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Agricola, Johannes
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Biografie / Biographie / Biography

* 20. April 1494 - † 22. September 1566

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Dieser Artikel befasst sich mit dem Reformator Johannes Agricola (1494-1566), außer ihm wurden bekannt sein Sohn Johann Agricola Eisleben, Bürgermeister von Berlin (15??-1594) sowie ein deutscher Komponist und Organist Johann Friedrich Agricola (1720-1774).


Johannes Agricola (lat. Agricola: Bauer) wird am 20. April 1494 (nach einigen Quellen 1490 oder 1492) in Eisleben geboren und stirbt am 22. September 1566 während einer Pestepedemie in Berlin. Geläufige Varianten seines Namens sind Johann Schneider (oder Schnitter), Johannes Eisleben (nach seiner Heimatstadt) oder Hans Bauer (Rückübersetzung des latinisierenden Johannes Agricola).


Inhaltsverzeichnis


1 Ausbildung

2 Wirken in der Reformation

3 Literatur

4 Externe Webseiten


Ausbildung

Johannes Agricola besucht zunächst die Schule in Braunschweig, ab 1506 in Leipzig. Im Anschluss beginnt beginnt er 1509/10 in Leipzig zu studieren und erwirbt den ersten akademischen Grad, das "Baccalaureat".


Ab 1515 studiert er an der 1502 gegründeten Universität von Wittenberg ("Leucorea"), wo er schon bald einen engen Kontakt zu seinem Lehrer im theologischen Seminar Martin Luther und zu Philipp Melanchthon pflegt. 1519 erhalten Agricola und Melanchthon den Grad des Baccalaureus der Theologie.


Wirken in der Reformation

1519 begleitet Agricola Luther nach Leipzig zu dessen Gespräch mit Doktor Eck und führt dort Protokoll. 1520 Heirat in Wittenberg.


1525 verlässt Agricola Wittenberg unerwartet und wird in seiner Heimatstadt Eisleben Schuldirektor der neugegründeten St. Andreasschule und Prediger in der St. Nicolaikirche.


Er nahm als kurfürstlich-sächsischer Hofprediger an den Reichstagen in Speyer (1529) und Augsburg (1530) teil. Weiternhin arbeitete er auch am Augsburger Glaubensbekenntnis ("Confessio Augustana") mit, in welchem die evangelischen Grundlehren der neuentstehenden Kirche formuliert wurden und das 1530 veröffentlicht wurde.


1536 gab Agricola wegen der Spannungen mit dem Landesherren, Grafen Albrecht von Mansfeld, sein Amt in Eisleben auf.


In der Folge wurde er zunächst Professor in Wittenberg. Es traten jedoch Spannungen mit Luther und Melanchthon auf in deren Folge ihm Antinomianismus vorgeworfen wurde. Die Spannungen mit Luther mündeten 1540 in einem Gerichtsprozess, vor dem er nach Berlin floh. Dort wurde er von Kurfürst Joachim II. von Brandenburg (1505-1571) zum Hofprediger ernannt.


1541 nimmt Agricola am Reichtag in Regensburg teil. 1548 arbeitet er in Augsburg neben Julius von Pflug, Bischof von Naumburg-Zeitz, und Michael Helding, Titularbischof von Sidon, in einer von Kaiser Karl V. berufenen Kommission mit, die einen Kompromiss für die vorläufige Ordnung der Religionsverhältnisse erarbeitet, in dem auf fundamentale protestantische Forderungen verzichtet wird. Dies wird ihm von anderer Reformern zum Vorwurf gemacht.


Agricola fertigt auch eine illustrierte Sammlung deutscher Sprichworte an, von der 1582 eine Ausgabe mit 750 Sprüchen bei Hans Kraffts Erben in Wittenberg erscheint.


Originaltitel: "Sibenhundert und funfftzig Deutscher Sprüchwörter".


Literatur

  • Joachim Rogge, Johann Agricolas Lutherverständnis unter besonderer Berücksichtigung des Antinomismus, ThA 14, Berlin 1960.
  • T. J. Wengert: Gesetz und Buße: Philipp Melanchthons erster Streit mit Johannes Agricola, in G. Frank (Herausgeber), Der Theologe Melanchthon. Melanchthon-Schriften der Stadt Bretten. Bd. 5, Stuttgart 2000., Seiten 375-392.


Siehe auch :




Externe Webseiten



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