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Almería (Provinz)

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Die Provinz Almería (spanisch Provincia de Almería) ist eine der acht Provinzen der Autonomen Region Andalusien in Südspanien. Sie grenzt an die ebenfalls andalusische Provinz Granada, sowie an die Region Murcia und an das Mittelmeer. Der Name der Hauptstadt ist ebenfalls Almería.


Inhaltsverzeichnis


1 Fläche und Bevölkerung

2 Geschichte

3 Wirtschaft

4 Geografische Beschaffenheiten

5 Klima


Fläche und Bevölkerung

Die Fläche der Provinz erstreckt sich über 8.774 km², die Einwohnerzahl beträgt 536.731 (Stand 2001). Die Bevölkerungsdichte ist 61,17 Einwohner/km² und liegt somit deutlich unter dem spanischen Durchschnitt.


Die größten Ortschaften neben der Hauptstadt sind: El Egido (57.877 Einwohner), Roquetas (50.096 Einw.), Adra (21.983 Einw.), Níjar (17.827 Einw.), Vícar (16.784 Einw.), Huércal-Overa (14.850 Einw.), Berja (13.312 Einw.) und Cuavas de Almanzora (10.517 Einw.). Die am geringsten bevölkerte Gemeinde ist Benitagla mit nur 82 Einwohnern.


siehe auch:Liste der Gemeinden in der Provinz Almería


Geschichte

Almería hat eine lange Geschichte, die durch die Anwesenheit sehr verschiedener Zivilisationen geprägt ist. Schon aus dem Zeitalter des Paläolithikum (Altsteinzeit) gibt es Spuren, ebenso Höhlenmalereien aus dem Neolithikum (Jungsteinzeit). Die älteste "Stadt" der Provinz, genannt Los Millares, entstand im Metallzeitalter und hatte bereits über 1.000 Einwohner, deren Kultur auf der Kupferverarbeitung basierte. Gegenstände aus diesem Ort verbreiteten sich während des 3. Jahrtausend vor unserer Zeitrechnung bis über einen großen Teil der Iberischen Halbinsel.


In der Bronzezeit (zwischen 1700 und 1400 v. Chr.) breitete sich die bedeutende Kultur von El Argar in dem Teil der Levante aus, der zur Region von Almería gehört.


Die Kolonien Baria (Villaricos) und Abdera (Adra) zeugen von der Anwesenheit der Phönizier in diser Gegend. Diese pflegten Kontakte zu den Griechen und wurden später in die punische Zivilisation integriert, als sich die Karthager im Südosten des heutigen Spaniens ausbreiteten. Die Auseinandersetzung mit dem Römischen Reich beendete später die Anwesenheit der Karthager.


In den Orten Adra und Almería findet man noch heute Reste von römischen Salzproduktionsstätten. Diese sind ein Hinweis auf den blühenden Handel, der auf der Produktion des garum basierte, einer Sauce auf der Grundlage von Fisch und aromatischen Kräutern, die zur damaligen Zeit als Delikatesse galt.


Nach der römischen Herrschaft wurde Almería von den Wandalen, den Westgoten und den Byzantinern erobert. Zweifellos ist aber die islamische Zivilisation, die anschließend über einen Zeitraum von acht Jahrhunderten präsent war, diejenige, die den größten Einfluß auf das heutige Almería ausübte. Zu Beginn des 8. Jahrhunderts bevölkerten Araber - im wesentlichen Teil Jemeniten - und Berber das Territorium Almerías und begannen damit, eine Landwirtschaft zu entwickeln, die grundlegende lanschaftliche Veränderungen zur Folge hatte.


Im Jahr 955 befahl Abdur Rahman III. den Bau einer Festung (spanisch: Alcazaba), um das Vordringen des Kalifats der Fatimiden von deren Hauptstadt Mahdia (Tunis) aus zu behindern. Diese Festung ist nach der Alhambra in Granada die zweitgrößte auf der Iberischen Halbinsel und gleichzeitig die offizielle Geburt der Stadt Almería, die bis zu diesem Zeitpunkt das Hafenviertel von Pechina war. Später wurde dieser Ort der Haupthafen des Kalifats von Córdoba und entwickelte einen regen Handel mit dem östlichen Mittelmeerraum und Nordafrika. Im Verlauf des 9. Jahrhunderts führte Almería seinen Wohlstand auf den Export von Seide zurück.


Während des Zeitalters der Taifas (Teilreiche) wurde die Provinz Almería von Banu al-Amiri (1012-1038) beherrscht, anschließend kurzzeitig von Valencia annektiert (1038 - 1041). Dann wurde es von Zaragoza an die Banu Sumadih-Dynastie gegeben, bis es im Jahr 1091 von den Almoraviden erobert wurde.


Im Zuge der Reconquista (Rückeroberung) belagerte Alfons VII. Almería mit einem Heer, das von Truppen aus Katalonien, Genua, Pisa und dem Frankenreich unterstützt wurde; im Jahr 1147 wurde die Stadt schließlich erobert. Seine Herrschaft dauerte jedoch nur zehn Jahre, danach wurde die Gegend wiederum von der arabischen Almohaden-Dynastie zurückerobert. Allerdings erreichte die Stadt nie mehr ihren alten Glanz.


Im 13. Jahrhundert wurde die Region ein Teil des Königreichs von Granada, bis sie schließlich von den Katholischen Königen im Jahr 1489 vollends eingenommen wurde.


Im 16. Jahrhundert fanden regelmäßige Angriffe durch Berber-Piraten statt, die noch bis in das 18. Jahrhundert anhielten. Hauptsächlich wurden dadurch einige Bewohner der Küstengegenden in die Sklaverei nach Nordafrika verschleppt.


Wirtschaft

Der wichtigste wirtschaftliche Faktor ist die landwirtschaftliche Produktion in Gewächshäusern. Jedes Jahr werden Millionen von Tonnen an Gemüse und Obst nicht nur innerhalb Europas sondern auch weltweit exportiert.


Die andere wirtschaftliche Quelle stellt der Tourismus dar, dank des warmen und sonnigen Klimas und der Touristenorte Roquetas de Mar, Aguadulce, Vera oder Cabo de Gata.


Geografische Beschaffenheiten

Almería ist eine der gebirgigsten Provinzen Spaniens, 46% der Bevölkerung wohnen im Bergland, 34% in hügeligem Gebiet und nur 19% in den Ebenen. Von Westen nach Osten durchziehen verschiedene massive Hochgebirgszüge, die ein Teil des Penibetischen Systems (Sistema Penibetico) sind, die Provinz. Diese einzigartige Anordnung von Gebirgszügen ist hauptverantwortlich für die historische Abschottung sowohl gegenüber dem Rest Spaniens als auch der einzelnen Bezirke untereinander.


Der höchste Berg der Provinz ist der Chullo (2.609 m über NN), der sich in die Sierra Nevada einfügt. Dieses Gebirge teilt sich Almería mit der Provinz Granada. Weitere bedeutende Gipfel sind der Almirez (2.518 m), der Morrón (2.236 m) in der Sierra de Gádor, der Calar Alto (2.168 m) in der Sierra de los Filabres, die Tetica de Bacares (2.080 m) im selben Gebirge und der Pico de María (2.045 m) im gleichnamigen Gebirge.


Die Küste Almerías erstreckt sich über 219 km und weist verschiedene geographische Unregelmäßigkeiten auf. Die bekanntesten sind der Golf von Almería, Cabo de Gata, Punta Estinas und Punta Sabinar. Außerdem noch die Felseninseln Terreros und San Andrés; und die Insel Alborán, eine wichtige Natur-, Fischerei- und Strategie-Enklave, die ihren Namen dem Piraten Al Borán verdankt, der sie als Stützpunt nutzte.


Das wüstenartige Klima der Provinz ist verantwortlich für die charakteristischen Trockenflussbetten, die dort überall anzutreffen sind, hauptsächlich aber in den nahe am Meer gelegenen Regionen. Die kleineren Flüsse führen im größten Teil des Flusslaufes Wasser, aber normalerweise versickert dieses, bevor es die Mündung ins Meer erreicht. Die wichtigsten Flüsse sind der Almanzora, der Andarax, der Grande de Adra, der Alías und der Río de Aguas. Letzterer ist verantwortlich für das Kreide-Karstgebirge von Sorbas, von dem später noch die Rede sein wird.


Es gibt außerdem noch drei Stauseen, nämlich den des Flusses Almanzora (Austragungsort der kommenden 15. Mittelmeerspiele), der Benínar, in dessen Bett das Dorf gleichen Namens liegt, und der Isabel II., der einer der ältesten Spaniens ist: er wurde im Jahr 1850 in der Nähe von Níjar eingeweiht.


Der Naturreichtum der Provinz Almería ist in verschiedenen geschützten Gebieten zu finden:


  • 1. Der Nationalpark Sierra Nevada, den sich die Region zur Hälfte mit der Provinz Granada teilt; dort findet man Bergziegen und Wildschweine.
  • 2. Der Naturpark Parque Natural de Cabo de Gata (seit 1987); er ist der erste Naturpark Spaniens, der sich sowohl über einen Teil des Meeres als auch über Land erstreckt und in dem möglicherweise der letzte Teil unberührter Mittelmeerküste zu finden ist. Es existiert dort eine Vielzahl an einheimischen xerophilen (=die Trockenheit liebenden) Pflanzen, und bis vor ein paar Jahren traf man dort noch auf die letzten Mönchsrobben Europas.
  • 3. Der Naturpark Parque Natural de la Sierra de María-Los Vélez. Dort befindet sich ein großer Bestand an mediterranen Steineichenwäldern. Auch trifft man dort auf die seltene Maurische Landschildkröte (span. tortuga mora; lat. Testudo graeca).


Darüber hinaus gibt es noch vier weitere "Naturgegenden" (Parajes Naturales):


  • 1. Desierto de Tabernas
  • 2. Das Kreide-Karstgebirge von Sorbas, ein Komplex an Höhlen und Nischen, die durch den Fluss Aguas ausgewaschen wurden.
  • 3. Punta Entinas-Sabinar
  • 4. Sierra Alhamilla


...und das Naturreservat Albufera de Adra. Außerdem soll in der nächsten Zeit ebenfalls die schon weiter oben genannte Insel Alborán samt ihrer Umgebung zu einem Paraje Natural erklärt werden.


Andere Kostbarkeiten der Natur in dieser Region sind der gigantische Olivenbaum von Aguamarga, womöglich der größte überhaupt und einer der ältesten Europas, und der Kreide-Geod von Pulpí, einer der größten der Erde.


Klima

In der Provinz Almería herrscht wüstenähnliches, mediterranes, warmes und trockenes Klima vor; der Himmel ist meist wolkenlos und sehr hell, die Sommer warm und die Winter mild. An der Südküste weht die meiste Zeit ein starker Westwind. Der Ostwind sorgt andererseits dafür, daß die Temperatur in der Hauptstadt Almería in der Regel ein paar Grade höher liegt.


Die Niederschlagsmenge ist gering, Cabo de Gata ist der Ort, an dem es in Spanien am wenigsten regnet. Gleichzeitig ist Desierto de Tabernas die einzige Wüste des europäischen Kontinents; und aufgrund der einzigartigen Naturbeschaffenheit fanden hier in den 1960er, 1970er und 1980er Jahren einige Dreharbeiten zu Western-Filmen statt, beispielsweise The Good, the Bad and the Ugly oder A Fistful of Dollars.


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