In der Musikindustrie wird unter einem Album (Mehrzahl: Alben) ein Tonträger verstanden, auf dem, im Gegensatz zu einer Single, mehrere Stücke eines Komponisten, eines Interpreten oder einer Musikgruppe bzw. auch zu einem Thema zusammengestellt sind. Entsprechend den Richtlinien der britischen Charts gilt eine Schallplatte als ein Album, wenn sie entweder mindestens vier Stücke hat oder länger als 20 Minuten dauert.
Der Begriff "Album" hat seinen Ursprung in der Anfangszeit der Schallplattenherstellung. Schellackplatten wiesen je nach Durchmesser nur eine Abspielzeit von drei bis fünf Minuten pro Plattenseite auf. Trotzdem bestand bei den Kunden schon früh der Wunsch, vollständige Aufnahmen längerer musikalischer Werke zu erwerben. Die Plattenindustrie kam diesem Ansinnen nach, indem sie die entsprechenden Kompositionen auf viele Plattenseiten verteilte. Verkauft wurden diese Komplettaufnahmen, die aus bis zu dreißig Schallplatten bestehen konnten, in speziellen buchartigen Behältnissen aus stabiler Pappe, die mit separaten Taschen für jede einzelne Platte versehen waren und daneben oft einige Textseiten mit Informationen zum jeweiligen musikalischen Werk enthielten. Die ersten dieser schweren und unhandlichen "Plattenalben", die auf den ersten Blick tatsächlich Fotoalben ähnelten, brachte das Plattenlabel Odeon bereits um 1905 auf den Markt. Schellackplatten-Alben waren trotz ihrer offensichtlichen Nachteile - wer eine Wagner-Oper genießen wollte, musste sechzig Mal die Platte wechseln bzw. umdrehen - mehr als fünfzig Jahre lang für die Plattenindustrie ein wichtiger Umsatzfaktor. Sie wurden überflüssig, als um 1950 die ersten marktreifen Langspielplatten erschienen. Nun enthielt eine einzige Schallplatte so viel Klangmaterial wie zuvor ein ganzes Album - daher übertrug sich der eigentlich sinnlos gewordene Begriff auf das neue Medium; "Album" wurde umgangssprachlich zum Synonym für "Langspielplatte"; später übernahm man das Wort auch für Compact Discs mit entsprechend langer Spieldauer.
Heute erscheinen Alben auf einer Vielzahl möglicher Speichermedien. Auch ist es inzwischen möglich, ein Album als Download über das Internet zu beziehen, wodurch man nur gespeicherte Dateien erhält und dieses kein eigenständiges körperliches Produkt mehr darstellt.
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