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Amateurfotograf

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Als Amateurfotograf oder Knipser bezeichnet man einen Fotografen, der nichtberuflich Bilder aufnimmt; der Begriff bildet daher einen Gegensatz zum so genannten professionellen bzw. Berufsfotografen, der seinen hauptberuflichen Lebensunterhalt mit dem Anfertigen von Fotografien bestreitet; teilweise wird auch eine Divergenz konstruiert zum Kunstfotografen, diese ist jedoch keinesfalls zwingend.


Inhaltsverzeichnis


1 Merkmale und Abgrenzung

2 Knipser in der Fototheorie

3 Geschichte und Entwicklung

4 Siehe auch

5 Literatur


Merkmale und Abgrenzung

Die Unterscheidung zwischen Amateur- und Berufsfotograf bezieht sich ausschließlich auf die berufliche Tätigkeit und enthält keine Abwertung des Amateurs; der Begriff Knipser enthält dagegen häufig eine pejorative Konnotation als Dilettant.


Amateurfotografen verfügen i.d.R. über keine reguläre fotografische Ausbildung, sondern haben sich Technik und Praxis autodidaktisch oder beispielsweise in Kursen in Volkshochschulen angeeignet. Sie lesen regelmäßig die für den Fotoamateur konzipierten Publikumszeitschriften, während spezielle Branchenblätter den Profis vorbehalten sind und nicht in den Zeitschriftenhandel gelangen.


Teilweise wird auch der engagierte Fotoamateur vom einfachen Fotoamateur unterschieden, der teilweise auf professionellem Niveau fotografiert. Die engagierten Fotoamateure investieren viel Geld und Zeit in ihr bedeutendstes Hobby, sie sind häufig aktive Mitglieder in Fotoclubs und nehmen an Fotowettwerben teil. Ein Teil dieser "Edelamateure" vermarkten ihre gelungensten Aufnahmen semi-professionell für Bildarchive oder nebenberufliche Mitarbeit bei Lokalzeitungen etc.


Der Amateurfotograf nimmt überwiegend sein familiäres und privates Umfeld auf, fotografiert auf Reisen, im Urlaub und bei familiären Anlässen. Beliebte Genres der Amateurfotografie sind auch die Kinder- und (Haus-) Tierfotografie.


Als Knipser werden eher abwertend oder realistisch diejenigen bezeichnet, die ohne besonderen Anspruch Fotos machen. Für sie ist Fotografieren nur eine Freizeitbeschäftigung unter andren, sie haben keinen besonderen Anspruch an ihre Aufnahmen. Ihre Kenntnisse über Bildgestaltung und Fototechnik, sowie ihre Ausrüstung sind eher unterdurchschnittlich.


Knipser in der Fototheorie

Eine spezielle Bedeutung hat die Bezeichnung des Knipsers in der scharfsinnigen Fototheorie von Vilém Flusser, die auf der Fotografie als Urtyp des technischen Bildes aufsetzt.


Flusser unterscheidet einerseits zwischen dem Knipser und dem Dokumentaristen und andererseits dem [echten] Fotografen bzw. dem Einbildner; der Fotograf "sucht nach Unwahrscheinlichem, nach Informationen", der Knipser dagegen "will sein Spiel mit der Kiste immer mehr dank immer perfekterer Automation simplifizieren. Der für ihn undurchsichtige Apprat berauscht ihn. Fotoamteurklubs sind Orte der Berauschung an apparatischer Komplexität, Orte für Trips, nachindustrielle Opiumhöhlen" (Was tun, um von der Kiste nicht aufgefressen zu werden? (1983), in Standpunkte, 1998).


Der Knipser huldige einer Massenkultur, einer "überall auf der Welt identischen Weltanschauung", der Fotoapparat bewirke eine "Fotomanie der ewigen Wiederholung gleicher oder sehr ähnlicher Bilder", eine "Sucht nach Redundanz" (a.a.O.).


Knipser und Dokumentaristen "stellen Apparategedächtnisse her, nicht Informationen, und je besser sie dies tun, desto besser belegen sie den Sieg der Apparate über den Menschen" (Für eine Philosophie der Fotografie, 1983).


Abzulesen sei dieser Fluß bewusstlos ausgelöster Bilder" am Schaffen des Knipsers: "Wer im Album eines Amateurfotografen blättert, ersieht darin nicht etwa festgehaltene Erlebnisse, Erkenntnisse und Werte irgendeines Menschen, sondern automatisch verwirklichte Apparatmöglichkeiten. Er ersieht, wo der Apparat überall war und wie dort der Knipser funktioniert hat".


Der Einbilder zeichnet sich dagegen durch Ausbrechen aus den Apparatemöglichkeiten, durch Überlisten des Apparateprogramms und durch Herausholen von etwas Verborgenem aus. "Wirklich ist weder das Erkennende noch das zu Erkennende, sondern erst das Erkannte", denn: "Jede echte Fotografie ist das Resultat dieses Kampfes des Fotografen gegen das Kameraprogramm, aber auch das Resultat einer Zusammenarbeit zwischen Kamera und Fotograf. Denn der Fotograf versucht zwar, mit der Kamera zu machen, was er will, aber tatsächlich kann er nur tun, wa die Kamera tun kann".


Die Herausforderung für den Fotografen bestehe darin, "dieser Flut der Redundanz informative Bilder entgegenzusetzen" (Für eine Philosophie der Fotografie, 1983).


Geschichte und Entwicklung

Siehe Amateurfotografie.


Siehe auch



Literatur

  • Timm Starl: Knipser. Die Bildgeschichte der privaten Fotografie in Deutschland und Österreich von 1880 bis 1980. München; Berlin: Koehler & Amelang, 1985. ISBN_3-7338-0200-4
  • Pierre Bourdieu u.a.: Un art moyen. Essai sur les usages sociaux de la photographie. 1965 (dt. Übers. Eine illegitime Kunst. Die sozialen Gebrauchsweisen der Photographie. Frankfurt am Main 1981).
  • Susan Sontag: On Photography. 1977 (dt. Übers. Über Fotografie, 1980; 15. Aufl. 2003).
  • Vilém Flusser: Ins Universum der technischen Bilder. Göttingen 1990
  • Vilém Flusser: Für eine Philosophie der Photographie. Göttingen 1983


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