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Analverkehr

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Unter Analverkehr oder Analkoitus (von lat. anus After) versteht man das Einführen des erigierten männlichen Gliedes oder eines Sexspielzeugs (Dildo, Butt Plug, Vibrator) in den After des Sexualpartners/der Sexualpartnerin. (Analverkehr ist nur eine von vielen möglichen sexuellen Praktiken mit Bezug auf den Anus.)


Inhaltsverzeichnis


1 Allgemeines

2 Analsex bei Heterosexuellen

3 Risiken, Safer Sex und HIV

4 Vorbehalte gegenüber Analverkehr

5 Strafrechtliche Sanktionierung von Analverkehr

  5.1 USA

6 Weblinks


Allgemeines

Der Afterbereich ist bei beiden Geschlechtern eine sexuell stimulierbare erogene Zone, die mit vielen Nervenenden ausgestattet ist. Beim Mann führt passiver Analverkehr zusätzlich zur Reizung der sexuell empfindlichen Prostata, die einen Orgasmus auslösen kann.


Aktiv wird beim Analverkehr derjenige genannt, der seinen Penis oder einen Gegenstand einführt, passiv derjenige/diejenige, dem/der der Gegenstand oder Penis eingeführt wird.


Weder Darm noch Penis produzieren genug natürliche Gleitflüssigkeiten, so dass für den Analverkehr im Allgemeinen ein Gleitmittel verwendet werden muss. Wird behutsam vorgegangen, ist der passive Partner jedoch in der Lage, den Schließmuskel so weit zu entspannen, dass ein Eindringen (mit Gleitsubstanzen) völlig schmerzfrei möglich ist und der Analverkehr als lustvoll empfunden werden kann. Aktuelle Studien zur Verbreitung des heterosexuellen Analverkehrs sind nicht bekannt.


Es ist nicht unüblich, dass sich der passive Partner auf den Analverkehr vorbereitet. So ist es bekannt, dass der Passive z.B. eine Zeitlang vorher keine Nahrung aufnimmt und/oder Analspülungen bzw. Einläufe vornimmt. Ebenso werden von einigen Liebhabern des Analverkehrs im Vorwege spezielle Übungen zur Analdehnung vorgenommen.


Analsex bei Heterosexuellen

In einigen Kulturkreisen, aus dem Mittelmeerraum und Südamerika, soll etwa die Hälfte der Bevölkerung zumindest gelegentlich Analsex praktizieren. Weiblich passiver Analverkehr kann betrieben werden, um die Jungfräulichkeit bis zur Hochzeit zu erhalten oder um eine mögliche Schwangerschaft zu verhindern, obwohl Analverkehr nicht absolut sicher ist.


Männer, die Analverkehr als aktiven Teil praktizieren, empfinden ihn in der Regel als sehr lustvoll (in erster Linie durch eine gewisse empfundene Enge).


Obwohl die meisten Männer passiven Analverkehr als eine Domäne der Schwulen ansehen, gibt es einige heterosexuelle Männer die passiven Analverkehr als lustvoll empfinden. Eine Frau kann dazu ihren Mann mit den Fingern oder Objekten wie Dildos oder Butt Plugs penetrieren. Die Frau kann auch einen Harness benutzen und damit den Dildo wie einen künstlichen Penis benutzen (auch als Strap-on bekannt). Dies ist oft eine Spielart des BDSM und wird pegging genannt.


Risiken, Safer Sex und HIV

Beim Analverkehr besteht gegenüber dem Vaginalverkehr erhöhte Verletzungsgefahr: Die stark durchblutete Schleimhaut des Enddarms ist wesentlich empfindlicher, als beispielsweise die Vagina. Zudem ist der After durch den Schließmuskel fest verschlossen, was ein Eindringen erschwert: Das Häutchen zwischen Eichel und Penisschaft (Frenulum) und die Vorhaut können einreißen.


Durch solche Verletzungen besteht die Gefahr einer sexuell übertragbaren Erkrankung, insbesondere einer Ansteckung mit HIV oder Hepatitis B. Personen mit häufig wechselnden Geschlechtspartnern sollten deshalb dringend für den Analverkehr geeignete dickere Kondome verwenden. Eine gefährliche Form des Analverkehrs bildet das Fisting, wenn nicht besondere Vorsichtsmaßnahmen beachtet werden (Gummihandschuhe, sehr kurze Fingernägel, etc). Ungeschützter Analverkehr wird mit dem Begriff Barebacking bezeichnet.


Vaginal- und Analverkehr sollten nur mit Kondomwechsel kombiniert werden, da Keime aus dem Enddarm in die Vagina eingebracht werden und Entzündungen auslösen können. Eine gründliche Intimwäsche kann die Keimübertragung deutlich minimieren.


Vorbehalte gegenüber Analverkehr

  • Hinzu können negative Einstellungen gegenüber dem Anus kommen, der für viele als etwas Schmutziges gilt. Tatsächlich ist verstärkte Hygiene eine absolute Voraussetzung für den Analverkehr. Es ist empfehlenswert vorher eine Spülung der Ampulle vorzunehmen, das ist der letzte Teil des Enddarms. Hierfür eignen sich Klistiere, Ballonspritzen oder spezielle Duschstäbe.
  • Viele Menschen lehnen passiven Analverkehr ab, da sie befürchten, dass dieser von Schmerzen begleitet wird.
  • Die mosaischen Weltreligionen haben religiöse Vorbehalte gegenüber dem Analverkehr. So steht in der Bibel "Du sollst nicht bei einem Manne liegen wie bei einem Weibe; denn es ist ein Greuel." (Levitikus, 18.22). Einer der Gründe für diese Ablehnung könnte darin liegen, dass der Analverkehr dem biblischen Gebot des "Wachset und mehret euch" entgegensteht. Siehe auch: Sodomiterverfolgung


Strafrechtliche Sanktionierung von Analverkehr

USA

In den folgenden fünf US-amerikanischen Staaten besteht ein generelles gesetzliches Verbot der Ausübung von Analverkehr: Arkansas, Kansas, Missouri, Oklahoma und Texas. In weiteren 12 Bundesstaaten ist Analverkehr zwischen gleichgeschlechtlichen Partnern verboten.


Weblinks



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