Anführungszeichen sind Satzzeichen, die am Anfang und Ende (dann als Abführungszeichen) der direkten Rede, eines wörtlichen Zitats oder des zitierten Titels oder Namens eines Schriftwerkes stehen. Im letzteren Fall können sie entfallen, wenn der Titel oder Namen z.B. aufgrund der Bekanntheit des Werkes auch ohne sie als solcher erkannt werden kann. Außerdem können Anführungszeichen verwendet werden, um Wörter, Wortgruppen und Teile eines Textes oder Wortes hervorzuheben, zu denen man Stellung nehmen möchte, über die man eine Aussage machen will oder von deren Verwendung man sich - etwa ironisch, oder durch die Unterlegung eines anderen Sinns - distanzieren möchte.
(Für die folgenden Ausführungen möge man beachten, dass nicht alle aufgeführten Zeichen von allen Browsern korrekt wiedergegeben werden. Man beachte dazu die Diskussion weiter unten.)
Die Erklärungen hier beziehen sich auf die deutsche Sprache.
Deutschland und Österreich
Im deutschen Schriftsatz Deutschlands und Österreichs kommen als Anführungszeichen entweder die so genannten deutschen Anführungszeichen oder Gänsefüßchen (» am Anfang und « am Ende) oder die so genannten französischen Anführungszeichen oder Guillemets (» am Anfang und « am Ende) zur Verwendung. Handschriftlich und im Schreibmaschinensatz (wo typographische Anführungszeichen nicht zur Verfügung stehen) kommt ersatzweise auch das Zollzeichen (") zur Verwendung.
Werden innerhalb von Anführungszeichen weitere Anführungszeichen gebraucht, so verwendet man so genannte halbe Anführungszeichen. Im Schriftsatz hat man wieder die Wahl zwischen deutschen (‚ am Anfang und ‘ am Ende) und französischen Anführungszeichen (› am Anfang und ‹ am Ende). Handschriftlich oder im Schreibmaschinensatz verwendet man als Ersatz das Minutenzeichen (').
Schweiz
Im schweizerischen Schriftsatz werden die französischen doppelten und einfachen Anführungszeichen genau umgekehrt wie in Deutschland und Österreich verwendet. Dort verwendet man den Stil der französischen Schriftsprache.
Beispiele
D/A: Deutsche Anführungszeichen:
Sie fragte mich: »Hast du den Zeitungsartikel ‚EU-Erweiterung‘ gelesen?«
D/A: Französische Anführungszeichen:
Sie fragte mich: »Hast du den Zeitungsartikel ›EU-Erweiterung‹ gelesen?«
CH:
Sie fragte mich: «Hast du den Zeitungsartikel ‹EU-Erweiterung› gelesen?»
Schreibmaschinensatz:
Sie fragte mich: "Hast du den Zeitungsartikel 'EU-Erweiterung' gelesen?"
5. bei längeren Zitaten wird das Anführungszeichen vor jeder Zeile wiederholt
6. innerhalb eines anderen Zitats
Unterschiedliche Auffassungen
Unterschiedliche Auffassungen gibt es dazu, ob Anführungszeichen mit einem anderen Typ von halben Anführungszeichen kombiniert werden können. Dafür spricht der klarere Kontrast vor allem dort, wo Anführungszeichen und halbe Anführungszeichen aufeinander treffen. Dagegen spricht das weniger einheitliche Schriftbild. In der Praxis findet man beide Lösungen.
Darstellung am Computer
Browser
Leider werden nicht alle diese Zeichen von allen Browsern korrekt wiedergegeben. Von den typographisch korrekten werden nur die (doppelten) französischen Anführungszeichen von praktisch allen Browsern richtig dargestellt. Allerdings werden auch die deutschen Anführungszeichen inzwischen von den meisten Browsern unterstützt, so dass es kaum noch Gründe gibt, auf sie zu verzichten.
Vor allem mit alten Browsern gibt es Probleme: Netscape bis zu seinen Versionen 4.xx stellte weder die doppelten noch die halben abschließenden deutschen Anführungszeichen richtig dar und ersetzte die französischen halben durch das Größer- und Kleinerzeichen. Konqueror stellt zumindest in neueren Versionen Anführungszeichen korrekt dar. Browser, die GTK+ 2.0 oder höher verwenden, haben i. A. keine Probleme mit Anführungszeichen. Dazu gehören z.B. Galeon und Epiphany. Generell hat man bei der Verwendung von Anführungszeichen also nur dann Probleme, wenn man auch sehr alte Browser unterstützen möchte.
Eine Übersicht zur Maskierung von Anführungszeichen in HTML findet sich im Beitrag Webtypografie.
Textverarbeitungen
Textverarbeitungen wie Microsoft Word setzen die deutschen Anführungszeichen beim Editieren automatisch ein, wenn dort als Sprache »Deutsch« oder «Deutsch (Schweiz)» definiert worden ist.
DTP-Programme lassen auch das Setzen der Anführungszeichen im Schweizer Stil und das Setzen von französischen Anführungszeichen zu. Unter Word ist dies nur mit einem Mehraufwand möglich.
In LaTeX kann man untere Anführungszeichen setzen, indem man zwei Kommata eingibt. Lädt man das Zusatzpaket german, stehen zusätzliche einfache Befehle zum Setzen aller Arten von Anführungszeichen zur Verfügung.
Eingabe über Zeichen-Codes
In den meisten Schriften mit ISO-8859-1-Kodierung (Latin 1, Winansi) sind die Anführungszeichen enthalten und können - unabhängig von Funktionen einzelner Programme - verwendet werden, indem man sie unter Windows über ihre Codenummer eingibt: Dazu hält man die ALT-Taste gedrückt und gibt auf dem Ziffernblock (Achtung: Num-Lock einschalten!) der Tastatur die Codenummer mit einer führenden 0 (Null) ein:
Sprache (Beispiel)
Anführungszeichen
ANSI-Code
Eingabe
deutsch
doppelt
öffnend
„
132
Alt + 0132
schließend
“
147
Alt + 0147
einfach
öffnend
‚
130
Alt + 0130
schließend
‘
145
Alt + 0145
englisch
doppelt
öffnend
“
147
Alt + 0147
schließend
”
148
Alt + 0148
einfach
öffnend
‘
145
Alt + 0145
schließend
’
146
Alt + 0146
französisch
doppelt
öffnend
«
171
Alt + 0171
schließend
»
187
Alt + 0187
einfach
öffnend
‹
139
Alt + 0139
schließend
›
155
Alt + 0155
Quellen
Deutsche Rechtschreibung: Regeln und Wörterverzeichnis - Amtliche Regelung, §§ 89-95
Duden, Rechschreibung der deutschen Sprache, Mannheim 1996, Richtlinien zur Rechtschreibung R8-R12 und Richtlinien für den Schriftsatz: Anführungszeichen
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