Die Apostelgeschichte des Lukas ist ein Buch des Neuen Testaments, es wird seit dem Mittelalter in 28 Kapitel unterteilt. Im Griechischen ist der Titel Praxeis Apostolôn, das heißt Taten der Apostel; in vielen anderen Sprache hat das Buch ebenfalls einen Titel, der sich als Buch der Taten wiedergeben lässt, zum Beispiel auf Englisch: Book of Acts.
Die Tradition nennt als Autor des Lukasevangeliums und der Apostelgeschichte den Evangelisten Lukas, einen Begleiter des Paulus, der nach Kolosser 4,14 Arzt war. Diese Indentifizierung setzten die Schriften jedoch nie voraus, so hat beispielsweise der Autor keine spezifische Theologie des Paulus aufgenommen. Die heutige Forschung geht davon aus, dass der Autor des Doppelwerk des Lukas und der Paulusbegleiter keinesfalls identisch sind. Unerklärt bliebe dann allerdings, warum der Erzähler in einigen (aber nicht allen) Passagen in der ersten Person schreibt und sich selbst somit als Beteiligten eines Teils der geschilderten Ereignisse darstellt.
Adressat
Die Apostelgeschichte ist namentlich an Theophilus gerichtet, über den nichts aus anderen Quellen bekannt ist. Er wird mit kratistos angeredet (mächtigster, hochverehrter - eine Anrede zum Beispiel für Provinzstatthalter). Da Orte in Palästina genau beschrieben sind, während Orte in Italien nicht näher erläutert werden, kann man annehmen, dass er in Italien gelebt hat.
Datierung
Für die Datierung gibt es heute im Wesentlichen zwei Argumentationslinien:
Das Verhältnis von römischen Regierungspersonen zum Christentum wird als neutral geschildert - nichts von staatlicher Christenverfolgung wie sie unter Nero stattfand
Das gespannte Verhältnis Judenchristen - Heidenchristen ist ein immer wiederkehrendes Thema, war es historisch allerdings nur bis zum Fall von Jerusalem.
Lukas bezieht sich nicht auf die Paulusbriefe. Diese waren jedoch nach Ansicht vieler Forscher bereits um 70 als Sammlung im Umlauf.
Argumente für eine Datierung 80-90
Diskrepanzen zwischen der Apostelgeschichte und den Paulusbriefen
Aus Sicht einer bestimmten Richtung innerhalb der historisch-kritischen Theologie müssen die Endzeitreden von Jesus im Matthäusevangelium, geschrieben vor dem Lukasevangelium und somit auch vor der Apostelgeschichte, nach der Zerstörung von Jerusalem geschrieben worden sein, da es keine echte Prophetie sein könne, sondern ein vaticinium ex eventu sei. Dem wird entgegengehalten, dass es durchaus echte Wunder und Prophezeiungen im Leben Jesu geben könne und von daher auch die Spätdatierungsfrage offen bleibe.
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