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Alexander, Severus
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Biografie / Biographie / Biography

* 1. Oktober 208 - † 235

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[Bild extern:] Severus Alexander


Marcus Iulius Gessius Bassianus Alexianus (* 1. Oktober 208, † März 235), römischer Kaiser


Nach der Ermordung seines Cousins Varius Avitus wurde Alexianus, der sich zu diesem Zeitpunkt bereits Marcus Aurelius Severus Alexander nannte, am 13. März 222 zum neuen Kaiser ernannt. Unter seiner Herrschaft herrschte zum ersten Mal nach den Tyrannen Caracalla und Varius Avitus wieder Frieden im Reich; doch der zum Zeitpunkt seiner Amtsergreifung erst dreizehnjährige Alexander stand Zeit seines Lebens unter dem Einfluss seiner Großmutter Julia Maesa bzw. nach deren Tod 224 unter dem seiner Mutter, Julia Mamaea, die die eigentliche Herrscherin war.


Inhaltsverzeichnis


1 Kindheit

2 Herrschaft

3 Ende der Friedenszeit

4 Das Ende


Kindheit

Severus Alexander wurde am 1. Oktober 208 im syrischen Arca Caesarea als Sohn des Gessius Marcianus und der Julia Avita Mamaea geboren. Seine Mutter war die Nichte des Septimius Severus. Wie sein Cousin Varius Avitus war auch Alexander zunächst Priester des Sonnengottes Sol Elagabal.


221 wurde Varius Avitus von seiner Großmutter überredet, seinen Cousin Alexander als Nachfolger zu adoptieren; Avitus selber hätte dadurch mehr Zeit, sich seinem verehrten Sol Elagabal zu widmen. Doch der junge Kaiser musste schnell zur Kenntnis nehmen, dass seinem Cousin mehr und mehr Aufmerksamkeit gewidmet wurde. Zornig geworden, verlangte er daraufhin mehrmals seinen Tod, doch zu mehr war er nicht in der Lage: Alexander wurde von der Julia Maesa, die ihn bereits als den kommenden Kaiser auserwählt hatte, um die severische Dynastie zu erhalten, bestens beschützt.


Nachdem Avitus (wie vorgesehen) am 11. März 222 ermordet wurde, war Alexander durch seine Adoption automatisch als Nachfolger bestimmt. Nur zwei Tage später übernahm er die Kaiserwürde.


Herrschaft

Severus Alexander wird von den römischen Historikern - vor allem von Cassius Dio, der unter ihm als Konsul tätig war - als sehr abgeklärt, ruhig und friedliebend beschrieben, ganz im Gegensatz zu seinem fanatischen Vorgänger. Alexander gab sich tatsächlich beste Mühe, die Schäden, die Avitus angerichtet hatte, wieder zu beheben: Die religiösen Bestimmungen wurden wieder aufgehoben und diverse Heiligtümer des Sol Elagabal entweder zu römischen Tempeln umfunktioniert oder - wie z.B. der heilige Stein von Emesa - schlicht wieder nach Syrien zurückverfrachtet. Auch die Breschen, die Avitus in den Staatshaushalt geschlagen hatte, versuchte Alexander wieder auszugleichen. Dass er dafür unter anderem harte Einschnitte im Militär unternahm, kostete ihn in Verbindung mit seiner mangelnden Begeisterung für das Soldatische viele Sympathien beim Heer. Dies äußerte sich in häufigen Meutereien.


Doch viele Schritte, die Alexander zur Besserung der Lage unternahm, brachten aufgrund der Prunk-, Herrsch- und Verschwendungssucht seiner dominanten Mutter wenig oder nichts. Mehrere wichtige Posten wie z.B. der des Prätorianerpräfekten wurden ohne Absprache mit Alexander von ihr besetzt. In diesem speziellen Fall wurde ihr Vertrauter, der Jurist Domitius Ulpianus zum Befehlshaber der mächtigen Prätorianer-Garde. Doch er entpuppte sich als komplette Fehlbesetzung: Nach mehrtätigen, blutigen Krawallen in Rom ließ Ulpianus seine beiden Amtskollegen auf Wunsch der beiden mächtigen Frauen hinrichten, was in seiner Ermordung durch seine eigenen Soldaten endete. All das jedoch wurde dem eigentlich unbeteiligten Severus Alexander angelastet.


225 schließlich gehorchte Alexander seiner Mutter einmal mehr, indem er die angesehene Patriziertochter Orbiana heiratete. Er selber scheint sogar echte Liebe zu ihr empfunden zu haben - doch seine Mutter bekam schnell Angst vor einer eventuellen Rivalin, verbannte Orbiana nach Afrika und ließ zudem noch ihren Vater hinrichten. Diese Maßnahme ging Alexander persönlich sehr nahe und steigerte gleichzeitig die Wut der Soldaten noch mehr, denn Alexanders Schwiegervater war sehr beliebt bei den Militärs gewesen.


Ende der Friedenszeit

Nach der Zwangsscheidung des Alexander bröckelte die Moral und die Loyalität im römischen Heer beständig; in regelmäßigen Abständen meuterten oder revoltierten die Soldaten. Auch in der Hauptstadt Rom selber war die Situation sehr angespannt. In dieser Lage erreichte den Jungkaiser nun plötzlich eine katastrophale Nachricht: 230 war im Partherreich, einem alten Feind Roms, eine neupersische Dynastie an die Macht gekommen, die sogleich in der römischen Provinz Mesopotamien einmarschierten. Die halbherzigen Verhandlungen, die Alexander zuvor unternommen hatte, waren im Sande verlaufen, und aufgrund seiner militärischen Unerfahrenkeit reagierte er nur sehr zögerlich. Erst nach rund einem Jahr - im Frühling 231 - verließ Alexander die Hauptstadt in Richtung Antiochia. Dieser Zug war von beständigen Unruhen innerhalb der Armee gekennzeichnet: Im Sommer 231 etwa erhob sich mindestens ein Gegenkaiser. Alexander schlug die Revolten mühsam nieder, und einer der mutmaßlich zwei Rebellen ertrank im Euphrat. Der Aufmarsch konnte weitergehen.


232 schließlich begann Alexander die Gegenoffensive - fast zwei Jahre nach Kriegsbeginn. Der rund ein dreiviertel Jahr dauernde Krieg endete weder mit Sieg noch mit Niederlage: Im Endeffekt konnte Alexander Mesopotamien nur durch die zahlenmäßige Überlegenheit der Römer zurückgewinnen. Die Verluste auf beiden Seiten waren so hoch, dass die Perser nicht mehr genug Männer für einen Rückschlag sammeln konnten. Insofern war Alexander der Gewinner. Doch der fehlende glorreiche Sieg, den viele sich erhofft hatten, blieb aus. Das nagte stark an der Zufriedenheit der Truppen.


Kaum aus dem Krieg zurück, musste Alexander sich erneut einer Bedrohung für das Reich stellen: Germanische Truppen überschritten den Rhein und wüteten im unmittelbaren Hinterland. Um diesen Attacken zu begegnen, musste Alexander sogar Truppen aus dem Osten wieder abziehen.


234 stießen die Legionen dann über den Rhein vor. Um Zeit zu gewinnen, sandte Alexander reiche Geldgeschenke an die Gegner. Dieser Trick ging zwar auf, doch seinen Legionären gegenüber war dies ein Affront höchsten Grades.


Das Ende

Im März 235 hatten die Soldaten dann endgültig genug, und der Offizier Maximinus Thrax wurde bei Mainz zum Gegenkaiser ausgerufen. Zur selben Zeit befand sich Alexander nur wenige Meilen entfernt in Vicus Britannicus, dem heutigen Mainz-Bretzenheim. Die Rebellen beschlossen daraufhin, den Kaiser anzugreifen. Als er dies erfuhr, beging Alexander einen weiteren Fehler, der ihn den letzten Respekt seiner Soldaten kostete: Von Heulkrämpfen geschüttelt flehte er in seiner Rede die anwesenden Truppen an, ihm beizustehen. Zwar schworen sie ihm Beistand, doch beim Angriff am folgenden Tag schlossen sich sich den Meuterern an. Alexander flüchtete sich ins kaiserliche Zelt und warf seiner mit anwesenden Mutter vor, an der Situation schuld zu sein. Nur Minuten später wurden die beiden von den eindringenden Rebellen getötet.


Mit Severus Alexander fand nach 42 Jahren des Herrschens (mit kurzer Unterbrechung durch Macrinus) die severische Dynastie ihr Ende.




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