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Anastasios I.
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Anastasios I. (Anastasius I.) (*ca. 430 in Dyrrachium (modernes Durazzo in Albanien), † 10. Juli 518 in Konstantinopel), war von 491 bis 518 byzantinischer Kaiser.


Obwohl Anastasios keine besonders hohe Stellung am Kaiserhof inne gehabt hatte (er zwar ein hoher Beamter, aber nur für die Überwachung des Personals zuständig), wurde er am 11. April 491 in Konstantinopel zum Kaiser ausgerufen. Dabei soll das Volk Ariadne, der Witwe Kaiser Zenons zugebrüllt haben: "Gib dem Reich einen orthodoxen Kaiser! Gib dem Reich einen römischen Kaiser!" Sie erreichte die Erhebung Anastasios zum Kaiser und heiratete ihn kurz darauf, womit eine formale Fortsetzung der Dynastie gewährleistet wurde.


Inhaltsverzeichnis


1 Außenpolitik

2 Innen- und Religionspolitik

3 Tod und Nachfolge

4 Literatur

5 Vorgänger und Nachfolger


Außenpolitik

Konflikte gab es während der Regierungszeit des Anastasios vor allem mit den Ostgoten. Anastasios erhob weithin den (staatsrechtlich durchaus begründbaren) Anspruch auf das verlorene Westreich. Theoderich dem Großen bestätigte er das Recht, Konsuln zu ernennen, was diesen aber nicht daran hinderte, weiterhin oströmisches Gebiet (namentlich die Stadt Sirmium auf dem Balkan) zu beanspruchen. Es kam zu kriegerischen Auseinandersetzungen (in den Jahren 505-510), wobei Theoderich sogar den Rebellen Vitalian unterstützte. Dieser war eigentlich Magister militum per Thracias, hatte sich jedoch 511 gegen den Kaiser erhoben. Dies hing auch mit der Religionspolitik des Anastasios zusammen (siehe unten).


Auf dem Balkan unternahmen die Bulgaren Raubzüge bis nach Thrakien , woraufhin Anastasios die so genannte Lange Mauer östlich von Konstantinopel errichten ließ.


Gegen die Sassaniden musste Anastasios ebenfalls Krieg führen. Nach einer relativ langen Friedensperiode hatten sich Spannungen aufgebaut, die 502 zum Krieg führten. 506 konnte eine Friedensvertrag geschlossen werden, doch blieben die Spannungen bestehen, wie die Kriege unter Justin I. und vor allem Justinian I. zeigen sollte.


Innen- und Religionspolitik

Anastasios erwies sich als ein ausgesprochen tatkräftiger Kaiser. So beseitigte er etwaige Nebenbuhler (vor allem die Isaurier, die unter seinen Vorgängern ein gefährliches Maß an Macht gewonnen hatten) und konsolidierte die Staatsfinanzen. Anastasios soll seinem Nachfolger Justin I. ein sagenhaftes Vermögen von 320.000 Goldpfund hinterlassen haben!


Dennoch kam es während seiner Regierungszeit zu einigen schweren innenpolitischen Krisen. Anastasios hing dem Monophysitismus an, und auch wenn er nicht offen gegen das chalcedonensische Christentum vorging, so kam es dennoch zu großen Spannungen. 511 ließ er sogar Makedonios, den Patriarchen von Konstantinopel absetzen (den er 496 eingesetzt hatte). Zu seinem Nachfolger ernannte Anastasios den monophysitischen Patriarchen von Antiochia. Daraufhin kam es zu Aufständen, besonders der oben angesprochene des Vitalian. Sogar ein Gegenkaiser wurde erhoben, der jedoch schnell beseitigt werden konnte.


Vitalian erschien hingegen mehrmals vor der Hauptstadt, konnter aber 515 endgültig besiegt werden, woraufhin er untertauchte.


Die Religionspolitik des Anastasios, der durchaus zu einem Kompromiss bereit gewesen wäre, hatte bereits vorher zum so genannten Akakianischen Schisma geführt (484-519), welches erst unter Justin I. beendet wurde. Rom hatte auf das chalcedonensische Bekentnis beharrt und war zu keinem Kompromiss bereit gewesen.


Tod und Nachfolge

Anastasios starb am 10 Juli 518 während einer furchtbaren Gewitternacht. Er hatte eine sehr erfolgreiche Finanzpolitik betrieben, in der Außenpolitik (vor allem auf dem Balkan) aber auch einige Niederlagen einstecken müssen. Dennoch scheint er ein insgesamt fähiger Kaiser gewesen zu sein (anders noch die ältere Forschung), der vielleicht etwas zu unflexibel veranlagt war. Das größte Problem stellte seine Nachfolge dar, denn er hinterließ keinen legitimen Sohn. Auch seine drei Neffen konnten sich nicht durchsetzen, so dass schließlich der Kommandeur der kaiserlichen Gardetruppen (der Excubitori) seine Erhebung zum Kaiser erreichte: Justin I., wahrscheinlich unter maßgeblicher Beteiligung seines Neffen Petrus, des späteren Kaisers Justinian I.


Literatur

  • A.D. Lee: Anastasius, in: Averil Cameron u.a. (Hrsg.), The Cambridge Ancient History, Bd. 14, 2. neugestaltete Aufl., Cambridge 2000, S. 52-62.
  • Linda-Marie Günther: Anastasius, in: M. Clauss (Hrsg.), Die römischen Kaiser, 2. Aufl., München 2001, S. 418-424 und S. 475.


Siehe auch: http://www.roman-emperors.org/anastasi.htm


Vorgänger und Nachfolger


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