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Alexandrien, Katharina von
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Obwohl ihre Existenz historisch nicht belegt ist, war die Heilige Katharina von Alexandrien lange eine der beliebtesten katholischen Heiligen. Sie zählt zu den 14 Nothelfern und erfreut sich auch heute noch großer Popularität bei Teilen der katholischen Bevölkerung. Erstmals wurde sie im 10. Jahrhundert schriftlich erwähnt, der Legende nach lebte sie im 3. oder 4. Jahrhundert und erlitt unter Kaiser Maximianus oder seinem Sohn Maxentius den Märtyrertod.


Inhaltsverzeichnis


1 Christliche Legende

2 Der Kult der Heiligen Katharina

3 Die Symbolik

4 Mögliche Ursprünge der Legende um die Heilige Katharina

    4.1 1. Möglichkeit: Integration einer vorchristlichen Gottheit in den christlichen Glauben

    4.2 2. Möglichkeit: Christianisierung einer historischen Person

5 Gedenktag

6 Weblink


Christliche Legende

In der christlichen Legende ist die Heilige Katharina eine junge, intelligente Schönheit, die der Jungfräulichkeit geweiht ist. Sie soll eine Königstochter gewesen sein, die um 300 n. Chr. im ägyptischen Alexandrien lebte. Ein Einsiedler soll sie vom Glauben an Jesus Christus überzeugt haben.


Ihre Verehrung verdankt sie folgender Legende:


Als der römische Kaiser Maxentius Christen zum Märtyrertod verurteilt hatte trat Katharina ihm entgegen und fragte ihn, weshalb nicht er zum Christentum übertrete, statt von den Christen das Götzenopfer zu verlangen. Sie bestand auf ihrem Recht, in einer Diskussion zu beweisen, dass sie die besseren Argumente habe. In einer öffentlichen Diskussion, zu der der Kaiser seine besten 50 Philosophen und Gelehrten aufgeboten hatte, brachte sie so einleuchtende und gelehrte Argumente für das Christentum vor, dass sich alle 50 auf einen Schlag vom Heidentum zum Christentum bekehrten. Weil sie nicht vermocht hatten, Katharina vom christlichen Glauben abzubringen, schickte der Kaiser alle Fünfzig auf den Scheiterhaufen.


Von ihrer Weisheit und Schlagfertigkeit fasziniert, bot der Kaiser Katharina die denkbar höchste Machtposition an seiner Seite an. Sie lehnte ab, worauf der Kaiser sie dadurch zu gewinnen suchte, dass er ihr die Kleider vom Leib riss und sie einkerkern und foltern ließ. Als sie im Kerker war, brachte ihr eine weiße Taube zu Essen und ein Engel tröstete sie, was die Wachmannschaft so beeindruckte, dass sich die Männer ebenfalls bekehren und taufen ließen.


Man brach Katharinas Arme und Beine und band sie auf ein brennendes Rad, das jedoch - mit den Folterknechten - von einem Blitzschlag getroffen wurde. Daufhin trat die Kaiserin ebenfalls zum Christentum über, worauf der Kaiser Katharina erst die Brüste abreissen und sie dann enthaupten ließ.


Aus ihren Adern floss Milch statt Blut. Engel brachten ihre sterblichen Überreste zum Berg Sinai.


500 Jahre später wurden ihre Gebeine dort gefunden und der Heiligen zu Ehren wurde das Katharinenkloster an der Fundstelle gebaut. Aus ihren Gebeinen fließt - so die Legende - unaufhörlich ein heilkräftiges Öl.


Der Kult der Heiligen Katharina

Die als Reliquie verehrten Gebeine der Heiligen Katharina befinden sich in der der Verklärung gewidmeten Basilika des Katharinenklosters am Fuße des Berges Sinai, an der Stelle ihres angeblichen Fundortes im 8. (oder 10.) Jahrhundert.


In der christlichen Welt ist die Heilige Katharina die Schutzpatronin des Kantons Wallis und seiner Hauptstadt Sion und der Stadt Freiburg (Schweiz). Im Volksglauben ist sie Beschützerin der Mädchen, Jungfrauen und Ehefrauen, der Philosophen, Theologen, Gelehrten, Lehrer, Studenten, Anwälte und Notare, sowie der Handwerksberufe Wagner, Müller, Töpfer, Gerber, Spinner, Tuchhändler, Seiler, Schiffer, Buchdrucker, Schuhmacher, Frisöre und Näher. Weiterhin schützt sie die Kirchengebäude, Universitäten und Hochschulen, Bibliotheken und Krankenhäuser. Schließlich wirden ihr Beistand auch angerufen zum Schutz der Feldfrüchte, bei Migräne, bei Krankheiten der Zunge und bei der Auffindung Ertrunkener.


Die Heilige Katharina war über Jahrhunderte - nach Maria - eine der populärsten Heiligen.


Laut H.P. Brewster (Saints and Festivals of the Christian Church, 1909) wurden im Laufe des 15. und 16. Jahrhunderts von kirchlichen Würdenträgern mehrmals Anstrengungen unternommen, die Heilige Katharina aus der offiziellen Liste der Heiligen streichen zu lassen.


Aufgrund des wahrscheinlich rein legendären Charakters der Heiligen wurde sie 1969 aus dem Allgemeinen Römischen Kalender gestrichen.


Die Symbolik

Symbole der Heiligen Katharina sind das Rad, das Buch und die Krone.


  • Das Rad


In allen antiken und modernen Religionen steht das Rad für das Universum, die Zeit, das Schicksal (siehe auch Glücksrad und Fortuna) und das Ewige Leben. Es steht auch für Wiedergeburt und Verwandlung (siehe karmisches Rad).
  • Das Buch


Das Buch, oder weiter gefasst das Geschriebene, steht für Weisheit, Wissen, Wahrheit, Aufrichtigkeit, aber auch intellektuelle Freiheit.
  • Die Krone


Die Krone steht allgemein für königliche Autorität und Weisheit. Im Christentum ist sie das Zeichen für Martyrium (weil alle Märtyrer im Himmel eine Krone aufgesetzt bekommen und neben Gott sitzen dürfen). In einer älteren Bedeutung steht die Krone für die Zweigeschlechtlichkeit Gottes (zum Beispiel in der griechischen Mythologie: Hermes erhielt seine Krone der Weisheit durch die Vereinigung mit Aphrodite → siehe Hermaphrodit).

Mögliche Ursprünge der Legende um die Heilige Katharina

Auch katholische Theologen gehen heute davon aus, dass die Legende um die Heilige Katharina keinen direkten historischen Kern hat. Folgende Ansätze werden diskutiert, um die Herkunft der Heiligenfigur zu erklären:


1. Möglichkeit: Integration einer vorchristlichen Gottheit in den christlichen Glauben

Der "Tanz auf dem Feuerrad" - die Heilige wird oft so abgebildet - ist eine weltweit verbreitete, sehr alte Darstellung einer Großen Göttin. So wird zum Beispiel Kali, die Göttin des Karmischen Rades ebenfalls auf einem Rad tanzend abgebildet.


Auf dem Berg Sinai, dem ursprünglichen Zentrum des Katharinenkultes, fanden sich Malereien, die eine unbekannte Göttin als Tänzerin auf einem Feuerrad im Mittelpunkt des Universums abbilden, und die auf vorrömische Zeit datiert werden. Deshalb steht zu vermuten, dass die Nonnen des griechischen Frauenklosters, das später zum Katharinenkloster wurde, diese Malereien entdeckt hatten und eine passende Märtyrerinnengeschichte dazu erfanden.


2. Möglichkeit: Christianisierung einer historischen Person

Katharinas Geschichte weist starke Parallelen zur historischen Hypatia von Alexandrien auf, eine heidnische Lehrerin und Philosophin, die im Jahre 415 von Christen ermordet wurde. Auch Hypatia war nach christlichen Autoren Jungfrau und berühmt für ihre Tugend, Schönheit und Weisheit. Gemäß verschiedener Quellen wurde ihr die Kleidung vom Leib gerissen, und sie wurde bis zu ihrem Tod durch die Straßen geschleift und anschließend verbrannt. Socrates Scholasticus schreibt außerdem, ihr Fleisch sei mit Austernschalen von ihrem Körper gerissen worden. Der Passionscharakter dieser Geschichte und der Respekt, der Hypatia selbst von einigen christlichen Autoren gezollt wurde, könne als Motivation für eine Umdeutung in die christliche Legende gedient haben. Das Bild von Hypatia als heidnischem Opfer christlicher Verfolgung wäre so aus dem kollektiven Gedächtnis gelöscht.


Gedenktag

In der katholischen, evangelischen, anglikanischen und orthodoxen Kirche gilt jeweils der 25. November als ihr Gedenktag, in der katholischen Kirche in Regensburg auch der 5. Juli als Tag der "Übertragung der Gebeine".


Weblink



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