wer ist, was ist, wo ist, wann war, was war - Lexikon / Chronik / Biografie / Wissen - Ann Arbor-Modell


Werbung

Produkte / Services :|: Chronik CD :|: als Startseite | zu den | empfehlen :|: Impressum
Lexika @ InfoBitte.de :|: Universal-Lexikon | WeltKunst | Geteiltes Deutschland | Zweiter Weltkrieg
WeltChronik.de :|: Welt | Deutschland | Kultur/Kunst/Technik :|: BildDatenBank :|: Biografien

Navigation

WeltChronik
Deutsche Chronik
KulturChronik
Biografien
Bilddatenbank
Kalenderblatt
Epochen
Lexika @ InfoBitte.de
Produkte

Suchfunktionen
Chronik-Jahr direkt

Nur Zahl eingeben
Bereich: '0'-'2001'
PARTNER
Ahnenforschung

Quellen für die Schule

FREE 4 WebMasters

Wir haben eine ganze Palette kostenloser Angebote von uns
für WebMaster und HomePage Besitzer aufbereitet

Holen Sie sich hier ab

was Sie gerne einsetzen würden
Suchfunktionen, Kalenderblatt, uam
für Ihre WebSite



Ann Arbor-Modell

ein InfoBitte / WeltChronik
Sach-Artikel (Enzyklopädie / Lexikon)

Entwickelt von ICA-D aus der XML-Version der deutschen WikiPedia
© 2004/2005 ff by de.wikipedia.org, teilw. by ICA-D
blättern» voriger Artikel | Hauptseite | nächster Artikel «blättern

Das Ann Arbor-Modell ist das führende Modell der empirischen Wahlforschung. Es wurde in den 1950er Jahren von den Sozialwissenschaftlern Angus Campbell, Gerald Gurin und Warren E. Miller an der University of Michigan in Ann Arbor entwickelt.


Dem Ann Arbor-Modell zufolge lässt sich das Wahlverhalten durch das Zusammenwirken politisch-institutioneller, sozialökonomischer und psychischer Bedingungsfaktoren erklären (vgl. Falter/Schumann/Winkler 1990, S.8). Dabei wird davon ausgegangen, dass die Masse der Wähler nicht vor jeder Wahl vor einer völlig neuen und damit offenen Entscheidungssituation steht. Vielmehr bringen sie längerfristig gültige Vorlieben bzw. Abneigungen gegenüber den konkurrierenden Parteien mit. Die direkten Einflussfaktoren, die Einstellungen der Wähler also gegenüber den Kandidaten und den von den Parteien eingenommenen Position bei aktuellen, umstrittenen Themen werden mit psychischen und sozialen Faktoren, in erster Linie der Parteiidentifikation verbunden. Diese »psychologische Mitgliedschaft« in einer Partei beeinflusst indirekt auch die Wahrnehmung und Verarbeitung politischer Informationen (Falter/Schumann/Winkler 1990, S.9). Die Wahlentscheidung ergibt sich somit aus dem Zusammenspiel vorangegangener Erfahrungen und subjektiver Situationsdeutungen (vgl. Falter/Schumann/Winkler 1990, S.9).


Der Entscheidungsprozess der Wähler lässt sich im Rahmen des Ann Arbor-Modells mit einem Trichter vergleichen, an dessen Ausgangspunkt die Wahlentscheidung steht. Die Parteibindung als langfristiger Faktor, sowie die Themen & Personen als kurzfristige Einflussfaktoren sind dem vorgelagert.


Langfristiger Faktor - Parteibindung

Zur Beschreibung der sozialen Korrelate von Parteibindungen eignen sich insbesondere soziologische Modelle. Während diese Modelle ihre Grenze in der Erklärung kurzfristiger »Wählerwanderungen« finden, sind sie außerordentlich gut geeignet, um Bedingungsfaktoren des Wahlverhaltens, die über einen langen Zeitraum wirken, zu bestimmen.


In diesem Zusammenhang werden in der Regel die mikro- von den makrosoziologischen Erklärungsmodellen unterschieden. Dem mikrosoziologischen Modell zufolge entstehen Parteibindungen »vor allem durch politische Sozialisation und Kommunikation mit Meinungsführern [...] und durch die Tendenz des einzelnen, mit seiner Familie, seinen Freunden und Arbeitskollegen in einem möglichst spannungsfreien Verhältnis zu leben« (Falter/Schumann/Winkler 1990, S.5). Neben diesem individualsoziologisch orientierten Modell, lassen sich Parteibindungen auch mit makrosoziologischen Modellen erklären. Demnach sind Parteibindungen das Resultat langanhaltender Koalitionen von politischen Parteien mit gesellschaftlichen Großgruppen (bspw. Gewerkschaften, Kirchen, etc.). Die Zugehörigkeit zu einem dieser so genannten Cleavages bedingt demnach eine bleibende Affinität zu einer Partei. Die Parteibindung bleibt auch durch die gelegentliche Wahl einer anderen Partei ungefährdet, zumindest solange, wie die abweichende Stimmabgabe eine Ausnahmesituation bleibt.


Neben dem direkten Einfluss auf die Wahlentscheidung, wird auch die Einstellung der Wähler zu bestimmten Sachthemen und Kandidaten von der Parteibindung beeinflusst. »Die Parteiidentifikation hilft Menschen dabei, Kandidaten einzuschätzen, ohne sich über zahlreiche ihrer Eigenschaften informieren zu müssen« (Brettschneider 2000, S.50). Informationen über Politiker werden nach deren parteipolitischen Zugehörigkeit und nach subjektiven Vorurteilen somit interpretativ verarbeitet (vgl. Kindelmann 1994, S.31). Zuschauer nehmen aus Berichten vor allem das wahr, was in ihr vorgefasstes Bild vom Kandidaten passt; auch die Aufmerksamkeit ist bei Beiträgen höher, die die vorhandenen Sichtweisen stützen (vgl. Schütz 1992, S.108; Kepplinger, Dahlem, Brosius 1993, S.169).


Auch wenn in empirischen Studien wiederholt eine rückläufige Entwicklung der Parteibindungen nachgewiesen wird, bleibt die sie in Deutschland für das Wählerverhalten von zentraler Bedeutung (vgl. Brettschneider 2000, S.49). Andere Faktoren aber werden durch diese Entwicklung zunehmend relevanter.


Kurzfristige Faktoren - Themen- und Kandidatenorientierung

Nachlassende Parteibindungen führen im Ann Arbor-Modell zwangsläufig zu einem Bedeutungsgewinn von politischen Streitfragen und Kandidaten. Dies ist generell auch keine problematische Entwicklung. Gerade aus normativer Sicht ließen sich Anzeichen, die auf ein verstärktes themenbezogenes Wählen hindeuten, positiv werten. »Zu schön wäre doch der von sozialstrukturell vermittelten Bindungen befreite und kognitiv hoch mobilisierte Wähler, der ausschließlich an Sachthemen orientiert ist« (Stern/Graner 2002, S.150). Dass man von einem solchen Idealfall aber kaum ausgehen kann, lässt sich anhand der rationalistischen Theorie des Wählerverhaltens erklären.


Ausgangspunkt der Rational-Choice-Theorie ist ein ökonomischen Ansatz, nach dem Wählerinnen und Wähler ihre Wahlentscheidung davon abhängig machen, von welcher Option sie sich den größten persönlichen Nutzen versprechen. Als optionale Angebote auf dem Wählermarkt offerieren die konkurrierenden Parteien ihre unterschiedlichen Produkte (Wahlprogrammen). Damit die Wähler herausfiltern können, welches Programm den größten individuellen Nutzen für sie generiert, müssten sie eigentlich die Wahlprogramme der Parteien »durchforsten«. Da der Wähler in der Logik eines ökonomischen Ansatzes in der Regel dem Ziel der Nutzenmaximierung, das heißt eines größtmöglichen Nutzens bei geringst möglichem Aufwand, folgt, wird dieser kaum seitenlange Wahlprogramme lesen und vergleichen (vgl. Falter/Schumann/Winkler 1990, S.12).


Wesentlich kostengünstiger hingegen lassen sich Informationen über Personen erhalten. Dies gilt insbesondere dann, wenn die Bewertung von Kandidaten vornehmlich über rollenferne Merkmale, wie Sympathieeinschätzungen oder die Bewertung der körperlichen Attraktivität, geschieht. In einem solchen Fall kann nicht zuletzt das Privatleben von Politikern mit ausschlaggebend sein für die Wahlentscheidung.


Nun scheint es aber schon aus theoretischen Erwägungen wenig sinnvoll, die Wahrnehmung von Kandidaten und Themen strikt voneinander zu trennen. Vielmehr sollte in diesem Zusammenhang eine komplementäre, statt einer alternativen Sichtweise der beiden kurzfristigen Einflussfaktoren eingenommen werden. »Der Wähler wählt nicht Personen statt Programme, sondern &sbquoProgramme mit Personen’ [...]. Er wählt nicht den Kandidat anstelle der Partei, sondern den Kandidaten (s)einer Partei« (Stern/Graner 2002, S.150).


Literatur:

  • Falter, Jürgen W. / Schumann, Siegfried / Winkler, Jürgen (1990): Erklärungsmodell von Wählerverhalten. In: Aus Politik und Zeitgeschichte: Beilage zur Wochenzeitung Das Parlament. B 43/89 20. Oktober 1989, S. 3-24
  • Stern, Eva / Graner, Jürgen (2002): It’s the Candidate, Stupid? Personalisierung der bundesdeutschen Wahlkämpfe. In: Berg, Thomas (Hrsg.): Moderner Wahlkampf. Blick hinter die Kulissen. S. 145-167


blättern» voriger Artikel | Hauptseite | nächster Artikel «blättern

Dieser Beitrag ist aus der XML-Version der deutschen WikiPedia® entwickelt worden und unterliegt inhaltlich den GNU FDL-Lizenzbestimmungen. Linkziele außerhalb der wikipedia-Inhalte unterliegen den Urheberrechten der jeweiligen Anbieter




Wörterbuch


Produkte
2000 Jahre
Chronik CD-ROM


Kalenderblatt in
Schmuckblatt
Ausführung


Geburtstags-Bios

Suchen/Google-Ads
Kalenderblatt
druckfertig
( DirectDownloads )
Kalenderblätter
druckfertig aufbereitet für Schmuckblätter
zum Selbstdrucken

im Word DOC6/RTF Format, je Euro 5
über Click&Buy
JAN | FEB | MÄRZ
APRIL | MAI | JUNI
JULI | AUG | SEPT
OKT | NOV | DEZ

Das Geschenk für jeden Anlass, nicht nur bei 'runden' Jubiläen
Andere Einzeltage
oder Zahlungsarten

bitte HIER bestellen


© 2000 ff by ICA-D, D-76751 Jockgrim, Germany
Verantwortlich im Sinne des Presse- und Multimedia-Rechts: Dipl.-Ing. Rainer Detering, Waidweg 18, 76189 Karlsruhe


| Immer | Unsere | InfoBitte weiterempfehlen
KALENDERBLATT von HEUTE | SUCH-Funktionen ALLE und nach BEREICHEN | Startseite
Welt-Chronik | Kunst-, Kultur-, Technik-Geschichte | Deutsche Chronik | 2000 Biografien | Bild-Datenbank
Gesetzestexte | SkateGuide | Online Jigsaw Puzzles | GeschenkTip | Produkte, Services, Impressum



*NEU* bei InfoBitte *NEU*



die deutsche WikiPedia
bei InfoBitte.de mit
650,000 Querverweisen zu
2000 Jahre Chronik



InfoBitte
Portal zu Portalen
Hauptseite


Suchfunktionen

Wissen, Biografien, Geschichte
besser gezielt suchen mit
domain-Filterung

die Links führen im neuen Fenster
zu den jeweiligen Hauptseiten,
das Anklicken eines Buttons zur
Filterung für die Google-Suche



Google
Lexika @ InfoBitte.de

ib InfoBitte.de (alle Lexika)
ib Universal-/Hand-Lexikon
die WikiPedia @ InfoBitte
ib L. WeltKunstGeschichte
ib L. Geteiltes Deutschland
ib L. Zweiter Weltkrieg

2000 Jahre Chronik

WeltChronik.de (Texte)
  
WeltChronik auf CDROM
deutsche Geschichte
Kultur-/TechnikGeschichte
WeltChronik Bilder
Chronik Biografien

Google
2000 Jahre Chronik
offline auf CDROM

Hier Kaufen


WeltChronik Jahr...
(eigene Suchfunktion)

Nur Zahl eingeben
Bereich: '0'-'2001'





Diese Web Site verdient ihr Geld durch Produktverkäufe (CD-ROM, downloads) und in erster Linie durch Anzeigen. Wenn Sie als Webmaster zuverlässige Partner suchen für Ihr eigenes Anzeigenschäft, dürfen Sie sich gerne auf unsere Empfehlungen stützen:
z.B.: GigaCash & ProfiWin