Die Bildwirkung der Ambrotypie basiert auf einer knapp belichteten und entwickelten jod- und bromsilberhaltigen Kollodiumschicht auf Glas. Das weißliche Glasnegativ wird mit schwarzem Papier oder Samt hinterlegt und erhält so seine positive Bildwirkung (Scheinpositiv); das Negativ erscheint aufgrund des Dunkelfeldprinzips vor einem dunklen Hintergrund als Positiv. Genutzt wird also ein Unikat.
Geschichte und Entwicklung
Das Verfahren setzte unabhängig voneinander unternommene Experimente und Entdeckungen von Sir John Herschel (1839), dem Bibliothekar A. A. Martin, Frederick Scott Archer (1851) und Peter Wickens Fry voraus; eine erste Beschreibung stammt aus dem Buch Plain Directions for Obtaining Photographic Pictures von J. H. Croucher aus dem Jahr 1853.
1854 ließ der US-Amerikaner James A. Cutting drei Verfahrensverbesserungen patentieren und verlangte hohe Lizenzgebühren für die Nutzung; 1855 prägte M. A. Root den Begriff Ambrotypie.
Genutzt wurde die Ambrotypie vor allem in Fotoautomaten wie beispielsweise den Bosco-Automaten.
Literatur
J. H. Croucher: Plain Directions for Obtaining Photographic Pictures. Philadelphia: A. Hart 1853
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