Da man dabei die neuzeitlichen Buchstaben J, U und W ausließ, bestand ein vollständiges Druckbogen-Alphabet aus den 23 Bogen A B C D E F G H I K L M N O P Q R S T V X Y Z. Man sprach daher davon, dass ein Buch je nach Umfang eines oder mehrere «Alphabete» habe; bei einem Bogenumfang von z.B. 16 Seiten entspräche jedes Alphabet 368 Seiten.
Besonders bekannt wurde die Zählung in «Alphabeten», als im 19. Jahrhundert in manchen deutschen Staaten strenge Zensurbestimmungen erlassen wurden, von denen jedoch teils besonders umfangreiche Werke ausgenommen wurden, da man annahm, dass ohnehin nur wohlhabende Käufer sie erwerben konnten und nicht das arme Volk, das ja durch die Zensur vor revolutionärem Gedankengut 'geschützt' werden sollte. Nun bemühten sich viele Autoren, durch Zusammenstellung vieler Texte zu einem Band, großen Druck oder andere Mittel den geforderten Mindestumfang von 1, 2 oder mehr «Alphabeten» zu erreichen, um so der Zensur zu entgehen. Bekanntestes Beispiel ist Heinrich Heine, der sich etwa in seinen Reisebildern ausdrücklich darüber lustig macht.
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