Die Aktion Rose war eine von der DDR-Regierung generalstabsmäßige gegen Besitzern von Hotels, Taxi- und Dienstleistungsunterehmen am 10. Februar1953 gestartete Aktion. Der Fokus richtete sich auf die Badeorte der Ostseeküste, besonders aber Rügen. Anlass soll ein Besuch von Walter Ulbricht auf der Insel Rügen gewesen sein, wo er sich über die noch vielen existierenden privaten Hotels und Pensionen geärgert hatte. Zudem war damals geplant, den Nordosten Rügens zu einem Kriegshafen ähnlich Murmansk auszubauen. Den Plänen der "Schutzzone Ostsee", die die DDR von Außeneinflüssen abschirmen sollte und dem Aufbau der Planwirtschaft standen diese noch selbständig arbeitenden Unternehmen im Wege. Natürlich wurden für die Umsetzung dieser Pläne ausreichend Immobilien zur Unterbringung von Soldaten, Arbeitern und Volkspolizisten benötigt.
Unter dem Vorwand der Wirtschaftskriminalität oder Agentätigkeit für den Westen wurden die meisten der Beschuldigten in Schnellverfahren verurteilt, daraufhin enteignet und ins Zuchthaus gesteckt oder in von der Küste entfernten Regionen umgesiedelt. Einige konnten in den Westen fliehen. Die enteigneten Hotels und Pensionen sollten offiziell dem FDGB überschrieben oder über das volkeigene Reisebüro vermittelt werden. Tatsächlich wurden zunächst Unterkünfte für die kasernierte Volkspolizei (KVP) überschrieben. Aufgrund der militärischen Planungen und dem Stillstand der enteigneten Hotelbetriebe brach der Fremdenverkehr 1953 fast völlig zusammen. Immerhin war schon damals der Fremdenverkehr der Hauptwirtschaftszweig Rügens.
Nach dem 17. Juni1953 (Volksaufstand der DDR) wurden viele Hotelbesitzer aus dem Zuchthaus entlassen. Rehabiliert wurden sie jedoch nicht, lediglich eine Teilnutzung ihrer Hotels wurde ihnen zugestanden. Viele flohen daraufhin noch in den Westen.
Erst im Rahmen der Wiedervereinigung wurden die Eigentumsverhältnisse vieler Hotelbesitzer rückübertragen. Die Besitzer, die nach der Aktion Rose ihre Immobilien weiter führten, konnten aufgrund der vorgeschriebenen niedrigen Mieten und weiterer Einschränkungen kaum in ihre Objekte investieren, so dass sie bis zur Wende einem schleichenden Verfall unterlagen und erst nach der Wende unter erheblichen Aufwand wieder restauriert werden konnten.
Literatur
Rugia Rügen-Jahrbuch Jahrgang 2004, Artikel "Die Aktion Rose 1953 an der Ostseeküste" von Martin Holz. Mein Artikel basiert - stark zusammengefasst - auf diesen und Gesprächen mit Zeitzeugen..
Klaus Müller, Die Lenkung der Strafjustiz durch die SED-Staats- und Parteiführung der DDR am Beispiel der Aktion Rose, Frankfurt/M. u.a. 1995.
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