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Anarchokapitalismus

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Der Anarchokapitalismus betrachtet sich selbst als reinste Form des Anarchismus, ist aber tatsächlich die radikalste Form des Liberalismus. Er strebt eine staatsfreie, allein vom freien Markt regulierte Gesellschaft an. Daher kann man in Zusammenhang mit ihm auch von "Markt-Anarchismus" sprechen.


Anders als der individuelle Anarchismus lehnt der Anarchokapitalismus jede Beschränkung des Eigentumsrechts ab. Anarchokapitalisten vertreten die Ansicht, dass sich prinzipiell alle Beziehungen zwischen Menschen, einschließlich Fragen der Justiz und der öffentlichen Sicherheit, über Verträge regeln lassen.


Inhaltsverzeichnis


1 Grundlagen

2 Ablehnung staatlicher Intervention

3 Kritik

4 Literatur

5 Weblinks


Grundlagen

Die gedanklichen Grundlagen des Anarchokapitalismus speisen sich sowohl aus dem individuellen Anarchismus, als auch aus dem klassischen Liberalismus und dem Sozialdarwinismus. Vertreten wurde und wird er von Schülern des Wirtschaftswissenschaftlers Ludwig von Mises' und der von ihm begründten "Österreichischen Schule", etwa von Murray N. Rothbard und Hans-Hermann Hoppe.


Ablehnung staatlicher Intervention

Die Anhänger ihrer libertären Theorien sehen jede Intervention eines Gemeinwesens in das Privatleben seiner Mitglieder grundsätzlich als Übel an, da sie stets mit einer Verletzung seiner individuellen Rechte einhergehe. Der Staat kann ihrer Meinung nach per se nichts besser lösen kann als freie Individuen, die untereinander Verträge schließen. Der anarchokapitalistische Eigentumsbegriff ist umfassend: Selbstgeschaffenes Eigentum, aber auch Grund und Boden, Straßen und Flüsse sollten ihrer Auffassung nach grundsätzlich privatisiert sein. Auch für Sicherheit und Justiz soll jeder selbst, gegebenenfalls mit Hilfe privater Sicherheitsagenturen sorgen können.


Die Ablehnung öffentlicher Eingriffsmöglichkeiten in die Freiheit des Individuums betrifft alle staatlichen Tätigkeiten und Souveränitätsrechte von der Erhebung von Steuern und Sozialabgaben über die Gesetzgebung bis hin zum Recht auf Kriegführung und zum staatlichen Gewaltmonopol.


Kritik

Kritiker werfen dem Anarchokapitalismus vor, er propagiere ein naiv-optimistisches Menschenbild und seine Theorien liefen in der Praxis auf reinen Sozialdarwinismus hinaus. Diese Kritik stützt sich u.a. auf ein Beispiel, das Murray N. Rothbard einmal vorgebracht hat: Wenn nach einem Schiffsunglück der Eigentümer eines Rettungsboots dieses ganz alleine für sich nutze und andere ertrinken lasse, so bleibe die einzig entscheidende Frage: "Wem gehört das Rettungsboot?"


Literatur

  • Rothbard: Die Ethik der Freiheit
  • Rothbard: Eine neue Freiheit. Das libertäre Manifest
  • Hoppe: Demokratie, der Gott der keiner ist
  • Blankertz: Das libertäre Manifest
  • Friedman: Das Räderwerk der Freiheit


Weblinks



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