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Alarich I.
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Biografie / Biographie / Biography

* 370 - † 410

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Alarich I. (ca. 370 bis 410) ist der erste bekannte König der Visigoten und der erste Germane, der Rom einnahm.


Alarich I. wurde auf einer Insel im Mündungsgebiet der Donau geboren. Sein Vater war ein Adliger aus dem Königshaus der Balthi. Zur Zeit seiner Geburt siedelten die Visigoten, nach ihrer Flucht vor den Hunnen, am südlichen Donauufer.


394 diente Alarich I. als Führer der Foederati, einer germanischen Armee unter römischem Kommando. Unter Kaiser Theodosius I. nahm er am Feldzug gegen Eugenius teil. Durch die Teilnahme an der entscheidenden Schlacht, die Schlacht von Frigidus, die in den südöstlichen Alpen gekämpft wurde, wußte Alarich um die Schwächen der natürlichen nordöstlichen Verteidigung Italiens.


Die römischen Kaiser dieser Zeit verliessen sich gerne auf die barbarischen Foederati. Sie fürchteten sich davor, dass ein erfolgreicher General römischer Herkunft von seinen Truppen zum Kaiser ausgerufen werden könnte. Einem barbarischen Führer war die Kaiserwürde verwehrt, sie stand nur Bürgern Roms zu. Als Theodosius 395 starb, wurde das Römische Reich auf seine beiden Söhne aufgeteilt. Arcadius erhielt die östliche und Flavius Augustus Honorius die westliche Hälfte.


Alarich hoffte, im Rahmen der Neuverteilung von Posten nach dem Regierungswechsel ein Kommando nicht nur über die Foederati, sondern auch über weite Teile der kaiserlichen Legionen zu erhalten. Dies wurde ihm jedoch verwehrt. Auch seine Truppen waren unzufrieden. Lösegelder, mit denen sie vormals ihr Sold aufbesserten, blieben aus. Sie beschlossen, lieber selbst Königreiche zu erobern als sich dem Regiment anderer zu unterwerfen und riefen Alarich I. zum König aus.


Gegen Ostrom

Zuerst griffen sie Ostrom an. Er rückte bis Konstantinopel vor. Da er aber nicht in der Lage war, eine Belagerung der starken Stadt durchzuführen, zog er weiter nach Thessalien und über die unbewachten Thermopylen ins Innere Griechenlands. Die genauen Details dieses zweijährigen Feldzuges sind nicht bekannt. Er plünderte Attika, verschonte Athen, das sich ohne Gegenwehr ergab, rückte bis in die Peloponnes vor, eroberte deren wichtigste Städte Korinth, Argos und Sparta, wo er viele Bewohner in die Sklaverei verkaufte. Hier endete sein Siegeszug. Dem erfahrenen General Stilicho, der ein zweites Mal Arcadius zur Hilfe kam, gelang es, die Goten zwischen den Bergen von Pholoe, an der Grenze zwischen Arkadien und Elis, zu stellen. Die Goten konnten mit Schwierigkeiten entkommen, wohl auch mit Stilichos Duldung. Alarich und seine Truppen überquerten den Golf von Korinth und zogen mit ihrer Beute nordwärts nach Epirus.


Gegen Westrom

Aus unbekannten Gründen kam es dann zu einem Wandel. Kaiser Arcadius' Minister boten Alarich die Herrschaft über einen Teil der wichtigen Präfektur Illyrien an. Hier war er an der Grenze der beiden Imperien und ließ seine Truppen durch die römischen Arsenale aufrüsten. Um das Jahr 400 herum, genaue Daten sind nicht bekannt, rückte er zusammen mit dem gotischem Häuptling Radagaisus das erste Mal nach Italien vor. Er verwüstete Teile Norditaliens und brachte Schrecken nach Rom, bis Stilicho ihn in einer Schlacht bei Pollentia (dem heutigen Piemont) Ostern 402 besiegte. Nach einer weiteren verlorenen Schlacht bei Verona verließ Alarich Italien wieder, vermutlich im Jahr 403. Er war nicht bis Rom gekommen, doch sein Angriff verursachte größere Änderungen im Imperium: Die Kaiserresidenz wurde von Ravenna nach Mailand verlegt, die 20. Legion musste aus Britannien abgezogen werden, und wahrscheinlich erleichterten die Kämpfe in Italien es den Wandalen, Sueben und Alanen, nach Gallien vorzudringen, wodurch Westrom die Provinzen Gallien und Spanien verlor.


Das nächste Mal wird 407 über Alarich berichtet. Die Regierungen West- und Ostroms waren so bitter verfeindet, dass Bürgerkrieg drohte. Stilicho verbündete sich mit Alarich, um die Ansprüche Honorius' an der Präfektur zu bekräftigen. Arcadius' Tod 408 verschaffte den friedlicheren Konsuln mehr Einfluss im Kabinett, doch Alarich, der bereits nach Epirus vorgedrungen war, verlangte die Erstattung seiner bisherigen Kosten. Die Summe, die er forderte, 4.000 Pfund Gold, war sehr hoch, doch auf Druck Silichos genehmigte der Senat die Bezahlung. Drei Monate später ließ der ängstliche und eifersüchtige Kaiser Honorius Stilicho töten. In den darauf folgenden Unruhen wurden Frauen und Kinder der barbarischen Foederati in ganz Italien getötet. Als Folge lief die rund 30.000 Mann starke Truppe zu Alarich über, um gegen Rom zu ziehen. Im September 408 erreichte er Rom, das nun keinen General vom Formate Stilichos mehr zu seiner Verteidigung hatte, und belagerte die Stadt. Vom Hunger gequält stimmten die Bürger Roms einem Lösegeld von 2.000 Pfund Gold, 3.000 Pfund Pfeffer, kostbaren Seiden- und Ledergewändern zu.


Eroberung Roms

Von Honorius forderte er die Herrschaft über das Gebiet zwischen der Donau und dem Golf von Venedig und den Titel des Oberbefehlshabers der kaiserlichen Truppen. Honorius, der sicher in Ravenna war, lehnte Alarichs Forderungen ab. Nach einer zweiten Belagerung Roms stimmte der Senat zu, einen neuen Kaiser, Priscus Attalus, auszurufen. Dieser erwies sich als ungeeignet. Ratschläge Alarichs ignorierend verlor er die Provinz Afrika, die Kornkammer Roms, an Honorius-treue Einheiten. Hunger, vormals eine Waffe Alarichs gegen Rom, wurde nun gegen Alarich eingesetzt. Nachdem Honorius durch oströmische Legionen gestärkt war, setzte Alarich Attalus ab. Erneute Verhandlungen mit Honorius scheiterten und es kommt zur dritten, endgültigen Belagerung Roms.


Vermutlich am 24. August 410 drangen die Goten in Rom ein. Die Goten plünderten die Stadt, verschonten jedoch die Kirchen und alle, die darin Zuflucht gesucht haben. Alarich zog weiter südwärts nach Kalabrien, um die Provinz Afrika zu erobern. Seine Schiffe wurden jedoch durch einen schweren Sturm zerstört und viele seiner Soldaten starben. Kurze Zeit später verstarb er bei Cosenza und wurde im Fluss Busento begraben. Die Gefangenen, die sein Grab aushoben, wurden getötet, damit sie das Geheimnis um seine Grabstätte, die mit reichen Grabbeigaben ausgestattet war, nicht verraten konnten.


Alarichs Schwager, Athaulf folgte ihm von 410 bis 415 auf dem Thron. Theoderich I., Alarichs Schwiegersohn, führte die Visigothen von 418 bis 451.


Siehe auch: Liste westgotischer Könige


Übersetzung basierend auf einer amerikanischen Enzyklpädie von 1911


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