Die Aporie (lateinisch und griechisch aporia : die Ratlosigkeit, die Verlegenheit) bezeichnet
in der griechischen Philosophie ein schwer entscheidbares oder unentscheidbares Problem. Die Vorsokratiker verwendeten diesen Begriff selten und einfach im Sinne von Schwierigkeit im Allgemeinen. Eine offensichtlich philosophische Bedeutung erhält der Begriff "Apeiron" bei Sokrates und Platon. Er wird hier im Sinne von Zweifel, Denkschwierigkeit und des Aufwerfens von schwer zu lösenden Problemen verwendet.
bei Aristoteles definiert eine Apeiron in der "Topik" "das Gleichgewicht konträrer Schlüsse" (in: Sechstes Buch, 6. Kapitel, 145b). Damit ist eine Argumentations- oder Begründungssituation gekennzeichnet, in der eine Behauptung und ihr (konträres oder kontradiktorisches) Gegenteil gleichbegründet erscheinen. Nach Aristoteles besteht die aporetische Methode der Wahrheitsfindung darin, sich auf Grund der Analyse von aporetischen Situationen in der Geschichte der Philosophie um eigene Problemlösungen zu bemühen.
bei Zenon erhält der Begriff "Apeiron" einen etwas anderen Sinn, wenn mit ihm die zenonsche Argumentation gegen die Existenz des Raumes, der Zeit und der Bewegung bezeichnet wird. Zenon aus Elea war ein Anhänger des Parmenides und versuchte, die Gegner des Parmenides dadurch zu widerlegen, dass er deren Behauptungen zum Widerspruch führte. In seinem berühmten Apeiron von Achilles und der Schildkröte, der Dichotomie des fliegenden Pfeils und anderen verwendete er die Methode des indirekten Beweises. Es lässt sich allerdings nachweisen, dass ihm in allen seinen Aporien logische Fehler unterlaufen.
in der Dialektik eine gedankliche Schwierigkeit, weshalb man hier Aporien von einer Antinomie und Paradoxie unterscheiden sollte. Dabei versteht man in der Dialektik unter der gedanklichen Schwierigkeit eine Schwierigkeit, die beim logisch widerspruchsfreien Erfassen diaklektischer Widersprüche oder dialektischer Verhältnisse auftreten können.
"1. Die Welt hat einen Anfang in der Zeit, und ist dem Raum nach auch in Grenzen eingeschlossen.
- Die Welt hat keinen Anfang und keine Grenzen im Raum, sondern ist, sowohl in Ansehung der Zeit als des Raumes, unendlich"
"2. Eine jede zusammengesetzte Substanz in der Welt besteht aus einfachen Teilchen, und es existiert überall nichts als das Einfache, oder das, was aus diesem zusammengesetzt ist.
- Kein zusammengesetztes Ding in der Welt besteht aus einfachen Teilchen, und es existiert überall nichts Einfaches in derselben"
"3. Die Kausalität nach Gesetzen der Natur ist nicht die einzige, aus welcher die Entscheidungen der Welt insgesamt abgeleitet werden können. Es ist noch eine Kausalität durch Freiheit zur Erklärung derselben anzunehmen notwendig.
- Es ist keine Freiheit, sondern alles in der Welt geschieht lediglich nach Gesetzen der Natur."
"4. Zu der Welt gehört etwas, das, entweder als ihr Teil, oder ihre Ursache, ein schlechthin notwendig Wesen ist.
- Es existiert überall kein schlechthin notwendiges Wesen weder in der Welt, noch außer der Welt, als ihre Ursache".
Zu den vier Antinomien bei Immanuel Kant
Verknüpft man jeweils These und Antithese konjunktiv, so gelangt man tatsächlich zu Aussagenverbindungen, die der Form nach Antinomien oder logische Widersprüche sind. Da mit diesen Aussagenverbindungen aber nicht behauptet wird, dass "demselben dasselbe zugleich und in derselben Beziehung zukommt oder nicht zukommt" (Aristoteles), wird nicht unmittelbar gegen den aristotelischen Satz vom Widerspruch verstoßen. Die erwähnten Aussageverbindungen müssen also keine Antinomien sein. Bei näherer Untersuchung hat sich tatsächlich herausgestellt, dass die so genannten kantschen Antinomien durch vollständige gedankliche Widerspiegelung dialektischer Widersprüche zustande kommen. Man sollte sie daher Aporien nennen.
Zum Begriff des Aporem
Aporem wird ein Satz genannt, dem eine Aporie zugrunde liegt und als schwer lösbares Problem, als Schwierigkeit gilt.
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