Nach der Eroberung, Unterwerfung, Christianisierung und Krieg zwischen Pruzzen und Deutschordensrittern sowie teilweiser Zugehörigkeit zur Krone Polens wurde das Altpreußische unterdrückt und verlor, auch durch Zuwanderung deutscher Bauern, immer mehr an Sprechern.
Seit dem 17. Jahrhundert ist die altpreußische Sprache als eigenständige Sprache ausgestorben, da immer mehr ostpreußische Mundarten (deutsche Dialekte) benutzt wurden.
Schriftliche Quellen
Theoderich der Große hat im Gotenreich Korrespondenz mit den Pruzzen ausgetauscht, und Pruzzen schickten Geschenke an Theoderichs Hof. Da die Pruzzen stets Fakten im Kopf behielten, keine eigene Schrift benutzten und das Altpreußische nach der Unterdrückung der Christianisierung auch keine Sprache der herrschenden Klasse (etwa im Ordensstaat oder in Preußen) war, sind die erhaltenen Aufzeichnungen spärlich.
Das Elbingsche Preußische Wörterbuch stammt von ca. 1350 und ist die einzige Quelle des kaum vom Deutschen beeinflussten Altpreußischen.
Dann gibt es noch ein (oder zwei) deutsch-altpreußische Wörterbücher aus dem 17. Jahrhundert, die insgesamt etwa 1000 Wörter umfassen und kurz vor dem Aussterben der Sprache entstanden sind.
Das Altpreußische wurde im lateinischen Alphabet aufgezeichnet, welches die altpreußische Aussprache eventuell nur unzureichend wiedergibt.
Die Schreibweise der Texte folgte auch keiner verbindlichen Rechtschreibung, so dass die Transliteration der altpreußischen Worte ebenfalls nicht eindeutig ist.
Die Rekonstruktion des Altpreußischen ist daher mit vielen Unsicherheiten behaftet. Wortlisten geben keinen Aufschluss über die Grammatik der Sprache, und die einzigen Texte (die Katechismen) stammen aus einer Zeit, in der das Altpreußische schon über Jahrhunderte vom Deutsch der Einwanderer und Herrscher beeinflusst war.
Daher werden zum Verständnis des Altpreußischen vielfach Analogien mit den ostbaltischen Sprachen (Lettisch und Litauisch) gesucht, indem etwa Worte aus gemeinsamen baltischen Wortstämmen rekonstruiert werden.
Innerhalb der indoeuropäischen Sprachen sprechen Linguisten oft von der archaischen Struktur des Altpreußischen, die der vermuteten Ursprache des Indoeuropäischen nahe sei.
Vom Altpreußischen beeinflusste Dialekte
Im südlichen Teil (Ost-)Preußens fanden evangelische Polen aus Masowien Zuflucht, und so entwickelte sich dort die ostpreußische Mundart der Masuren.
Es gibt weiterhin in verschiedenen ostpreußischen Mundarten verfasste Texte, die Elemente des Altpreußischen mit verschiedenen deutschen Dialekten vermischen, sowie aus neuerer Zeit Tonbandaufnahmen von ehemaligen Bewohnern Ostpreußens.
Diese Dialekte sind aufgrund unterschiedlicher Faktoren, unter anderem auch der Vertreibung der Deutschsprachigen aus Preußen nach dem Zweiten Weltkrieg sowie einem generellen Niedergang vieler Dialekte, im Aussterben begriffen.
Beispiele altpreußischer Worte aus dem Elbinger Vokabular
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