Anemospilia am Nordhang des Berges Juchtas ist eine der interessantesten archäologischen Ausgrabungsstätten jüngerer Zeit auf Kreta.
Das Archäologen-Ehepaar Efi und Iannis Sakellaris führt seit 1964 in dieser Region Grabungen durch und entdeckte 1979 den minoischen Tempel von Anemospilia. Um 1700 v. Chr. war dieser Tempel durch ein Erdbeben zerstört worden. Von besonderem Interesse sind vier menschliche Skelette, die in den Trümmern gefunden wurden - ein etwa 17jähriger Mann lag gefesselt auf einem Altar, ihm war kurz vor der Katastrophe die Halsschlagader durchgeschnitten worden. Bei den übrigen drei Skeletten handelte es sich offenbar um Priester und Tempeldiener. Das Menschenopfer wurde vermutlich durchgeführt, um die Götter zu besänftigen und das Erdbeben noch abzuwenden. Mit dieser Entdeckung wurde erstmals die Existenz von Menschenopfern in der minoischen Kultur belegt. Eine weitere Bestätigung war der Fund von Kinderknochen in Knossós.
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