Johann Maria Anciuti ist eine etwas rätselhafte Persönlichkeit der Musikinstrumentenbauerkunst. Er wirkte um 1720 in Mailand, das zu dieser Zeit zu Österreich gehörte. Möglich, dass Anciuti eigentlich Anschütz hieß und aus den Österreichischen Stammlanden gekommen war. Seine im Steiermärkischen Landesmuseum Johanneum zu Graz aufbewahrte Blockföte wird heute wieder gern nachgebaut.
Das hat folgenden Grund: Während viele Blockflöten der Barockzeit bei der Erstellung einer Kopie von ihrem ursprünglichen tiefen Stimmton (meist a = ca. 415 Hz) auf modernen Stimmton adaptiert werden und dabei viel ihres ursprünglichen Charakters einbüßen, ist das oben erwähnte Instrument in hoher Stimmung, die einer Stimmung von a = 440 Hz entspricht. Somit kann es ohne Schwierigkeiten und mit nur wenigen Änderungen in den modernen Kulturbetrieb integriert werden. Es ist mit der Jahreszahl 1717 signiert und aus gebeiztem Buchsbaumholz hergestellt. (Die historischen Alternativen Grenadill und Ebenholz, sowie einige weniger authentische tropische Austauschhölzer lässt man aus Umweltschutzgründen besser beim Hersteller)
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