Mit 7,5 Millionen Einwohnern im urbanen Ballungsgebiet ist Ahmedabad (auch Ahmadabad, Amdavad oder Amdavid (Hindi: अमदावाद - Aussprache: Ahmdabad) die siebtgrößte Stadt Indiens und das wirtschaftliche Zentrum in Gujarat.
Ahmedabad liegt im Westen Indiens am Fluss Sabarmati etwa 50 Kilometer von dessen Mündung in den Golf von Khambatt, einem Teil der Arabischen See. Ahmedabad ist heiß und trocken in den Monaten Februar bis Mai, in der Monsunzeit von Juni bis August fällt ein Großteil der jährlichen Niederschlagsmenge. Die Monate November bis Januar sind kühler mit Tagestemperaturen von unter 30° Celsius und Nachttemperaturen von ungefähr 10° Celsius.
Aufgrund der geographischen Lage ist Ahmedabad durch vier verschiedene Naturkatastrophen bedroht, Erdbeben, Zyklone, Überschwemmung und Dürre. Überflutungen kommen regelmäßig im Zusammenhang mit dem Monsunregen sowie mit den Stürmen. Bleibt der Monsun über mehrere Jahre aus oder ist er sehr schwach so kommt es zu Dürren. Am 26. Januar2001 erschütterte ein Erdbeben mit der Stärke 6,9 auf der Richterskala den Staat Gujarat wobei insgesamt über 30.000 Todesopfer zu beklagen waren. In Ahmedabad wurden 12 Hochhäuser sowie etwa 300 weitere Gebäude zerstört sowie eine Große Zahl von Gebäuden beschädigt.
Geschichte
Die Geschichte Ahmedabads beginnt mit König Karandev I., einem Solanki Herrscher. Er führte einen Krieg gegen König Ashapall (Ashaval) der Bhil. Karandev benannte seine Stadt Karnavati. 1411 fiel Gudscharat unter die Herrschaft von Sultan Ahmed Shah, der die Stadt in Ahmedabad ("gegründet von Ahmed") umbenannte.
Die Stadt am Ufer des Sabarmati wuchs bald darauf an und es wurde eine Stadtmauer mit zwölf Toren um sie errichete. Während dieser Zeit florierte der Handel mit Textilien, die bis nach Europa exportiert wurden. Später eroberten die Armeen von Raghunath Rao und Damaji Gaekwad die Stadt und besiegelten so das Ende der Herrschafft der Mugal über Ahmedabad. Eine Hungersnot und die gemeinsame Herrschaft von Paeshwa und Gaekwad waren fast der Untergang der Stadt. 1818 wurde sie von der British East India Company übernommen. Eine Eisenbahnanbindung und eine Stadtverwaltung wurden kurz darauf eingerichtet. 1915 ließ sich Mahatma Gandhi nach seine Rückkehr aus Südafrika in Ahmedabad nieder und gründete den Gandhi Ashram am Ufer des Sabarmati. Von hier begann er 1930 seinen friedlichen Protestmarsch gegen die Britische Kolonialmacht von seinem Ashram bis hinunter zum Küstendorf Dandi um gegen die Einführung einer Salzsteuer zu protestieren. Er schwor vor dem Marsch nicht eher zum Ashram zurückzukehren bis Indien seine Unabhängigkeit erreicht - er kehrte nicht zurück. Ahmedabad wird nach der Unabhängigkeit Hauptstadt des Staates Gudscharat. Durch eine Regierungsreform im Jahre 1970 wurde Gujarat von der Staatshauptstadt zur Bezirkshauptstadt heruntergestuft und die Staatsregierung in die 30 Kilometer nördlich gelegene Satellitenstadt Gandhinagar ausgelagert.
Religionen
Die Mehrheit, etwa 80% der Bevölkerung, ist hinduistisch, etwa 14% der Bevölkerung sind Moslems. Dies hat in der Vergangenheit immer wieder zu schweren Unruhen geführt, zuletzt im Jahr 2002.
Verkehr
Dominiert wird der Straßenverkehr in Ahmedabad von der großen Zahl an Zweirädern, hauptsächlich Motorroller und kleine Motorräder mit weniger als 125 ccm Hubraum. Ahmedabad ist die Stadt mit der höchsten Dichte an Zweirädern in Südasien. Der örtliche Frachtverkehr wird dominiert von »Three-Wheelern«, Kleintransportern mit Diesel oder Zweitaktmotor. Das Automobil setzt sich langsam im Individualverkehr durch - die Verkehrsdichte ist hoch und steigt wöchentlich. Obwohl Staus auch auf den Hauptverkehrsadern noch selten sind, droht dem Verkehrssystem mit einer weiteren Zunahme des Individualverkehrs ein Kollaps.
Öffentlicher Nahverkehr
Ahmedabad verfügt über ein dichtes lokales Bussystem. Des weiteren gibt es in der Stadt mehr als 75.000 registrierte Motorikschas (Three-Wheeler).
Regionaler und Überregionaler Verkehr
Ahmedabad besitzt einen kleinen internationalen Flughafen. Tägliche Verbindungen gibt es nach Delhi und Mumbai, weitere Verbindungen in andere wichtige Städte Indiens, sowie in den Süd- und Südostasiatischen Raum. Die Anbindung an das Eisenbahnnetz bietet Direktverbindungen nach Mumbai und Delhi. Ahmedabad liegt am "National Highway 8".
Infrastruktur
Ahmedabad verfügt im Stadtgebiet über ein gutes Straßennetzwerk. Aufgrund des mangelhaften Abwassersystems leidet der Verkehr jedoch während der Monsunzeit unter mangelhaftem Wasserabfluss was dazu führt, dass auch wichtige Verkehrsknoten bis zu einem Meter tief unter Wasser stehen.
Das Energiesystem ist aufgrund eines Kraftwerkes im Stadtgebiet sehr stabil. Stromausfälle sind die Ausnahme und von kurzer Dauer.
Die Wasserversorgung ist ein Problem für die Stadt. Das Wasser ist stark belastet und kann nur gefiltert als Trinkwasser verwendet werden, der Grundwasserspiegel fällt seit einigen Jahren bedenklich.
Sonstiges
Kulinarische Spezialitäten
In Gujarat wird überwiegend vegetarisch gegessen - der Verzehr von Fleisch ist die Ausnahme. Das einzig verbreitete nichtvegetarische Nahrungsmittel stellen Hühner dar.
Probleme
Die Wasserversorgung der Stadt ist nicht nachhaltig gesichert, so dass der Stadt ohne ein gutes Konzept für das Wassermanagement in einigen Jahren das Wasser ausgehen könnte.
Umweltverschmutzung ist ein weiteres Problem der Stadt. Zur Zeit produzieren die Bürger etwa 600 Gramm Müll pro Person und Tag, ein Müllentsorgungs- oder Recyclingsystem existiert nicht, die Luftverschmutzung erreicht kritische Werte und lag teilweise über dem dreifachen des Grenzwertes für Staubpartikel.
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