzeichnet werden, muss aber nicht.
Die Vokale in fremden Eigennamen werden immer mit Langvokalen umschrieben, wobei o zu wāw wird und e zu yā.
Darüber hinaus gibt es in der arabischen Konsonantenschrift ein System der grafischen Darstellung der Aussprache, welches aber meist nur in Schulbüchern, dem Koran und selektiv in Zweifelsfällen verwendet wird: Kurzvokale werden markiert durch fatha (فتحة) (a - schräger Strich über dem Buchstaben (3)), kasra (كسرة) (i - schräger Strich unter dem Buchstaben (3)) und damma (ضمة) (u - (5)).
Nunation: Die indeterminierten Endungen -un, -in und -an werden durch vertikale Verdoppelung der Vokalzeichen für «a», «i» und «u» erreicht, beim «u» meist in der graphischen Sonderform (6).
Buchstaben-Verdoppelung
Die Verdoppelung (Verstärkung) eines Buchstaben wird im Arabischen mit einem taschdid (تشديد auch: schadda شدة) über dem Buchstaben angezeigt (1). Tritt als Vokalzeichen kasra für «i» hinzu, steht es normalerweise nicht unter dem Buchstaben, sondern darüber, aber unter dem schadda.
Fehlen eines Vokals
Trägt ein Konsonant keinen Vokal, wird dies durch die Zeichen (2a) und (2b) angezeigt. Sie heißen im Inlaut sukūn (سكون, Ruhe) und im Auslaut dschazma (جزمة, Abschnitt). Die Herkunft vom dschīm des dschazma ist in der Form (2b) noch rudimentär zu erkennen.
Verbindungsalif
Endet das vorhergehende Wort auf einen Vokal, fällt das «a» des Artikels al- aus. Die kann durch das Zeichen (9) (wasla وصلة) über dem alif angezeigt werden.
Stimmabsatz
Mit dem hamza (همزة) (7) verfügt das arabische Alphabet über einen zusätzlichen «Konsonanten», der im Inlaut einen Stimmabsatz bezeichnet, im Auslaut ausfällt und im Anlaut dafür sorgt, dass die poetischen Silbenregeln eingehalten werden. hamza wird meist mit einem «Träger» geschrieben, der alif, wāw oder yā sein kann. Träfen dadurch zwei gleiche Buchstaben aufeinander (also z. B. ru'ūs رؤوس) schreibt man entweder hamza ohne Träger (رءوس) oder den Langvokal defektiv (رؤس). Die Form des hamza ist vom ain abgeleitet.
Ziffern
Indische Ziffern
Im Arabischen werden meistens indische Ziffern verwendet. Da die indischen Ziffern über die arabische Welt nach Europa kamen, heißen sie bei uns «arabische Ziffern», die Unterschiede in der Form sind in Europa später entstanden und vergleichsweise minimal.
Zahlen (sowohl indische als auch arabische) scheinen im Gegensatz zu Wörtern immer von links nach rechts geschrieben zu werden, denn im Mittelalter war es im arabischen Bereich noch üblich, Zahlen von den Einern aufwärts zu lesen, also: «Eins und Zehn und Hundert und Tausend». Während sich die Leserichtung inzwischen geändert hat, war dies bei der Schreibrichtung nicht der Fall.
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