Er war Mitglied der Gruppe 47, 1976/77 Vorsitzender des Verbandes der deutschen Schriftsteller, und von 1989 bis 1991 Präsident des deutschen PEN-Zentrums. Außerdem ist Amery Gründungsmitglied der bayrischen Grünen und Schirmherr der Wasserallianz München.
Seine Kindheit verbrachte Carl Amery vorwiegend in Passau und Freising - beide Städte sollten (z.B. in Der Untergang der Stadt Passau bzw. Das Geheimnis der Krypta) ihre Spuren in seinem Werk hinterlassen.
Im Zweiten Weltkrieg geriet er mit 21 in amerikanische Kriegsgefangenschaft und kehrte 1946 nach München zurück, wo er sein unterbrochenes Studium (Sprachen und Literaturwissenschaft) wieder aufnahm. Er begann zu schreiben, zunächst unter seinem leicht amerikanisierten Namen als Chris Mayer, dann wählte er sich als Pseudonym Carl Amery, wobei Amery ein Anagramm von Mayer ist.
1954 erschien sein erster Roman (Der Wettbewerb). Inzwischen Mitglied der Gruppe 47, begründete 1958 der Roman Die große Deutsche Tour, der seinen Ruf als Satiriker. Dieser Ruf blieb lange haften.
Eine andere Seite seines Arbeitens zeigte er in der 1963 erschienenen kirchenkritischen Schrift Die Kapitulation oder Deutscher Katholizismus heute, gefolgt von Das Ende der Vorsehung. Die gnadenlosen Folgen des Christentums in dem er dem Christentum Mitschuld an der globalen Umweltzerstörung zuwies.
Von 1967 bis 1971 war Amery Direktor der Städtischen Bibliotheken in München - mit einer entsprechend langen Publikationspause.
1974 schließlich wandte er sich einem dritten Genre zu, der Science Fiction, was damals für einen der Hoch- und Ernstliteratur zugerechneten Autor ein etwas überraschender Schritt (oder Sprung) war. Vor allem drei Romane gehören in diesen Bereich, nämlich
Das Königsprojekt (1974): Der Vatikan unternimmt es, mittels einer von Leonardo da Vinci konstruierten Zeitmaschine die Geschichte zu ändern. Ziel der Congregatio secreta ad purificandos fontes (CSAPF) ist es, durch eine Geschichtsmanipulation die Krone Englands für das Haus Wittelsbach zu erobern. Doch die beiden Monsignore Sbiffio-Trulli und Doensmaker müssen erleben, dass ihre Kalkulationen geschichtlicher Notwendigkeit auf gloriose Weise fehlgehen.
Der Untergang der Stadt Passau (1975): Im Vorwort nennt Amery den Roman eine "Fingerübung", zu deren Ausarbeitung ihn der Roman des A Canticle for Leibowitz (deutsch: Lobgesang auf Leibowitz) des amerikanischen SF-Autors Walter M. Miller inspiriert habe. Dementsprechend erscheint der Roman in der SF-Reihe des Heyne-Verlags und wird zu Amerys größtem Bucherfolg. Zum Inhalt: Nach der durch eine Seuche ausgelösten globalen Katastrophe kristallisieren sich zwei Gruppen heraus - die eine Gruppe versucht einen Wiederaufbau der Zivilisation (inklusive Elektrizität, Bürokratie und Schickeria), die andere geht zurück zu den Wurzeln der Subsistenzwirtschaft und etabliert eine Kultur auf etwa dem Niveau der Bronzezeit. Der Roman erzählt die Geschichte des sich notwendig ergebenden kulturellen Konflikts.
An den Feuern der Leyermark (1979): Auch hier geht es um geschichtliche Notwendigkeit, Zufall oder Schicksal - kurz: "Was wäre gewesen, wenn ...?" In diesem Fall: was wäre gewesen, wenn 1866 ein bayrischer Beamter eine mit Repetiergewehren ausgerüstete amerikanische Freischärlertruppe (der Sezessionskrieg in den USA war eben zuende) für den damals anstehenden Krieg gegen Preußen rekrutiert hätte. Klarer Fall: die Preußen hätten verloren, und der anarchistisch-demokratische Freischärlerhaufen krempelt die europäische Mentalität um: Aus den Auseinandersetzungen entsteht die Centraleuropäische Eidgenossenschaft (eine alternative Europäischen Union), die archistisch-syndikalistisch mit weitgehender Gemeindefreiheit aufgebaut ist und Frankreich und Deutschland ihrer angeblichen "Erzfeindschaft" entledigt.
Zwei weitere Romane Amerys thematisieren bayrische Spiritualität: In Die Wallfahrer (1986) bewegen sich die Protagonisten auf den alten Gnadenort Tuntenhausen zu; und im Geheimnis der Krypta bildet die Krypta im Freisinger Dom (und dort die so genannte "Bestiensäule") das Zentrum der sich über drei Generationen erstreckenden Handlung.
Ab 1985 erschienen Amerys gesammelte Werke in Einzelausgaben im Süddeutschen Verlag. 2001 erklärte Amery in einem Interview, dass er (aus gesundheitlichen Gründen) keine weiteren Romane verfassen werde.
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