Ein Anakoluth (vom griechisch: an = ohne; akólouthon = Folgerichtigkeit, deutsch auch Satzbruch genannt) ist eine stilistische Besonderheit (Stilfigur). Er ist eine Folgewidrigkeit im grammatischen Satzbau. Die Fortführung des Gedankens fällt aus der Satzkonstruktion heraus. Damit wird die grammatische Beziehung der Satzglieder gestört. Der hereinbrechende Gedanke stört die grammatikalische Richtigkeit des Satzes, er kann damit den begonnenen Sinn des Gesagten entstellen oder gar ins Gegenteil umdeuten.
Ein Anakoluth ist kennzeichnend für den mündlichen Stil der Alltagssprache. Im schriftlichen Stil gilt er als fehlerhaft oder als charakterologischer Ausdruck.
Als Stilmittel verleiht der Anakoluth in der Literatur der wiedergegebenen Rede Lebhaftigkeit und Authentizität und zeigt beispielsweise die aufgeregte Stimmung des Sprechers an.
Beispiele aus dem Alltag:
"Sowas zeigt mir, dass mit den Redirects einfach inflationär und falsch benutzt werden." (in Wikipedia-de Mailingliste am Freitag, 18. Juli 2003)
Beispiele aus der Literatur:
"Korf erfindet eine Mittagszeitung, welche, wenn man sie gelesen hat, ist man satt. " (Christian Morgenstern)
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