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Aghlabiden

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Die Aghlabiden (auch Aglabiden) waren eine arabische Dynastie, die zwischen 800 und 909 Ifriqiya und zeitweise Sizilien beherrschte und mit ihrem Wirken ein solides Fundament für das heutige Tunesien legten.


Nach dem Sturz der Muhallabiten am Ende des 8. Jahrhunderts setzte sich der damalige Gouverneur Ibrahim ibn al-Aghlab als Statthalter des westlichen Teils der arabischen Herrschaft (800-812) durch und wurde Gründer der Dynastie. Sein Reich umfasste das östliche Algerien, Tunesien und Tripolitanien. Als Hauptstadt wurde außerhalb von Kairuan die Residenz al-Abbasiyya gegründet und eine Gardetruppe von 5000 schwarzen Sklaven aufgebaut, dies auch, um der Opposition der Rechtsgelehrten und Theologen der Malikiten zu entgehen, die den aghlabidischen Emiren einen gottlosen Lebenswandel vorwarfen.


Unter al-Aghlabs Sohn Abu Muhammad Ziyadat Allah I. (817-838) kam es zu einer schweren Krise, als das arabische Heer in Tunis 824 rebellierte. Der Aufstand konnte erst 836 unterdrückt werden. Um die unruhigen arabischen Truppen unter Kontrolle zu behalten begannen die Aghlabiden 827 mit der Eroberung von Sizilien, dass sich unter der Herrschaft von Byzanz befand. Die Eroberung Siziliens kam aber langsam voran, da erst 831 Palermo, 878 Syrakus und 902 die letzten byzantinischen Stützpunkte erobert werden konnten. 870 eroberte der oberste Feldherr Zijadat Allahs, Asad ibn al-Furad die Insel Malta. Außerdem verloren die Aglabiden zunehmend die Kontrolle über die arabischen Truppen auf Sizilien. Von Sizilien aus wurden weite Teile Italiens durch Raubzüge der arabischen Truppen ausgeplündert - sie konnten erst im 10. Jahrhundert aus Italien verdrängt werden.


Unter Abu Ibrahim Ahmad (856-863) und Abu Ishaq Ibrahim II. (875 - 902) befanden sich die Aghlabiden auf ihrem Höhepunkt. Das Reich war aufgrund seiner Landwirtschaft eine blühende Wirtschaftsmacht. Neben der Errichtung der Befestigungsanlagen und Moscheen (Uqba-Moschee in Kairuan, Zaituna-Moschee in Tunis und Große Moschee von Susa), bauten die Aghlabiden das von den Römern und Byzantinern angelegte Bewässerungssystem mit neuen Reservoiren und Aquädukten aus. Das Aghlabidenreich war auch Drehscheibe des Handels zwischen den islamischen Ländern und sowie mit Italien und Byzanz.


Die Herrschaft der Aghlabiden war von inneren Unruhen und äußeren Bedrohungen geprägt. Um die Macht nicht zu verlieren, ließen sie Grenzbefestigungen (Ribat) anlegen, die gleichzeitig Garnisonen aufnehmen konnten, um für Ordnung im Inneren des Reiches zu sorgen. Besonders die Anlagen von Susa und Monastir geben ein eindruckvolles Beispiel.


Seit 893 begann sich im Westen des Reichs unter den Berberstämmen die Bewegung der schiitischen Fatimiden auszubreiten, die 909 auch den Sturz der Aghlabiden herbeiführte.


Die Bedeutung der Aghlabiden liegt in der Einleitung einer Entwicklung zur tunesischen Eigenstaatlichkeit. Außerdem setzten sie den orthodoxen sunnitischen Islam der malikitischen Rechtsschule in ihrem Reich durch und verdrängten die Charidschiten aus diesem Teil des Maghreb weitgehend.


Herrscher

  • Ibrahim I. b. al-Aglab (800-812)
  • Abdallah I. (812-817)
  • Abu Muhammad Ziyadat Allah I. (817-838)
  • Abu Iqal (838-841)
  • Abul-Abbas Muhammad I. (841-856)
  • Abu Ibrahim Ahmad (856-863)
  • Zijadatallah II. (863-864)
  • Abul-Ghasaniq Muhammad II. (864-875)
  • Abu Ishaq Ibrahim II. (875-902)
  • Abul-Abbas (902-903)
  • Abu Muda Zijadatallah III. (903-909)


Literatur

  • G. Musca: L'Emirato di Bari, 1964.
  • Ulrich Haarmann: Geschichte der Arabischen Welt, C.H. Beck München, 2001


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