Albanisch - auf albanisch Shqip - ist eine indogermanische Sprache. Sie bildet einen eigenständigen Zweig innerhalb der indogermanischen Sprachfamilie.
Sprachwissenschaftler halten es für möglich, dass das Albanische sich aus dem Idiom der alten Illyrer entwickelt hat, die in der Antike den westlichen Balkan bevölkert haben. Eindeutige Belege dafür lassen sich nur schwer beibringen, da das Illyrische nur in sehr wenigen Sprachzeugnissen (vor allem Personen- und Ortsnamen) überliefert ist. Aber auch eine Zuwanderung der Vorfahren der albanischen Volksgruppen in das heute Siedlungsgebiet kann nicht ausgeschlossen werden.
Insgesamt sprechen weltweit ca. 7 Mio. Menschen albanisch, davon ca. 3 Mio. in Albanien selbst, ca. 3 Mio. auf dem Gebiet des ehemaligen Jugoslawien und mehr als eine Million Emigranten in aller Welt.
Es existieren zwei verschiedene Dialektgruppen: das Gegische und das Toskische. Die moderne albanische Schriftsprache wurde in der Mitte des 20. Jahrhunderts auf der Grundlage toskischer Dialekte entwickelt.
Die albanische Sprache wird konsequent phonetisch geschrieben. Sie verwendet die Buchstaben a, b, c, ç, d, e, ë, f, g, h, i, j, k, l, m, n, o, p, q, r, s, t, u, v, x, y, z. Weitere Laute werden durch die Doppelbuchstaben dh, gj, ll, nj, rr, sh, th, xh und zh wiedergegeben.
Der Language Code ist sq bzw. alb oder sqi (nach ISO 639).
1. Nomina: Die albanische Sprache kennt zwei Geschlechter: masculinum und femininum. Neutra sind ein historisches Phänomen des Albanischen und nur noch wenige Relikte finden sich in der heutigen Sprache.
Albanische Substantive haben immer zwei Grundformen: bestimmt und unbestimmt. Dies entspricht in etwa den deutschen Substantiven, die einen bestimmten oder unbestimmten Artikel bei sich führen. Die syntaktischen Funktionen sind aber nicht ganz deckungsgleich. Das bestimmte albanische Nomen hat eine Artikelendung.
Beispiel: (nje) dollap = (ein) Schrank; dollapi = der Schrank.
Im Gegensatz zum Deutsch gilt dies auch für (Eigen-)Namen: Bedeutung hat die Unterscheidung von bestimmter und unbestimmter Form somit für die Richtigkeit von Lexikoneinträgen albanischer Orte und Personen in Fremdsprachen. Bei Städten, die bestimmt auf -a enden (z.B. "Tirana"), wird im Deutschen in Anlehnung an die italienische Praxis diese Form verwendet. Endet ein Name bestimmt auf -i (z.B. "Durrësi") wird die unbestimmte endungslose Form (in diesem Fall "Durrës") bevorzugt. Siehe dazu auch Liste der Städte in Albanien. Auf albanischen Landkarten wird dagegen normalerweise durchgehend die unbestimmte Form verwendet.
Sehr formenreich und unregelmäßig ist die Pluralbildung der albanischen Substantive. Insgesamt existieren etwa 100 Klassen, nach denen die Mehrzahl gebildet wird. Einige umfassen nur sehr wenige Worte, andere sind häufig vertreten.
Die Deklination umfasst wie im Lateinischen fünf Fälle. Der 6. Fall Vokativ wird nur in der Anrede gebraucht und ist dort optional. Die Deklination hängt ab vom Genus des Wortes, seiner Bestimmtheit und ob es in der Einzahl oder Mehrzahl steht. Die Flexion erfolgt sowohl über Wortendungen als auch mit Hilfe vorangestellter Artikel. Im Vergleich zur Pluralbildung sind die Deklinationen einfach und regelmäßig.
2. Pronomina: Die persönlichen Fürwörter im Albanischen lauten:
1. Person Einzahl: unë = ich
2. Person Einzahl: ti = du
3. Person Einzahl: ai, ajo = er, sie
1. Person Mehrzahl: ne = wir
2. Person Mehrzahl: ju = ihr
3. Person Mehrzahl: ata, ato = sie (männlich), sie (weiblich)
Als Höflichkeitsform wird im Albanischen die 2. Person Mehrzahl verwendet (wie im Altdeutschen "Gebt mir euer Schwert").
3. Adjektive: Die Adjektive stehen normalerweise hinter dem Substantiv, das sie näher beschreiben. Ein Großteil von ihnen hat einen vorangestellten Artikel i (männlich) oder e (weiblich). Beispiel: qyteti i madh = die große Stadt; motra e madh = die große Schwester. Ein anderer Teil der Adjektive hat keinen Artikel. Beispiel: qyteti plak = die alte Stadt.
4. Präpositionen, Adverb und Partikel:Präpositionen verlangen im Albanischen entweder den Dativ oder den Akkusativ.
5. Satzbau: Eine Besonderheit, die das Albanische mit anderen Sprachen teilt, ist die so genannte Objekt-Verdopplung.
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