Andernach am Rhein ist eine Große kreisangehörige Stadt im Landkreis Mayen-Koblenz im nördlichen Rheinland-Pfalz. Sie hat 30.000 Einwohner und ist industriell geprägt (Weißblech, Malz, Medizin, Nahrungsmittelproduktion). Von touristischem Interesse sind heute vor allem die mittelalterlichen Befestigungsanlagen und die Nähe zum Laacher See mit dem Kloster Maria Laach.
Andernach liegt im Neuwieder Becken am linken Rheinufer zwischen Fornich im Norden und der Nettemündung im Südosten. Im Norden von Andernach verjüngt sich das Rheintal wieder und bildet den nördlichen Teil des romantischen Mittelrheins. Im Nordwesten beginnt die Eifel, im Südwesten die Pellenz.
Andernach liegt auf einer schon in der Antike versandeten Rheininsel, was im Profil der Stadt erkennbar ist. Im Anschluss an die Stadt gehen die Hänge der Berge steil in die Höhe.
Durch die Stadt fließen die Antel und der Deubach, jedoch größtenteils kanalisiert und unterirdisch.
Die Siedlungsgeschichte des Andernacher Raumes umfasst etwa 300.000 Jahre. Im Stadtteil Miesenheim fanden sich Tierknochen und Steinwerkzeuge aus der Zeit des Altpaläolithikum, die ein Alter von etwa 300.000 Jahren habe.
Am Ende der letzten Eiszeit, also vor etwa 12.000 Jahren, siedelten sich erneut Menschen an. Die wichtigsten Fundstücke aus dieser Zeit sind ein Vogelkopf, der aus einer abgeworfenen Stange eines Rentiers geschnitzt wurde und ein in eine Schieferplatte geschnittener Vogelkopf.
Aus der Jungsteinzeit, also der Zeit ab etwa 5.000 v. Chr. finden sich Spuren der Bandkeramiker, der Michelsberger Kultur und der Becherkultur. Zur Zeit der Urnenfeldkultur ? ab etwa 1.300 v. Chr. ? lässt sich für das gesamte Neuwieder Becken eine relativ dichte Besiedlung nachweisen.
Abgelöst wurde die Urnenfeldkultur durch die eisenzeitliche Hunsrück-Eifel-Kultur, die von 600 bis 250 v. Chr. dauerte. Diese wird der La Tène-Kultur zugerechnet, deren Träger die Kelten waren. Für die letzte Phase der La Tène-Kultur kann in Andernach nachgewiesen werden, dass spätestens im 1. Jahrhundert vor Christus - wahrscheinlich aber schon zwei Jahrhunderte früher im westlichen Teil der Altstadt eine Siedlung existiert haben muss.
Römerzeit
Andernach gilt als eine der ältesten Städte Deutschlands und wurde ca. 12 v.Chr. von den Römern als Antunnacum in der Nähe einer keltischen Siedlung gegründet. Drusus, der Stiefsohn des Augustus, legte hier ein Kastell zum Schutz vor Übergriffen der Sugambrer an. Bereits 56 v.Chr. ließ Caesar in der Nähe von Andernach zwischen dem heutigen Weißenthurm und Neuwied in nur elf Tagem eine Brücke über den Rhein bauen. 53 v. Chr. wiederholte er diese Leistung oberhalb von Urmitz. Nach dem Bataveraufstand begann dann Domitian mit dem Bau des Limes, der für 2 Jahrhunderte Frieden schuf. Es entstand eine offene Siedlung mit einem Hafen, in dem Mühlsteine aus Basalt und Tuffsteine aus den Steingruben bei Mayen und dem Brohltal verladen wurden. Etwa um 260 brachen die Franken durch den Limes, was die Römer zur Preisgabe des rechten Rheinufers zwang. Es wurde nun notwendig, die bis dahin offenen Städte am Rhein zu befestigen. Es kam jedoch immer wieder zu Germaneneinfällen, bei denen auch Andernach zerstört wurde. 359 wurde die Stadt durch Julian II. ein letztes Mal neu befestigt. In der notitia dignitatum wird Andernach als Kastell bezeichnet in dem eine Abteilung der legio acincensis stationiert war. 395 konnte Stilicho noch einmal die Rheingrenze in voller Länge sichern, musste dann aber die Legionen zum Schutz Italiens abziehen. Die rheinischen Gebiete wurden den Franken überlassen, die dann spätestens mit dem Sieg des Frankenkönigs Chlodwig über den letzten römischen Heermeister Syagrius im Jahr 486 unbestritten die neuen Herren waren.
Mittelalter
Im Mittelalter war Andernach zuerst freie Reichsstadt und wurde von Barbarossa an den Erzbischof zu Köln für seine Verdienste verschenkt. So kam es dass Andernach zu Kurkölnischen Grenzstadt wurde, aber kirchlich weiterhin dem Bischof von Trier unterstellt war.
Neuzeit
Im 19.Jahrhundert entwickelte sich Andernach zu einer Industriestadt, die hauptsächlich Holz-, Bims und Malzindustrie ansiedelte. Später kam noch die Stahlindustrie dazu.
Im 20.Jahrhundert verlor Andernach zusehends den Anschluss an die Entwicklung der umliegenden Gemeinden und insbesondere an das MittelzentrumNeuwied und das OberzentrumKoblenz.
Im Zuge der Neugründung der Bundeswehr wurde in Andernach die erste bundesdeutsche Kaserne in Betrieb genommen. Der insbesondere bei Auslandseinsätzen sehr geschätzte deutsche Radiosender für Bundeswehrangehörige heißt noch heute Radio Andernach.
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