Es wird in Java programmiert und ist somit auf vielen gängigen Betriebssystemen lauffähig. Das Programm ist in zwei Teile geteilt.
Zum einen den Core, den Kern des Programmes. Er übernimmt alle Funktionen, die erst einmal keiner Benutzereingaben bedürfen.
Der zweite Teil ist das GUI ("Graphical User Interface"). Dieser Programmteil übernimmt die Aufgaben die Nutzereingaben bedürfen und gibt Informationen aus.
Der Core wird derzeitig von nur einem Programmierer entwickelt, während es mittlerweile mehrere GUIs gibt, da diese in nahezu jeder Portunterstützenden Programmier- oder Skriptsprachen geschrieben werden können (derzeitig Java, PHP, C++, C). Das Kommunikationsprotokoll Core-GUI ist veröffentlich. So kann eine große Anzahl von GUIs entwickelt werden.
Partsharing: Auch wenn ein Nutzer nur Teile einer Datei geladen hat, wird dieser Teil bereits anderen Netzwerk Nutzern zum Download angeboten.
Creditsystem: Für hochgeladene Bytes bekommt man so genannte Credits (1 Byte = 2 Credits zzgl. 10% vom Powerdownloadanteil den andere User bieten). Im Gegenzug muss man für den Download von Daten Credits abgeben (1 Byte = 1 Credit). Mit diesem System soll gewährleistet werden dass es nicht zu extremen Quellenschwund von gefragten Dateien kommt. Außerdem hat dieses Creditsystem den Vorteil, dass die Credits universell eingesetzt werden können, d.h. wenn Daten zu jemandem hochgeladen werden, können die erwirtschafteten Credits bei einer ganz anderen Person wieder eingelöst werden. Viele andere Tauschbörsen weisen lediglich personengebundene Credits auf und sind somit lange nicht so flexibel. Desweiteren belohnt das Creditsystem einen interessanten Share/gute Angebote, da somit die anderen User eher bereit sind ein höheres Powerdownloadgebot für die Daten abzugeben --> höhere Crediteinnahmen.
Powerdownload: Mit diesem System ist es möglich, für von einem anderen Nutzer geladenes Byte, mehr Credits als normal zu bezahlen. Mindestens sind dies 2,2, maximal 50. Dadurch "kauft" man sich, ähnlich wie bei einer Auktion, in den so genannten Warteschlangen nach oben. Da immer nur kleine Teile der Gesamtdatei übertragen werden (ca. 500 KB), ist es so möglich Quellen zu finden, von denen man Daten bekommt, auch wenn die Datei sehr gefragt ist. Der Powerdownload steuert also das Angebot und die Nachfrage. Je begehrter die Dateien umso höher werden die Powerdownloadgebote ausfallen und umso schneller werden sich die Dateien verteilen, da die User mit den höchsten Powerdownloadgeboten meistens auch die stärksten Leitungen zur Verfügung haben.
Plugin-Unterstützung: Dadurch ist es möglich, dass offizielle Java-GUI mit zusätzlichen Funktionen zu erweitern. Derzeit existiert existiert z.B. das What's Up-Plugin, welches die Uploads protokollieren kann und die Verteilung der einzelnen Dateien aufgrund der eigenen Uploads darstellt. Darüberhinaus gibt es noch ein IRC-Plugin.
Remote-Steuerung: Aufgrund der Trennung von dem Client in Core und GUI ist es möglich, den Core auf einem entfernten Rechner fern zu steuern. Man könnte z.B. den Core bei einem Freund von zuhause aus die Befehle übermitteln, wenn man die IP-Adresse und das Core-Passwort vom anderen Rechner kennt).
Multiple Source Download: Multiple-source ist die englische Umschreibung für mehrere Bezugsquellen. Beim Download einer Datei über eine Tauschbörse, wird durch multiple-source verhindert, dass dieser für längere Zeit abbricht. Deshalb wird im Hintergrund schon vorgemerkt, welche anderen User im Netzwerk diese Datei besitzen. Sobald nun der Download vom einem User abgebrochen ist, weil dieser z.B. das Filesharing - Programm beendet hat, wird automatisch versucht, den Download bei dem nächsten User der dieses File besitzt, wieder fortzusetzen.
Swarming: Wenn eine bestimmte Datei bei mehreren Usern in einem Filesharingnetzwerk gleichzeitig zur Verfügung steht, werden diese User in Gruppen zusammengepackt und man lädt dann verschiedene Stückchen einer einzigen Datei von mehreren Quellen gleichzeitig. Diese Stückchen werden auf dem Computer dann wieder zu einer Datei zusammengesetzt. Dies bringt vor allem Geschwindigkeitsvorteile beim Download. Man ist damit auch nicht auf eine langsame Verbindung angewiesen, sondern die Downloadgeschwindigkeit richtet sich nach der Summe der einzelnen Verbindungsgeschwindigkeiten. Außerdem laufen die Downloads viel stabiler, brechen also kaum mehr ab und man kann sich immer sicher sein, dass das gefundene File auch vollständig geladen werden kann. Besonders stark wird dieses Feature beim Powerdownload genutzt.
DynIP-Unterstützung: Das gesamte Server-Netzwerk von AJ unterstützt DynDNS-Services. Dies hat den Vorteil, dass die Serverlisten extrem selten upgedated werden müssen.
Auto-Resuming: Unter Auto-Resuming versteht man, dass ein abgebrochener Download mangels verfügbaren Usern von denen geladen werden könnte, automatisch wieder fortgesetzt wird, sobald sich wieder ein User mit dem entsprechenden File im Netzwerk befindet. Somit wird der Download dann automatisch dort weitergeführt wo er zuvor abbrach.
Ausgefeiltes Linksystem: Für gesharte Dateien können entsprechende Links, ähnlich wie bei Emule, generiert werden und auf Webseiten geposted werden. Das Linksystem bei AJ unterstützt darüberhinaus eine direkte Quellenangabe im Link.
Die erweiterten Links mit Quellenangabe sind wie folgt aufgebaut:
Ab der Core-Version 0.30.145.610 werden als UserIP auch Domains, bzw. DynDNS-Adressen unterstützt.
Flexible Portauswahl: AJ unterstützt eine variable Porteinstellung, die bereits bei der Installtion des Clients aktiv ist. Somit lassen sich auch im nachhinein Portdrosselungen von Provider-Seite aus umgehen, indem man auf einen anderen, nicht gedrosselten Port umschaltet.
On the Fly Komprimierung: Während des Uploads ist AJ in der Lage einzelne Chunks automatisch zu komprimieren.
Weitere Vorteile von AppleJuice
Sehr kurze Vorlaufzeiten bei AJ um an Dateien zu gelangen. Bei Emule muss man relativ lange in der Upload-Queue der anderen User verweilen. Dadurch kann man AJ auch nur mal für 30 bis 60 Minuten laufen lassen.
Applejuice ist im Gegensatz zu Emule kein Open-Source Client, wodurch Manipulationen des Creditsystems erheblich erschwert werden.
In AJ ist keinerlei Spyware enthalten
Verschlüsselte Datenübertragung (Provider kann die Art des Traffics/die übertragenen Dateien nicht analysieren)
Sehr geringer Speicherverbrauch im Gegensatz zu Emule. 64 MB RAM reichen bei AJ für eine normale DSL-Leitung (DSL 768 oder DSL 1000) aus.
Tracker werden nicht benötigt, sodass keine Gefahr besteht, dass irgendwann ein Tracker nichtmehr verfügbar ist.
Die Vorhaltezeit von Dateien ist in den meisten Fällen im Gegensatz zu BitTorrent erheblich länger.
Die Core/Gui-Trennung ermöglicht das getrennte Betreiben des Cores auf dem Heimrechner und das Steuern per GUI über jeden authorisierten Rechner im Netzwerk/Internet.
Tipps zu AJ
Da die erwirtschafteten Credits nach dem Beenden des Cores verloren gehen ist es sinnvoll den Ruhezustand zu nutzen, da man dadurch den Rechner ohne Creditverlust abschalten kann.
Als AJ-Neueinsteiger sollte man am besten erstmal eine gut verbreitete und aktuelle Datei von einer AJ-Linkseite laden, damit der Upload in Schwung kommt (ohne Upload keine Credits). Meistens bringt es nicht besonders viel, wenn man bereits einen umfangreichen Share mitbringt, da diese Dateien im AJ-Netz oftmals nicht bekannt sind (Hashsummen weichen häufig ab). Alternativ kann man auf einer AJ-Linkseite selber Releases posten, sodass der Upload relativ schnell gut ausgelastet sein dürfte.
Meistens sind die neueren Snapshot-Versionen ausgereifter, als die in dem Setup-Paket enthaltenen Versionen. Man sollte daher nach der Installation von dem Setup-Paket den aktuellen Snapshot-Core herunterladen und den alten Core damit überschreiben, ggf. muss die Versions-Nr. aus dem Dateinamen vom neuen Core durch umbenennen entfernt werden - der neue Core muss also genau den gleichen Dateinamen wie der alte Core besitzen, damit die Zielverknüpfungen weiterhin funktionieren. Auch das GUI sollte auf den aktuellen Stand gebracht werden, indem man die Zip-Datei des GUI's in den entsprechenden GUI-Ordner entpackt und sämtliche älteren Dateien überschreibt.
Die Vorteile von neueren Versionen kann man sich dort durchlesen:
User mit Breitbandzugängen (ab DSL2000 oder besser) sollten dem Core mehr Speicher zuteilen, da der Core mit der Standard-Startverknüpfung lediglich 64 MB RAM zugeteilt bekommt. Diese 64 MB können insgesamt 55 aktive Upload-/Downloadverbindungen verwalten (dieser Wert hat nichts mit der max. Verbindungseinstellung in den Optionen zu tun, da in den Optionen zusätzlich noch Anfrage-/Antwort- und Quellenübertragungs-Verbindungen dazu zählen)
Die entsprechend angepasste Zielverknüpfung lautet wie folgt:
Der Zusatz -Xmx128m gibt an, dass in diesem Fall dem Core 128 MB RAM an Arbeitsspeicher zur Verfügung stehen. Bei DSL2000 könnten auch schon 96 MB RAM genügen und bei starken SDSL-Verbindungen kann eine weitere Erhöhung des Arbeitsspeichers für den Core sinnvoll sein.
Wenn der Core beendet werden soll muss dies immer über exit oder über die entsprechende GUI-Funktion geschehen, da andernfalls Downloads oder Einstellungen verloren gehen können.
Der Core arbeitet auch ohne geöffnetem GUI einwandfrei. Das GUI kann also geschlossen werden, wenn keine Änderungen zu machen sind. Dadurch wird weniger Arbeitsspeicher verbraucht und auch die CPU-Belastung wird mit geschlossenem GUI gesenkt.
Traffic Shaping für bessere Bandbreiten-Auslastung (bringt mehr Credits):
Damit man trotz eines hohen Uploads eine gute Downloadgeschwindigkeit erhält ist die Nutzung von Traffic Shaping empfehlenswert. Traffic Shaping wird z.B. von dem cFos Treiber unterstützt. Somit ist es beispielsweise unter Standard T-DSL (768/128 KBit) möglich bis zu 15 KByte Upload freizugeben und trotzdem noch eine hohe Downloadgeschwindigkeit zu erhalten. Nichtsdestrotz sollte darauf geachtet werden, dass der Upload nicht über das Leitungsmaximum hinaus eingestellt wird, da andernfalls die Chunkübertragung bei AppleJuice abbrechen kann, falls innerhalb von 150 Sekunden keine weiteren Daten für einen Upload-Slot geliefert werden und für unvollständig hochgeladene Chunks werden keine Credits gutgeschrieben, da diese Daten leider verworfen werden müssen.
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