Pharao Apries, der biblischeHophra (Hebräisch), wurde nach seiner Geburt Uahibire (Ägyptisch, "Bleibend ist das Herz des Ra") und nach seiner Krönung Haaibre ("Das Herz des Ra ist für immer lebendig") genannt. Er war der Sohn von Psammetich II. und der vierte Pharao der 26. Dynastie (Oberägypten, Spätzeit, Saiten-Zeit). Apries regierte Ägypten zwischen 589 v. Chr. und 570 v. Chr..
Ägypten war zu dieser Zeit in einer schwierigen Lage. Der Traum vom Weltreich war verloren and längst vorbei. Die ständige Verteidigung der territorialen und politischen Einheit des Landes wurde zur Hauptaufgabe der Pharaonen. Die offensichtlich blühende Wirtschaft wurde durch die notwendige Militärpolitik ausgebeutet. Gleichzeitig erlangte das Söldnertum immer größere Bedeutung. In dessen Folge lebten Griechen, Juden, Phönizier und Ägypter, offen für alle Arten von geistigen und kulturellen Einflüssen, zusammen in einem Territorium.
Memphis, die Hauptstadt des ehemaligen Reiches, erlangte seine Stellung zurück und die Saiten wurden die königlichen Herrscher dieser Dynastie. Ihre Schutzgötting Neith stieg zur Hauptgottheit des königlichen Pantheon auf.
Trotz der Niederlagen der letzten Jahre hinterließ Apries den Eindruck von Erfolg und Wohlstand bei späteren Generationen. Im eigenen Land erwies sich Apries als gewandter Erbauer, der die Tempel der Saiten in Memphis erweiterte.
Trotz schwieriger wirtschaftlicher Situation gab Apries sein väterliches Erbe ab. Er statte den Ptah-Tempel in Memphis für immer mit steuerfreien fruchtbaren Ländereien, Dienern und Vieh aus dem Vermächtnis aus. Gleichzeitig erfüllte er den Wunsch seines Vaters und segnete Ankhnesneferibe, eine Tochter Naceo II., als die Nitigret-Nachfolgerin in der göttlichen Verehrung, einer Position, die die Prinzessin bis zu den Persischen Eroberungen 525 v. Chr. inne hatte.
In der Außenpolitik konzentrierte sich Apries - wie bereits seine Vorgänger - vorrangig auf die Verteidigung der nordöstlichen Landesgrenze und führte Militäroperationen in Phönizien, Palästina und Zypern durch. An Babylon hatte er - entgegen anderslautenden Überlieferungen - kein Interesse. Apries versuchte 587 v. Chr. einen Kriegszug zur Befreiung Jerusalems, wurde aber von Nebukadnezar geschlagen.
In den letzten Jahren seiner kurzen Herrschaft sah sich Apries mit einem Aufstand in der Elefantina-Garnison konfrontiert, welche von enormer strategischer Bedeutung war. Der König veranlasste, dem Aufruhr, der bereits Zwietracht in den ägyptischen Truppen gesät hatte, ein Ende zu machen, aber die Aufrührer überraschten seine Truppen.
Da an der nordöstlichen Grenze Schwierigkeiten drohten, beschloss der Pharao, weitere Truppen zu senden, die in der Mehrheit aus griechischen Söldnern bestanden. Auch sie erlitten eine Niederlage. Dies war der Funke, der den Bürgerkrieg zwischen Griechen und Ägyptern zum Ausbruch brachte. Die Ägyptischen Truppen wandten sich gegen die privilegierte Stellung der ausländischen Söldner, erhoben sich und setzten Amasis, einen siegreichen General und nubischenKriegsveteran als Pharao ein.
Dies geschah im Jahr 570 v. Chr.. Apries konnte fliehen und 567 v. Chr. zog er mit einer Armee, unterstützt vom babylonischen König zum Nil-Delta um Amasis zu besiegen und den Thron zurückzuerobern. Apries kahm bei den Kämpfen um und obwohl Amasis gesiegt hatte, wurde Apries mit allen Pharaonischen Ritualen beigesetzt.
Literatur
Clayton, P.A., "Chronique des Pharaons", Paris, 1995, ISBN_2203233044
Rice, M., "Who's Who in Ancient Egypt", London/New York, 1999, ISBN_0415154480
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