Die folgenden angloamerikanischen Maßsysteme haben alle ihren Ursprung in älteren englischen Systemen und wurden vor der Einführung des metrischen Systems auch in anderen Commonwealth-Staaten verwendet (Imperiales System von 1824). Heute sind sie fast nur noch in den USA gebräuchlich (customary units), während sie so im 20. Jahrhundert und weiten Teilen des 19. auch im Vereinigten Königreich und seinen Kolonien offiziell verwendet wurden.
Die Grundeinheit ist das internationale Zoll, das seit 1958 international einheitlich in Relation zum Meter auf exakt 2,54 cm festgelegt ist. Davon abweichend ist lediglich das us-amerikanische Landvermessungszoll (US survey inch), das genau 100⁄3937 m oder 2,540 005 080 010 cm groß ist.
Die sea mile ist genau 800 feet länger als die (international) mile an Land. Die internationale Seemeile ist inzwischen auf exakt 1 852 m festgelegt worden und entsprechende ist die Kabellänge 185,2 m. Für die cable length gibt es noch weitere Definitionen, bspw. die naheliegenden 100 fathoms (182,88 m) und 120 fathoms (219,456 m) bei der US Navy.
Die wichtigste besondere Flächeneinheit ist der acre, der 1 furlong × 1 chain, also 40 rods × 4 rods oder 10 square chains, mithin 10·22² = 4840 square yards entspricht; 640 acres ergeben eine square mile. Zu beachten ist, dass den Größen in den USA i.d.R. weiterhin das survey inch zugrunde liegt, sie also etwas größer sind (zweite Angabe).
Das acre-foot wird allenfalls in der Landwirtschaft und Meteorologie für die Angabe von Niederschlagsmengen verwendet. Im metrischen System werden für diesen Zweck die äquivalenten Liter pro Quadratmeter und Millimeter benutzt (1 l/m² = 1 dm³/m² = 0,001 m³/m² = 1 mm).
Das nordamerikanische und das britische Hohlmaß-System basieren auf drei verschiedenen der ursprünglich vielen britischen Gallonen: Im UK ist die ursprünglich 277,42 Kubikzoll große ale gallon seit 1824 auf 277,419 450 Kubikzoll festgelegt (10 pound H2O bei 62 °F), während in den USA seit 1707 für Flüssigkeiten die wine gallon von 231 Kubikzoll (3 × 7 × 11, ursprünglich 230,907 in³) und für Raummaße die corn gallon von 268,8 Kubikzoll verwendet wird.
Die Verwendung der englischen Trockenhohlmaße (peck und bushel) wurde im Vereinigten Königreich ab 1968 untersagt, das kenning ist wie die Wein-Reihe rundlet bis tun schon weit länger veraltet. Im selben Weights and Measures Act von 1963 wurden zum 1. Februar1971 auch die kleinen (Apotheker-)Flüssigkeitsmaße minim, fluid scruple und fluid drachm abgeschafft, die es erst seit 1824 gab. 1995 wurde das britische Flüssig-pint zur Übergangsverwendung mit dem metrischen System auf exakt 568,261 250 Milliliter festgelegt, was eine leichte Abrundung gegenüber 277,42 ÷ 8 in³ (568,262 411 860 ml) und 277,419 450 ÷ 8 in³ (568,261 285 249 360 ml) ist und umgerechnet eine gallon von ca. 277,419 432 791 621 in³ bedeutete - jeweils mit dem heute üblichen 25,4 mm großen inch. Angegeben sind die genauen Werte deshalb nur bis zur letzten bei Verwendung der drei Basisgrößen ungerundet übereinstimmenden Stelle.
Die verwendeten Einheiten haben in beiden Systemen die gleichen Namen (aus drachm wurde dram) und i.d.R. untereinander die gleichen Faktoren (außer die barrels und gill). Zur Unterscheidung wird den Abkürzungen ggf. »Imp.« bzw. »US« vorangestellt. Bemerkenswert ist, dass das britische wie das US-amerikanische Erdölbarrel etwa 159 Liter misst, obwohl das eine als 35 und das andere als 42 Gallonen definiert ist. Ferner ist die britische Flüssigunze kleiner, aber Gill, Pint, Quart und Gallone größer, als ihr amerikanisches Pendant.
Im Apothekensystem wurden nur minim, scruple, drachm, ounce, pint und gallon benutzt.
Aus den beiden tierce entstand das heute noch gebräuchliche (petrol) barrel, denn auf den ersten texanischen Ölfeldern wurden anfangs vor allem alte Weinfässer zur Abfüllung benutzt.
Die deutschen Entsprechungen Eimer, Ohm und Oxhoft gab es bspw. ganz ähnlich in Größe und Definition im Preußen derselben Zeit.
Die Grundeinheit des ursprünglich (ungefähr 15. Jahrhundert) aus Frankreich stammenden Gewichtsystems ist das pound (Avoirdupois), das seit 1960 in den USA, Kanada und dem UK einheitlich festgelegt ist. Davor war das britische Pfund seit 1878 0,000 032 g leichter (453,592 338 g) als das 1893 definierte nordamerikanische Pfund, welches nur 0,000 001% vom aktuellen abweicht.
Daneben existiert im Münz- und Edelmetallwesen das Troy-System mit einem Pfund, das 5760 statt 7000 grains schwer ist, und bis ins 19. Jahrhundert (UK Medical Act von 1858) ein Apothekersystem, das ebenfalls das leichtere pound (Troy) zu 12 ounces, aber scruple und dram statt pennyweight benutzt.
Normalerweise ergibt sich das verwendete System aus dem Kontext; im Zweifelsfall ist es das Avoirdupois-System, in den USA kurz und im UK lang. Zur Unterscheidung werden ggf. short bzw. long vor und (Avoirdupois), (Troy) bzw. (apothecaries) hinter die Einheit gestellt.
Die Einheiten stone und hundredweight wurden im britischen Handel schon Jahrzehnte vor Einführung des metrischen Systems abgeschafft; Briten und Iren geben ihr Körpergewicht dennoch oft in stone und pound sowie ihre Größe in feet und inch an. Die langen (long) Einheiten resultieren aus der späteren Einführung des stone zu 14 pound in Großbritannien und waren dort gebräuchlicher als in den Kolonien. Der ursprüngliche (short) quarter zu 25 pound wird schon lange nirgends mehr benutzt.
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