Der römische Historiker Appian stammte aus Alexandria in Ägypten und lebte im 2. Jahrhundert nach Christus. Genauere Lebensdaten sind uns nicht überliefert, doch ist er spätestens zur Zeit Trajans geboren worden.
Appian war Mitglied der städtischen Oberschicht. Er erhielt das römische Bürgerrecht und wurde später procurator Augusti. Im Alter verfasste Appian in griechischer Sprache das GeschichtswerkRhomaika (Römische Geschichte) in 24 Büchern. Es ist eventuell um die Mitte des 2. Jahrhunderts verfasst worden. Das Werk behandelt die Kriege Roms vom Beginn bis zum Ende der Republik. Das besondere war, dass sie nach geographischen Gesichtspunkten geordnet waren (dies nahm sich unter anderem Prokop als Beispiel). Sie reichen bis zum Ende der Bürgerkriege. Erhalten ist vom Werk das Proömium (Einleitung), sowie in weiten Teilen die Bücher 6-9 (Kriege in Spanien, gegen Hannibal und in Afrika). Des weiteren die Bücher 11-17 (Kriege in Griechenland und Syrien, gegen Mithridates von Pontos und das Bellum Civile (Bürgerkrieg) seit den Gracchen). Des weiteren sind einzelne Fragmente des Gesamtwerks vor allem aus byzantinischen Lexika bekannt.
Die Forschungsmeinung zu Appian ist sehr problematisch. Ziemlich sicher scheint jedoch zu sein, dass er mehrere andere Autoren verwertet hat, doch sind diese Quellen nicht gesichert. Der Wert Appians ist demnach nicht ganz eindeutig zu bewerten. Er schreibt teilweise romanhaft und nicht immer chronologisch. Appian schrieb in einer Zeit, in der Roms Grenzen noch weitestgehend intakt waren und das Imperium auf einem Höhepunkt zu stehen schien. Entsprechend wertschätzend äußert er sich auch über Roms Größe. Die Ausrichtung an geographischen Gesichtspunkten ist jedoch recht bemerkenswert und sticht aus dem ansonsten nicht sehr metaphorischen Werk hervor. Für manche Epochen, vor allem während der römischen Bürgerkriege, ist sein Werk die wichtigste erhaltene Quelle.
Literatur
Quellen:
Appian von Alexandria: Römische Geschichte, hrsg. von Otto Veh, 2 Bde., Stuttgart 1987-89.
Appians Abriss der Seleukidengeschichte (Syriake), hrsg. von Kai Brodersen, München 1991.
Sekundärliteratur:
Martin Hose: Erneuerung der Vergangenheit. Die Historiker im Imperium Romanum von Florus bis Cassius Dio, Stuttgart 1994.
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