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Alfons X. (Kastilien)
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Biografie / Biographie / Biography

* 23. November 1221 - † 4. April 1284

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Alfons X. von Kastilien, richtiger Alfonso X, genannt El Sabio, oder der Weise, (* 23. November 12214. April 1284), Sohn Ferdinands III. des Heiligen, war König von Kastilien und Leon seit 1252. Er ist einer der interessantesten, wenn auch bei weitem nicht der fähigste der spanischen Könige des Mittelalters.


Er war Schriftsteller und Verfasser mehrere größere Gedichte sowie eines chemischen und eines philosophischen Werkes. Sein beträchtlicher wissenschaftlicher Ruf basiert auch auf seiner Förderung der Astronomie und des ptolemäischen Kosmologie, die ihm durch die Araber bekannt geworden waren. So ließ er für 40,000 Dukaten die Ptolemäischen Planetentafeln verbessern, welche nach ihm die Alfonsinischen Tafeln genannt wurden (1252). Der Alfonskrater auf dem Mond ist nach ihm benannt.


Er gründete in Toledo eine jüdischen Übersetzerschule, die große Leistungen in der Vermittlung arabischen und jüdischen Wissens ins christliche Europa vollbrachte. So wurde nicht nur das Alte Testament ins Spanische übersetzen, sondern auch klassische Werke über Astronomie, Mathematik und Philosophie ins Kastilische.


Alfons gilt als der Begründer der kastilischen Nationalliteratur. Er ließ von seinen Historiographen die erste allgemeine Geschichte von Spanien in kastilischer Sprache zusammenstellen und die öffentlichen Urkunden in der Landessprache abfassen.


Als Herrscher zeigte er gesetzgeberische Fähigkeiten und den lobenswerten Wunsch, seinem Königreich ein Gesetzbuch und ein beständiges Rechtssystem zu verschaffen. Er beendigte die von Ferdinand III. begonnene Gesetzsammlung Leyes de las partidas, welche aber erst 1501 allgemeines Landrecht wurde. Der Fuero Real war unzweifelhaft seine Arbeit. Aber ihm fehlte die Entschlusskraft eines Regenten, der sich selbst einer Organisation unterwirft, ebenso die Kombination aus Festigkeit und Mäßigung, um mit seinen Adligen zu regieren.


Seine Abkunft von den Hohenstaufen durch seine Mutter, einer Tochter des Kaisers Philipp von Schwaben, gab ihm das Recht, die schwäbische Linie zu vertreten. Die Wahl der deutschen Kurfürsten nach dem Tod von Konrad IV. 1254, verführte ihn zu wilden Plänen, die nie verwirklicht wurden, aber immense Kosten verursachten. Um Geld zu erhalten, verschlechterte er die Münzen, un bemühte sich anschließend, die Preissteigerung durch ein eigenwilliges Steuersystem im Griff zu behalten. Der Kleinhandel in seinem Herrschaftsgebiet wurde ruiniert, und die Bürger und Bauern wurden schwer geschädigt. Seine Adligen, die er versuchte durch sporadische Gewaltakte einzuschüchtern, rebellierten gegen ihn.


Sein zweiter Sohn Sancho, stellte Ansprüche auf den Thron vor den Kindern von Ferdinand de la Cerda, seinem ältesten Sohn, der aber vor Alfons gestorben war. 1275 beschwor Alfons durch die Bestimmung, daß nicht die Söhne seines ältesten Sohns, Ferdinand, sondern sein zweiter Sohn, Sancho, ihm auf dem Thron folgen sollte, einen verderblichen Bürgerzwist und einen Krieg mit Frankreich herauf, da der französische König Philipp III. sich seiner Schwester Blanka, der Witwe Ferdinands, und ihrer Kinder annahm.


Nachdem der Krieg gegen Frankreich glücklich beendet war versuchte Alfons mit Unterstützung von Aragonien, Katalonien und Valencia die Nation durch einen Kreuzug gegen die Mauren wieder zu einen. Er schlug er die Mauren, eroberte Ieres, Medina Sidonia, San Lucar, Cadiz, einen Teil von Algarbien und vereinigte Murcia mit Kastilien. Aber als er sich mit den Herrschern von Marokko verbündete, denunzierten ihn sein Sohn und die Adligen, die die Mauren unterstützt hatten, als Gegner des Glaubens.


Als schließlich Alfons zugunsten seiner Enkel eine Teilung des Reichs vornehmen wollte, empörten sich sein Sohn Sancho und die kastilischen Großen und entthronten 1282 Alfons. Eine Gegenreaktion zu seinen Gunsten begann in seiner letzten Zeit, aber er starb nach mehreren vergeblichen Versuchen zur Wiedererlangung des Throns als Flüchtling geschlagen und einsam in Sevilla, ein Testament hinterlassend, in dem er sich bemühte, Sancho vom Erbe auszuschließen und damit einen Bürgerkrieg zu vermeiden.


Zusätzlich zu seinen übrigen Leistungen, beauftragte Alfons X. (falls er nicht selbst daran mitarbeitete) in seiner Regierungszeit viele Werke, zum Beispiel die Cantigas de Santa Maria, mehr als 400 mittelalterliche europäische Lieder über die Jungfrau Maria in galizisch-portugiesisch, und das Libro de los juegos ("Buch der Spiele").


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