Historisch gesicherte Angaben zum Leben Rabbi Akibas lassen sich nur schwer machen. Viele Daten werden von Legenden umrankt. Wenn diese Tatsache auch den historischen Zugang erschweren mag, so zeigt sie doch die überragende Bedeutung dieses Mannes für das Judentum überhaupt.
Akiba ben Josef wurde um das Jahr 50 n. Chr. geboren. Als gesichert kann gelten, dass er gegen Ende des jüdischen Bar-Kochba-Aufstandes gegen die Römer, etwa 135 n. Chr., den Märtyrertod erlitten hat.
Nach Aussagen des Talmud war Akiba ben Josef von ungebildeter Herkunft, begann erst mit 40 Jahren das Studium der Tora und wurde nach 13 Jahren selbst ein Tora-Gelehrter. Die Legende erzählt, dass Akiba wie Mose 120 Jahre alt wurde, was seine Bedeutung unterstreicht. Er soll anderen Legenden zufolge sowohl eine jüdische Frau gehabt haben, als auch später die legendär schöne Frau des römischen Statthalters Turnus Rufus geheiratet haben. Diese Tatsache wird in der jüdischen Mystik als Zeichen für die Verbindung der religiösen und weltlichen Seite in der Person Akibas gesehen. Der Name Akiba kommt denn auch vom hebräischen Wort eqeb, was mit "Alternative" wiedergegeben werden kann.
Das tragische Ende Rabbi Akibas als Märtyrer ist Folge seiner Unterstützung des jüdischen Aufrührers Bar Kochba als religiös-politischer Messias. Diese für das Judentum katastrophale Einschätzung hat jedoch das Ansehen Akibas nicht geschmälert.
Religionsgeschichtliche Bedeutung
Für das Judentum ist Rabbi Akiba in verschiedener Hinsicht bedeutend geworden. Er gilt als erster Sammler und Gestalter von Texten für die Mischna (hebräisch: "Wiederholung), die jüdische Auslegung der Tora.
Im jüdischen Festkalender werden bis heute die 50 Tage zwischen den Festen Pesach (Ostern)und Schawuot (Pfingsten) gezählt als die Zeit, in der 24000 Schüler Akibas im Aufstand gegen die Römer fielen.
Rabbi Akibas bedeutendster Schüler war Rabbi Schimon ben Jochai, der die Hauptfigur des wichtigsten Werkes der Kabbala, des Sohar, ist.
Finkelstein, L., Akiba. Scholar, Saint and Martyr. New York 1936 (Nachdruck New York 1970).
Lehnhardt, P., von der Osten-Sacken, P., Rabbi Akiva. Texte und Interpretationen zum rabbinischen Judentum und zum Neuen Testament (ANTZ 1). Berlin 1987.
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