Aminoglykoside sind nicht zellgängig. Deshalb müssen sie als Infusion gegeben werden und sie können nicht gegen intrazelluläre Bakterien eingesetzt werden. Auch sonst sind sie schlecht gewebegängig und nur bei Bestehen einer Hirnhautentzündung etwas liquorgängig. Sie werden mit kurzer Halbwertszeit (etwa 2 h) über die Niere ausgeschieden.
Ihre wichtigsten Nebenwirkungen sind Nierentoxizität und Innenohrtoxizität, weil sie sich dort anreichern. Dabei ist die Therapeutische Breite gering, die Infusion muß genau dosiert werden. Es kann auch zu Atemlähmung, Allergien oder Blutbildungsstörungen kommen. Die Tagesdosis sollte auf ein Mal, also nicht fraktioniert gegeben werden, weil so die Nebenwirkungen reduziert werden während die Substanz am Wirkort lange genug gebunden bleibt.
Aminoglykoside sind also typische intensivmedizinische Antibiotika: Sie sind sehr wirksam, haben aber schwere Nebenwirkungen und müssen über Infusion genau dosiert werden.
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