Das historische Rathaus, die Teynkirche, die Hussitenkirche St. Niklas in der Altstadt, das Palais Kinský, das Haus "Zur Steinernen Glocke" und andere sehenswerte Gebäude umgeben den Platz. Inmitten des Altstädter Rings steht das Denkmal für Jan Hus. In den Kellern der Häuser, welche diesen Platz umgeben, sind romanische und gotische Grundmauern zu finden. Darauf stehen Renaissance-Barock- und Rokokohäuser.
Altstädter Rathaus
An der Südostecke des Altstädter Rings befindet sich das Altstädter Rathaus (Staroměstská radnice) mit der astronomischen Uhr (Orloj). Diese wurde gegen Ende des 15. Jahrhunderts vom Astronomen Magister Hanusch vollendet. Das Rathaus selber wurde im gotischen Baustil mit Rund- und Spitzbogenfenstern ausgestattet.
Bemerkenswert ist besonders der Erker mit 5/8-Schluß, der zu einer um 1360 begonnenen gotischer Erkerkapelle gehört. Sie wurde um 1381 der Jungfrau Maria geweiht. Während das Maßwerk der Bogenzwickel und die mit Krabben bekrönte Wimperge (Ziergiebel) noch weitestgehend original sind, sind die Säulenfiguren unter den Baldachinen eine Zutat des 19. Jahrhunderts. Lediglich die Marienstatue an der linken Gebäudeecke ist die Kopie einer 1381 geschaffenen Sandsteinfigur (Original im Museum der Hauptstadt Prag).
Während des Prager Aufstandes 1945 wurde das Rathaus durch den Beschuss durch deutsche Truppen stark beschädigt und nach dem Krieg umfassend restauriert. Der neogotische Anbau musste abgebrochen werden. An seiner Stelle liegt heute ein kleiner Park mit einer Gedenkstätte für die Gefallenen des Aufstandes.
Teynkirche
1365 begann man mit dem Bau der dreischiffigen, gotischenTeynkirche (Týnský chrám), auch "Kirche der Jungfrau Maria vor dem Teyn" (Kostel Panny Marie před Týnem) genannt. Erst in der zweiten Hälfte des 15. Jahrhunderts und zu Beginn des 16. Jahrhunderts wurden die Türme fertiggestellt, die sich nicht gleichen und von denen einer 80 m hoch ist. 1390 wurde in Peter Parlers Hütte das Tympanon über dem Nordportal erschaffen. Es stellt die Leiden Christi dar. Im Inneren befinden sich eine gotische Kanzel, die am Altar des nördlichen Seitenschiffes zu sehende Kalvarienszene aus dem Anfang des 15. Jahrhunderts und zwei Sedilia (lateinisch singular "sedile" Stuhl oder Sessel) am Abschluss der Seitenschiffe mit Bildnisköpfen um 1400. Außerdem steht dort das älteste aus dem Jahre 1414 stammende Prager Taufbecken aus Zinn, ein spätgotischer Steinbaldachin aus dem Jahr 1493 von Matthias Rejsek und viele Holzschnitzereien. Die Gemälde von Karel Škréta aus den Jahren 1648-1660 sind am Hauptaltar und an den Seitenaltären zu finden. Rechts vom Hauptaltar steht das Grabmal des am Hofe des Kaisers Rudolf II. wirkenden dänischen Astronomen Tycho Brahe aus dem Jahre 1601.
Ungelt
Neben der Teynkirche existierte ein selbstständiger, eingezäunter (otýněný "oder kurz" týn) Platz mit kaufmännischem Hof, der Teynhof. Er bestand als Handelsplatz und Zollstätte schon seit dem 11. Jahrhundert und wurde 1135 erstmals urkundlich erwähnt. Fremde Kaufleute stapelten hier Waren, verkauften sie und fanden Quartier. Dazu gesellten sich bald darauf Werkstätten und ein Hospital mit romanischer Marienkirche, dem Vorläufer der Teynkirche. Das tschechische Wort "týn" hat den selben Sprachstamm wie das deutsche Wort "Zaun" oder das englisch Wort "town".
Ab dem 14. Jahrhundert bestand hier eine Zollstelle, wegen der der mit Gebäuden umgebene Hof mit zwei Toren auch Ungelt genannt wurde. Nach Abschaffung der Zollpflicht 1558 schenkte Ferdinand I. den Hof an Jakob Granovský von Granov. Unter ihm wurde er um 1560, wie das Portal mit Wappen und Jahreszahl ausweisen, in einen zweiflügeligen Renaissancepalaistoskanischer Prägung mit Arkadenumgang im ersten Stock umgewandelt.
Palais (Golz)-Kinský
Das Rokoko-Palais wurde von Kilian Ignaz Dienzenhofer geplant und 1755-65 von Anselmo Lurago errichtet. Es beherbergt heute die graphischen Sammlungen der Nationalgalerie.
Im Februar 1948 sprach der Präsident Klement Gottwald zu den Prager Einwohnern vom Balkon. Die Gendenktafel erinnert an dieses Ereignis.
Haus zur steinernen Glocke
Das Haus zur steinernen Glocke (U kamenného zvonu; Nr. 16 / CN 605) steht rechts neben dem spätbarocken Palais Kinsky. Es wurde Anfang des 14. Jahrhunderts erbaut und wahrscheinlich als Stadtpalast unter König Johann von Luxemburg umgebaut und aufgestockt. Die Zuweisung bleibt jedoch Spekulation, vor allem wegen der außergewöhnlichen Größe und Ausstattung nimmt man ein Mitglied der königlichen Familie als Bewohner und denkt zumeist an die Mutter Karls IV., die Přemyslidenfürstin Eliška, die nach chronikalischer Überlieferung ein Haus in der Altstadt besessen hatte. Zwischen frühgotischen Kreuzstockfenstern standen Statuen, von denen Konsolen und Baldachine noch erhalten sind. Ein Ritter und zwei thronende Gestalten konnten aus den Resten rekonstruiert werden. Das Hauszeichen und der Namensgeber waren eine steinerne Glocke.
Als das Haus im 17. Jahrhundert barockisiert wurde, benutzte man über 12.000 ursprüngliche Bauelemente und Reliefsteine weiter. Es diente sozusagen als sein eigener Steinbruch.
Nach weiteren Umgestaltungen wurde das Haus in den 1970er/80er Jahren in den gotischen Zustand zurückversetzt, soweit die verschiedenen Bauelemente dies zuließen. Im Keller des Hauses, das für Ausstellungen genutzt wird, befindet sich ein Lapidarium für die Fragmente und eine kleine Ausstellung über die Geschichte des Hauses und der Rekonstruktion.
Nikolauskirche
Das Gotteshaus der Tschechischen Kirche ist ein nach Projekten von Kilian Ignaz Diezendorfer von 1732 bis 1735 errichteter Barockbau. Die Skulpturen stammen von Anton Braun. Er war Neffe von Matthias Braun. Die Kuppelfresken stammen von Peter Assam
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