Bekannt wird Muhammad al-Mahdi durch die Mahdi-Bewegung, die zwischen 1881 und 1898 im Sudan das Mahdi-Reich errichtet. Im sogenannten Mahdi-Aufstand werden die ägyptischen-osmanischen Besatzungstruppen, die unter britischem Oberbefehl stehen, aus dem Sudan vertrieben. Allerdings kann sich das Mahdi-Reich nur einige Jahre behaupten. Es gilt aber als der erste erfolgreiche Aufstand der Dritten Welt gegen den Kolonialismus. [1]
Ein Nachfahre Muhammad al-Mahdis ist der heutige sudanesische Politiker Sadiq Al-Mahdi.
Als literarische Figur taucht Muhammad al-Mahdi in den Erzählungen des Kara Ben Nemsi (der Ich-ErzählerKarl May) auf (Trilogie Im Lande des Mahdi - Bände 16-18 der Gesamtausgabe [2]) [3][4][5]. Allerdings handelt es sich dabei um keine authentische Biografie!
Leben
Muhammad Ahmad wird 1844 als Sohn einer arabisierten nubischen Familie im Sudan geboren. Sein Vater ist Bootsbauer, und er geht mit seiner Familie nach Khartum, weil dort die Ausbildungschancen für seine Söhne besser sind. Während Muhammads Brüder dem Beruf des Vaters nachfolgen, interessiert er sich für den Islam. Schon sein Urgroßvater war ein anerkannter Scherif im Sudan.
Er studiert Fiqh und den Koran und wendet sich dem Sufismus zu. 1861 trifft er auf den Gelehrten Scheich Muhammad asch-Scharif, der dem Sammaniyya-Orden vorsteht. Dieser erkennt Muhammads besonderes Engagement und ernennt ihn daraufhin zum Scheich. Er darf nun selber die Tariqa lehren und eigene Anhänger um sich scharen.
1871 folgt er seiner Familie auf die Insel Aba im Weißen Nil und baut dort eine Moschee. Er findet viele Anhänger und wird bekannt als eloquenter Prediger eines reformierten Islam der Rückkehr zu den Werten des Koran. In den folgenden zehn Jahren reist er viel durchs Land. Bei seiner Rückkehr auf die Insel Aba 1881 ernennt er sich selbst zum al-Mahdi al-Muntazar.
Der Sudan seiner Zeit ist besetzt von Ägypten und gehört so mittelbar zum Osmanischen Reich. Ägypten wiederum ist eine Halbkolonie Großbritanniens, was nicht zuletzt mit dem Bau des Suez-Kanals zusammenhängt. Dadurch liegt die eigentliche Macht über den Sudan in London.
Muhammad al-Mahdi entwickelte auf seinen Reisen durch den Sudan eine oppositionelle Haltung gegen diese Fremdherrschaft und ruft nun zum Jihad auf. Er kann eine Armee um sich scharen und gewinnt zahlreiche Stammesführer für seine Sache. Um sich dem Zugriff der Behörden zu entziehen begibt er sich auf einen Marsch nach Kurdufan.
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