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Akbar

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Akbar war als Sohn Humayuns der Großmogul von Indien in den Jahren 1556-1605, und zweifellos, neben Ashoka, einer der größten Herrscher dieses Landes. († 15. Oktober 1605)


Der junge Akbar unterstand zunächst der Regentschaft seines Vormundes, Bairam Khan. Beide siegten in der zweiten Schlacht von Panipat 1556 gegen Hemu, einen Hindu-Rebellen, der im Oktober 1556 Delhi besetzt hatte. 1560 entmachtete Akbar den Regenten und 1561 die Gegenpartei, indem er seinen verkommenen Milchbruder Adham Khan zu Tode stürzen ließ. Von nun an regierte er selbst.


Akbar war als waghalsiger Feldherr ständig mit kleineren Eroberungen beschäftigt. Er verwendete in seinen Feldzügen Kriegselefanten und schnelle, leichte Reiterei, genauso wie Kanonen, Musketiere und Pionierkorps. Seine Truppen wurden auch in Friedenszeiten in Übung gehalten. Mitunter kämpfte Akbar unter Einsatz seines Lebens selbst. Er schreckte auch vor einem sinnlosen Massaker bei Chitor nicht zurück.


Akbar war ein Philosoph und Denker, der sich sein Leben lang mit der Suche nach einem »wahren« Glauben beschäftigte. Er lud deswegen Missionare aller Religionen an seinen Hof, auch Portugiesen aus Goa. Der Kaiser behielt sich das entscheidende Wort in religiösen Angelegenheiten vor und betrat 1579 selbst die Kanzel der Moschee in Fatehpur Sikri. Seine Predigt schloß (noch) mit »Allahu Akbar«, dem allgemeinen islamischen Glaubensbekenntnis.


Einige Jahre später definierte er seinen eigenen Glauben, der allerdings sein Privatglauben blieb. Dessen ungeachtet haftet ihm der Verdienst religiöser Toleranz und annähernder Gleichberechtigung von Moslems und Hindus an, was das Mogulreich ungemein stabilisierte.


Der Kaiser war ein Verwaltungsreformer, der mit Hilfe seiner Minister (Abu Fasl, Badauni u.a.) eine zentrale Verwaltung organisierte, die sogar halbwegs (!) effektiv war. Insbesondere wenn man beachtet, dass man es hier mit einem riesigen Reich zu tun hat. In der Praxis mußten z.B. vier Beamte und ein Minister eine Soldanforderung für einen Offizier signieren, bevor man dafür überhaupt ein Konto einrichtete. Dann brauchte es der kaiserlichen Zustimmung, der von drei Ministern und sechs Beamten, bevor der Sold ausgezahlt wurde.


Akbar schaffte die pauschale Besteuerung von Dörfern ab und besteuerte sie stattdessen nach dem Ertrag (damals nichts neues - aber in Indien eben doch). Die Steuern wurden den Bauern zunehmend in Geldform abverlangt, die Steuereintreibung durchorganisiert. Bauern wurden sogar für Ernteausfall beim Durchzug des Heeres entschädigt.


Der Staat bemühte sich weiterhin um eine Vergrößerung der Anbaugebiete, die Sicherung der Straßen und um die Verbesserung des Postwesens. Ferner bemühte er sich um die Vereinheitlichung von Maßen und Gewichten. Dazu kommt eine Straffung der Justizverwaltung, wobei sich Akbar gemäß dem »Zeitgeschmack« diverser grausamer Urteile nicht enthalten konnte.


Viele von Akbars Maßnahmen gab es schon unter früheren Herrschern, aber seine lange, ruhige Regierungszeit festigte das in besonderem Maße bzw. verschaffte dem überhaupt erst Geltung. Auf sozialem Gebiet ging er gegen Kinderheiraten, Witwenverbrennungen und Glücksspiel vor und beschränkte außerdem die Prostitution. Und trotz allem blieb er selbst ein Analphabet.


Akbar war ein großer Bauherr, der sich mit Fatehpur Sikri eine neue Hauptstadt erbauen ließ, die er angesichts ständiger Ortswechsel kaum bewohnte. Heute ist nur noch ein kleiner Teil der Stadt bewohnt. Dazu kamen weitere Festungen und Paläste.


Vor seinem Tod kam es, wie nicht gerade unüblich, zu Rivalitäten unter den Prinzen, bzw. zu der zwischen Akbar und seinem ältesten Sohn Selim, einem Alkoholiker. Selim (Jahangir) brachte den Minister Abu Fasl um und zog schon gegen Agra, als die Frauen eine Versöhnung zustande brachten (1602/1603).


An seinem Hof beschäftigte er Mian Tansen, einen legendären Musiker, dem Wunderdinge nachgesagt wurden.


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