Die Ammoniten stellen eine artenreiche, ausgestorbene Gruppe der Kopffüßer dar, die vom Unter-Devon bis in die späte Kreide gelebt haben und teilweise enorme Körpergrößen erreichen konnten. Die Ammoniten gehen ebenso wie die Belemniten aus der Gruppe der Bactriten hervor.
Anders als die heute lebenden Arten hatten die Ammoniten eine gut ausgebildete, äußere Schale. Dieses Merkmal teilen sie mit den Nautiloiden, die bis auf sechs Nautilus-Arten ebenfalls ausgestorben sind. Entgegen der weit verbreiteten Ansicht stellen die Nautiloiden und die Ammoniten keine gemeinsame Gruppe dar, obwohl bei beiden sehr ähnliche Merkmale und Entwicklungstendenzen festgestellt werden konnten. Dabei handelt es sich jedoch entweder um Merkmale einer allen Kopffüßern gemeinsamen Stammart oder um Konvergenzen in der Evolution.
Das wichtigste und zugleich häufig das einzige greifbare fossilierte Merkmal stellt die Schale der Tiere dar. Diese ist gekammert und das Tier selbst lebte in der letzten und auch jüngsten Kammer. Die Kammern der Schale sind verbunden durch eine Sipho, der allerdings anders als bei den Nautiloiden nicht in der Mitte der Trennwände sondern an deren Seite verläuft. Von außen sind die Trennwände als Lobenlinien (Sutur) deutlich zu erkennen und stellen ein wichtiges Unterscheidungsmerkmal der verschiedenen Ammoniten dar. Der Sipho führte in ein Gewebe, welches die Kammer ausfüllte und für den Gasaustausch und damit für den Auftrieb wichtig war. Im Laufe der Evolution veränderte sich die Schale von einer primär gestreckten Form in eine aufgerollte Form, die Lobenlinien wurden zunehmend komplexer.
Bei den Ammoniten lag ein starker Geschlechterdimorphismus vor, bei dem die Männchen meist kleiner waren und entsprechend kleinere Schalen hatten (Mikrokonche). Die Schalen der Weibchen heißen entsprechend Makrokonche.
Die Radula der Ammoniten ist meistens sehr schmal mit nur jeweils 7 einfachen Zähnen in jeder Querreihe. Entsprechend diente die Radula wohl weniger der Zerkleinerung denn als Schlinghilfe. Besonders der Aufbau dieser Radula begründet die Zusammenfassung der Ammoniten mit den Dibranchiaten (Zweikiemige Kopffüßer: alle rezenten Arten mit Ausnahme der Nautilus-Arten).
Neben der Schale und der Radula stellen die Aptychen und die Anaptychen wichtige Funde der Ammoniten dar. Darunter versteht man zweiklappige Gehäuse, die denen der Muscheln gleichen und früher auch als solche behandelt wurden. Heute ist man sich sehr sicher, dass es sich hierbei um die Kiefer der Ammoniten handelt, bei einigen Arten haben sich aus diesen Strukturen wahrscheinlich auch Schalendeckel gebildet. Die Ammoniten waren keine Jäger, sondern fraßen alles, was sie in sich hineinschaufeln konnten: Plankton, Foraminiferen, kleinere Ammoniten, Muschelkrebse und Seenelken wurden in Ammonitenschalen gefunden.
Das System der Ammoniten
Die Bezeichnung Ammomoidea umfasst neben den eigentlichen Ammoniten des Jura und der Kreide eine Reihe weiterer Formen, klassischerweise als Ordnungen geführt (Gattungslisten unvollständig):
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