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Akademie der Wissenschaften der DDR

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Die Akademie der Wissenschaften der DDR war die bedeutendste Forschungsinstitution der DDR. Sie wurde 1946 gegründet und setzte zumindest teilweise die 250jährige Tradition der Preußischen Akademie der Wissenschaften fort.


Deutsche Akademie der Wissenschaften zu Berlin (1946-1972)

Die Akademie der Wissenschaften der DDR ist die Nachfolgeorganisation der 1700 von Gottfried Wilhelm Leibniz gegründeten Kurfürstlich-Brandenburgische Societät der Wissenschaften, die ihren Namen mehrmals geändert hatte und vor allem im 19. Jahrhundert bedeutsame Errungenschaften hervorbrachte. Nach dem Krieg wurde sie auf Grund des SMAD-Befehls Nr. 187 vom 1. Juli 1946 zunächst als Deutsche Akademie der Wissenschaften zu Berlin (DAW) wiedererrichtet. Ziel war die Umgestaltung der Berliner Akademie "aus einer bürgerlichen zu einer sozialistischen Wissenschaftsinstitution" nach dem Vorbild der Sowjetischen Akademie der Wissenschaften als zentrale Forschungsinstitution der UdSSR. Der Gründung waren im Sommer 1945 informelle Kontakte der in Berlin verbliebenen ordentlichen Mitglieder vorausgegangen, die vom später als ersten Präsidenten eingesetzten Philosophen Johannes Stroux koordinieren wurden.


Bereits ab Ende Oktober 1946 konnte die Akademie eigene Forschungsinstitute unterhalten, die "zum Wiederaufbau der geistigen und materiellen Kultur Deutschlands notwendig" erschienen. Über einen SMAD-Sonderbefehl wurden ihr in diesem Rahmen mehrere ehemalige Kaiser-Wilhelm-Institute einverleibt, wodurch sich der traditionelle Schwerpunkt ihrer Arbeit stark auf den naturwissenschaftlich-technischen Bereich verlagerte. Die Zweiklassen-Struktur von 1829 wurde zugunsten von zunächst sechs Klassen aufgebrochen:




Die Situation war in den Anfangsjahren sehr schwierig. Durch die Bestimmungen des Alliierten Kontrollratsgesetzes No. 25 vom 29. April 1946 wurde sämtliche naturwissenschaftliche Forschung überwacht und genehmigungspflichtig. Zahlreiche junge Wissenschaftler wanderten wegen der ungünstigen materiellen Bedingungen ab. Schließlich wurde die Akademie in den Mangeljahren bis Anfang der 50er Jahre immer stärker für die Aufbauarbeit eingenommen und in die damaligen Zweijahrespläne eingespannt.


Mitte der 50er Jahre erhielt die Akademie durch die Rückführung der 1945 in die UdSSR verbrachten Spezialisten einen großen Zulauf durch renommierte Naturwissenschaftler. Sie erhielten zahlreiche Positionen u.a. innerhalb des Akademiesystems als Anreiz, in der DDR zu verbleiben. Im Rahmen des Fünfjahresplans 1956-1960, der u.a. den Aufbau moderner Industrieren im Rahmen der Wiederbewaffnung enthielt, entwickelte sich die Akademie zur zentralen Forschungsorganisation der DDR. Der bis dahin sehr große forschungspolitische Einfluss durch Gutachten und Beratung der Regierung verschob sich jedoch zugunsten des 1957 gegründeten Forschungsrats.


Akademie der Wissenschaften der DDR (1972-1990)

In den Jahren 1968-1970 wurde die Akademie als zentrale Wissenschafts- und Forschungsinstitution verfestigt und direkt in die Herrschaftsstruktur der SED integriert. Am 7. Oktober 1972 wurde die DAW in "Akademie der Wissenschaften der DDR" (AdW) umbenannt und bestand fast ausschließlich aus naturwissenschaftlich-technischen Sachgebieten, aufgeteilt in 9 Klassen:




Am Ende verfügte die Akademie über 58 Forschungseinrichtungen mit über 20.000 Beschäftigten. Der Einigungsvertrag bedeutete schließlich das Aus der Akademie, sämtliche Institutionen wurden bis 1991 "abgewickelt".


Literatur

  • Werner Scheler: Von der Deutschen Akademie der Wissenschaften zu Berlin zur Akademie der Wissenschaften der DDR. Berlin, 2000. (Werner Scheler war 1979 bis 1990 der letzte Präsident der AdW.)
  • Werner Hartkopf: Die Akademie der Wissenschaften der DDR. Berlin (Ost), 1975
  • Dokumente der SED. (Band II), Berlin (Ost), 1950
  • Erwin Egon Müller: ... stürmt die Festung Wissenschaft! Berlin (Ost), 1953


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