Einem alten Adelsgeschlecht entstammend, wird Aischylos als Sohn des Euphorion geboren. Als junger Mann erlebt er den Sturz der Tyrannis und die demokratischen Reformen des Kleisthenes. Er begeistert sich früh für die Dramen von Choirilos und Pratinas und die Dichtkunst von Agathokles und Apollodoros. Der Sage nach wurde er durch Dionysos selbst im Traum zum Dichter geweiht. An seinen frühen Stücken nimmt er noch selbst als Schauspieler teil. Im Alter von fünfundzwanzig Jahren bewirbt er sich erstmalig um den Siegespreis der Dionysien, des Dichterwettbewerbs der Stadt Athen, unterliegt jedoch.
Zurück in Athen wird 472 v. Chr. das Drama Die Perser uraufgeführt, in dem er auf dramatische Weise seine Kriegserfahrungen verarbeitet, und gewinnt den ersehnten Preis. Im Wettstreit mit Sophokles unterliegt er im Jahre 468 v. Chr., doch insgesamt kann er gegen Ende seines Lebens auf dreizehn Siege bei den Dionysien zurückblicken.
Von seiner letzten Sizilienreise kehrt er nicht mehr zurück. Er stirbt 456 v. Chr. in Gela - der Legende nach durch eine fallende Schildkröte erschlagen - wo er auch begraben wird. Sein Grab-Epigramm lautet:
Aischylos liegt hier begraben, Euphorions Sohn, der Athener.
In der fruchtreichen Stadt Gela bezwang ihn der Tod.
Aber von seiner Kraft zeugt Marathons Hain, der berühmte,
Wo der Perser, der dichtlockige, sie hat erprobt.
In Athen wurde auf die Nachricht von seinem Tode der Beschluss gefasst, seine Dramen auch weiterhin (außer Konkurrenz) an den Wettbewerben teilnehmen zu lassen.
Die wichtigsten Quellen für das Leben des Aischylos sind eine in mehreren Texthandschriften überlieferte Lebensbeschreibung, der Artikel in dem byzantinischen Lexikon Suda und die Einträge 48, 50 und 59 in der Parischen Chronik, dem so genannten Marmor Parium.
Seine Einführung des zweiten Schauspielers revolutionierte durch den dadurch ermöglichten Dialog das griechische Theater. Aber auch durch Sprache, Stil und die Wahl des Mythos als Thema der griechischen Tragödie beeinflusste er seine Nachwelt maßgeblich. Seine Charaktere sind keine gewöhnlichen Menschen aus dem Volk, sondern ragen aus ihnen durch ihre übermenschliche Leidenschaft und Charakterstärke, aber auch die kraftvolle, schroffe, erhabene und bilderreiche Sprache heraus.
Werke
Gemäß Überlieferung gehen neunzig Dramen auf Aischylos zurück, von denen aber nur noch neunundsiebzig dem Namen nach bekannt sind. Die besonders gerühmten zwanzig Satyrspiele sind allesamt verlorengegangen, von den Tragödien sind lediglich sieben noch vollständig erhalten, dazu kommen Teile dreier anderer Stücke. Von seinen Frühwerken hin zu der kurz vor seinem Tod fertig gestellten TrilogieOrestie ist eine deutliche künstlerische Entwicklung feststellbar - von einem eher schlichten Erzählstil hin zu einem in seiner Tragik kaum übertroffenen Drama der Weltliteratur.
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