Als Altsiedellandschaften werden von Natur aus waldfreie oder waldarme Gegenden bezeichnet, die bereits in vor- und frühgeschichtlicher Zeit durch Angehörige Ackerbau treibender Kulturen besiedelt wurden. Der Fachbegriff wurde von Archäologen geprägt, die die vorgeschichtlichen Kulturen Europas außerhalb des mediterranen Raums untersuchen. Er wird deshalb hauptsächlich auf die waldreichen Regionen Europas angewendet.
Angefangen von den ersten bäuerlichen Kulturen im 5. Jahrtausend vor Christus (vgl. Bandkeramik) bis in die Zeit des frühen Mittelalters bewohnten die Menschen nur die Altsiedellandschaften, die als so genannte Siedlungskammern in die ausgedehnten Urwälder gleichsam eingestreut lagen. Aufgrund der geringen Bevölkerungsdichte und den wenig geeigneten Werkzeugen, die im Neolithikum und in der Bronzezeit zur Verfügung standen, konnte dem Wald nur wenig Neuland abgerungen werden. Erst mit den ausgedehnten Rodungen des Hochmittelalters wurde der Siedlungsraum bedeutend erweitert.
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