Gemäß dem Kojiki (dem ältesten Buch zur Entstehungsgeschichte Japans) wurde sie durch das linke Auge des Gottes Izanagi geboren, als dieser sich am Meer von Huga (heute Miyazaki) wusch, um sich, nachdem er das Land der Toten besucht hatte, zu reinigen.
Amaterasu und Susanoo
Eines Tages warf ihr Bruder Susanoo no Mikoto ein gehäutetes Pferd in die Webhalle. Amaterasu war darüber so bestürzt, dass sie sich in einer Höhle einsperrte. Das hatte zur Folge, dass die Welt in Finsternis gehüllt wurde. Daraufhin beratschlagten sich die Götter, was sie tun sollten. Schließlich kamen sie zu dem Schluss, dass die Göttin Ama no Uzume vor der Höhle tanzen sollte. Zusätzlich postierten sie einen Spiegel davor. Als Ama no Uzume dann einen ziemlich obszönen, komischen Tanz aufführte, brachte das alle anwesenden Götter zum Lachen, sodass sogar der Himmel bebte. Amaterasu wurde dadurch neugierig und schob den Felsen, der die Höhle versperrte ein wenig zur Seite und erblickte sodann ihr Spiegelbild.
Über den weiteren Verlauf gibt es geteilte Quellen.
Eine Version berichtet davon, dass der Spiegel durch die Schönheit Amaterasus zu leuchten begann und mit ihm auch die Welt wieder beleuchtet wurde.
Eine andere erzählt davon, dass die Sonnengöttin ihr Spiegelbild nicht sofort erkannte und dieses bekämpfen wollte. Dazu musste sie aus der Höhle herauskommen und als sie das tat, kamen die anderen Götter hervor und versperrten ihr den Rückweg.
Welche Möglichkeit man auch bevorzugt, Fakt ist, dass die Sonne wieder schien und Susanoo für seine Tat bestraft wurde, indem man ihn aus dem Himmel verbannte.
Ihr Enkel Ninigi
Ihr Enkelsohn Amatsuhiko Ho no Ninigi no Mikoto stieg später auf die Erde herab und wurde der erste japanische Herrscher und somit Ahnherr des japanischen Kaiserhauses. Jimmu, der mythologische erste Tennō von Japan, war ein Urenkel Ninigis. In der Folge führten alle japanischen Kaiser ihre Ahnenreihe - und somit ihre Autorität - auf die Abstammung von Amaterasu zurück.
In Nihonshoki suchte sie Vorschläge der anderen Götter, da, so vermuten Forscher, diese Gottheit von der Notwendigkeit abstammte, die Autorität des Kaisers zu erhöhen.
Die Bücher Kigi
Als die japanischen Götter- und Ursprungsmythen in den Büchern Kojiki (712) und Nihonshoki (720) gesammelt wurden, war Kaiserin Jito an der Macht. Einige Forscher vermuten, dass Amaterasu deswegen darin als weibliche Gottheit dargestellt wurde, um den Herrschaftsanspruch der Kaiserin zu unterstreichen.
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