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AGM-65 Maverick

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[Bild extern:] Ein A-10-Pilot inspiziert eine AGM-65G


Die AGM-65 Maverick ist eine taktische Luft-Boden-Rakete, die für Luftnahunterstützung, Panzerabwehr und Unterbindung feindlicher Truppenbewegungen entwickelt wurde. Sie kann gegen ein großes Spektrum taktischer Ziele, z.B. Panzerfahrzeuge, Flugabwehr, Schiffe, Transporteinrichtungen und Treibstofflager eingesetzt werden. Hersteller sind die US-amerikanischen Firmen Hughes Aircraft Corporation und Raytheon Corporation.


Maverick-Versionen

  • Maverick A - Die AGM-65A war die erste Produktionsversion aus dem Jahr 1972. Sie benutzt ein elektro-optisches Lenksystem, dessen wesentliches Bauteil eine Art schwenkbare TV-Kamera in der Nase der Rakete ist. So lange die Rakete noch im Gestell hängt, überträgt sie ein TV-Bild ins Cockpit, mit dessen Hilfe der Pilot zielen kann. Alternativ kann die Kamera auch automatisch auf ein vom Bordradar anvisiertes Ziel ausgerichtet werden. Nach dem Abschuss fliegt die Rakete dann das Ziel an, indem versucht wird, den Unterschied zwischen dem Schwenkwinkel der Kamera und der Bewegungsrichtung der Rakete auszunullen. Wenn sich das Ziel bewegen sollte, äußert sich das für die Rakete darin, dass sich das Ziel aus dem Sucher der Kamera herausbewegt. Indem das Ziel immer zentriert gehalten wird, lässt sich dies ausgleichen.
  • Maverick B - Das Modell B besitzt zusätzlich die Fähigkeit, das ins Cockpit übertragene Bild zu vergrößern, um die Zielerfassung zu erleichtern.
  • Maverick D - Die Version D geht auf die US Navy zurück, inzwischen wird sie aber auch von der Air Force eingesetzt. Die TV-Kamera wurde durch einen bildgebenden Infrarot-Sucher ersetzt, daher kann die Rakete auch bei Nacht oder schlechtem Wetter eingesetzt werden. Die Erstlieferung erfolgte 1983.
  • Maverick E - Die Maverick E ist eine Version für das US Marine Corps und verwendet eine lasergestützte Lenkung. Außer dem abfeuernden oder anderen Luftfahrzeugen kann dabei auch eine Bodeneinheit das Ziel "beleuchten". Die Rakete sucht nach dem Abschuss in einem Sektor von 7 x 10 Meilen nach Laser-Reflexionen und fliegt dann darauf zu.
  • Maverick F' - Modell F ist wieder eine infrarotgesteuerte Navy-Version, allerdings mit größerem Gefechtskopf (136 kg Durchschlags-Kopf statt 57 kg Formladung) und einem auf das Anvisieren von Schiffen optimierten Sucher. Dieser verwendet nicht mehr die Infrarotbilder zur Zielverfolgung, sondern steuert direkt auf die Wärmequelle zu.
  • Maverick G - Die Maverick G stammt aus dem Jahr 1989 und wird auch von der Air Force eingesetzt, sie besitzt neben einem größeren Gefechtskopf einen vom Modell D adaptierten IR-Sucher. Sucher und Software sind aber auf die Verfolgung größerer Ziele optimiert.
  • Maverick K - Beim Programm Maverick K geht es darum, alte Mavericks, die seit langer Zeit in den Bunkern lagern und dort so etwas wie Rost ansetzen (jedenfalls scheint das Lenksystem nicht unbegrenzt "haltbar" zu sein), mit neuen Suchern auf CCD-Basis (bekannt aus handelsüblichen Videokameras) auszurüsten, um sie länger lagern zu können. Ursprünglich dachte man dabei an die wirklich alten AGM-65A, aber bei einer Probezerlegung von sechs dieser Raketen erlebte man eine Überraschung: Die alten AGM-65A waren in besserem Zustand als die jüngeren B-, D- und G-Versionen. Ursache war, dass die älteren Raketen sowohl innen als auch außen gegen Korrosion geschützt waren, die jüngeren Raketen jedoch aus Kostengründen nur außen geschützt wurden und daher innen korrodiert waren.


AGM-65 werden typischerweise von Flugzeugen der Typen A-10 Thunderbolt II, F-15 Strike Eagle und F-16 Fighting Falcon eingesetzt, so z.B. in den Irak-Kriegen 1991 und 2003, wo sie eine große Rolle bei der Bekämpfung der irakischen mechanisierten Einheiten spielten. Ihre Trefferquote liegt lt. der Air Force bei etwa 85%.


Technische Daten

  • Hauptfunktion: Taktische Luft-Boden-Rakete
  • Hersteller: Hughes Aircraft Corporation; Raytheon Corporation.
  • Antrieb: Thiokol TX-481 zweistufiger Feststoff-Raketenmotor
  • Länge: 2,5 m
  • Startgewicht: Zwischen 208 kg und 302 kg, abhängig von Modell und Gefechtskopf-Größe
  • Durchmesser: 30,5 cm
  • Spannweite: 71 cm
  • Reichweite: 27 km
  • Lenkung: Elektro-optisch bei Modell A und B; bildgebendes Infrarot in D- und G-Versionen; Laser-Lenkung beim E-Modell; Infrarot bei Modell F.
  • Gefechtskopf: 57 kg Formladung mit Kontaktzünder; neuere Modelle (F-K) mit 136 kg Hohlladung und verzögerter Zündung
  • Stückkosten: 180.000 US-Dollar
  • Einsatzbereit ab: August 1972


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