Die Amenemhet II.-Pyramide befindet sich etwa in der Mitte des Dahschur-Plateaus. Sie ist heute sehr stark zerstört, da man sie als Steinbruch benutzte. Die Reste der Kalksteine gaben ihr den heutigen Namen "Weiße Pyramide".
Amenemhet II. war der 3. König der 12. Dynastie. Mit seiner Grabanlage kehrte er nach Dahschur zurück, wo bereits König Snofru aus der 4. Dynastie die Knickpyramide und die Rote Pxramide errichtet hatte.
Der Pyramidenbezirk mit dem Namen "Amenemhet ist versorgt" besteht aus einer langgezogenen, rechteckigen Einfriedung, wie man sie auch aus der 3. Dynastie kennt. Die Ausrichtung erfolgte in ost-westlicher Richtung mit zwei massiven Pylonen im Osten. Zwischen diesen endete der Aufweg zum Bezirk.
Nach dem Taltempel wurde noch nicht geforscht.
Die Pyramide selbst befindet sich Zentral im Bezirk. Sie bestand aus einem Skelett aus Stützmauern, die mit Kalksteinen errichtet waren. Die Zwischenräume wurden einfach mit Sand verfüllt. Verkleidungssteine wurden nicht mehr gefunden, daher ist der Winkel und die Höhe der Pyramide nicht mehr zu ermitteln. Die Basis soll etwa 50 m betragen haben.
Der Eingang zur Pyramide befindet sich in der Mitte der Nordseite. Ein vor der Grabkammer mit zwei Fallsperren gesicherter Gang führt zur Grabkammer im Zentrum, der vier Nischen für Statuen angegliedert waren. Die Decke der Grabkammer war flach und wurde durch 12 Kalksteinbalken entlastet.
Der Sarkophag aus Sandsteinplatten war im Boden eingelassen. Von der Grabkammer aus führt ein etwa 2 m tiefer Schacht zu einem weiteren kurzen Gang Richtung Norden. Am Ende dieser Passage befindet sich ein quadratisches Loch, möglicherweise für die Aufnahme der Kanopen.
In den Jahren 1894/95 grub Jaques de Morgan im Pyramidenbezirk. Er konzentriete sich allerdings auf die Gräber der Prinzessinnen Ita und Chnumit; der wunderbare Schmuck war damals ein spektakulärer Fund (heute im Museum Kairo). Der restliche Bezirk wurde gar nicht oder nur oberflächlich untersucht.
Eine umfassende Erforschung des kompletten Pyramidenbezirks steht noch immer aus.
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