Dieser Stausee befindet sich nur etwa 2,5 km unterhalb der Staumauer des Edersees zwischen Hemfurth und Affoldern an der Eder.
Der Affolderner See wurde 1929 errichtet. Er dient seither als recht großes Unterbecken für die »Pumpspeicher-Kraftwerke Waldeck I & II«, die bei Hemfurth Energie aus Wasserkraft gewinnen, weil es deren pendelnde Wassermenge aufnimmt. Außerdem fungiert der See als Ausgleichsbecken für den Edersee.
Der ursprüngliche See war, nachdem die Staustufe 1929 fertiggestellt worden war, wesentlich kleiner als heute: Damals wurde nur ein schmaler, langgestreckter See angelegt, der "nur" 0,32 Mio. m³ Stauvolumen hatte. Erst 1972 wurde der See erstens verlängert und zweitens noch durch ein sich im Norden anschließendes großes Becken erweitert, so dass der See vorerst 5,4 Mio. m³ Stauvolumen aufwies. Als Trennlinie beider Seebecken ließ man einen halbmondförmigen, schmalen Damm in der Mitte stehen; aus Naturschutzgründen ist es untersagt, diese etwa 1,5 km lange inselartige Landschaft zu betreten, zumal Vögel in den dortigen Büschen und Sträuchern nisten. Der nördliche, größere Seebereich dient von Mitte März bis Mitte Oktober als recht beliebtes Naherholungsgebiet für Schwimmer, Surfer, Bootsfahrer und Angler. Der südliche, kleinere Teil ist ein für den Menschen gesperrtes Vogelschutzgebiet, das nicht nur zahlreiche Zugvögel als Rast- und Brutplatz und Ort der Nahrungssuche nutzen; viele Vögel und andere Tierarten überwintern sogar dort, zumal der See aufgrund des nachfolgend erwähnten Wasserkraftwerks nie ganz zufriert. Im Winter hat die Tierwelt den gesamten See für sich alleine. Im Mai 1998 wurde noch etwas weiter flussabwärts am westlichen Ortsende von Affoldern eine etwas größere Staustufe mit einem so genannten Laufwasserkraftwerk in Betrieb genommen, so dass der See noch größer wurde: Sein Wasserinhalt erhöhte sich um 2,2 Mio. m³. An dieser Wehranlage wird das Wasser in der Menge abgelassen, wie sie vom Wasser- und Schiff-Fahrtsamt vorgegeben wird. Die alte Wehranlage, die einiges weiter westlich stand, wurde größtenteils abgerissen; nur bei Niedrigwasser sind deren Reste noch zu sehen.
Die Kraftwerke Waldeck I und II
Auf den stark bewaldeten Bergen über dem Affolderner See wurden zwei Wasser-Hochspeicherbecken errichtet, die direkt beieinander liegen und dazu gebaut wurden, um mit Hilfe eines steilen Gefälles über Druckrohre und Turbinen bis zu 580 KW Strom zu erzeugen. Dies geschieht in Waldeck I’’ und ’’Waldeck II, zwei verschiedenen Pumpspeicherkraftwerken, die als so genannte Spitzenlastkraftwerke dienen.
Dazu wird bei Hemfurth aus der Eder, die bei diesem Ort in den Affolderner See übergeht, das Wasser über Rohrleitungen in diese Hochspeicherbecken gepumpt, um in Belastungsspitzen durch große Fallrohre wieder hinabzustürzen, damit es in den tief unten liegenden Turbinen Strom erzeugen kann. Dies ist der Grund, weswegen der Stand des Wasserspiegels im See recht unterschiedlich ist.
Das Pumpspeicherkraftwerk »Waldeck I«
Bereits bis 1929 wurde auf dem Peterskopf das Oberbecken Waldeck I errichtet, das auf 506,60 m ü. NN 0,736 Mio. m³ Wasser aufnehmen kann. Aus dieser rund 23 m tiefen Gussbetonwanne rauscht das Wasser außerhalb des Berges durch große Druckrohre (Innendurchmesser 2,20 bis 2,50 m) hinunter, um in den Turbinen des Kraftwerk Waldeck I (204,40 m ü. NN) Strom zu erzeugen - bis zu 140 MW. Dabei fällt das Wasser bis in die Turbinenhalle um 296 m, also nicht ganz bis auf die 204,40-Meter-Sohle. Aus dem Kraftwerksgebäude fließt das Wasser durch einen kurzen Verbindungskanal zum Affolderner See.
Das Pumpspeicherkraftwerk »Waldeck II«
Rund 4 Jahrzehnte später wurde auf dem Ermerod das Oberbecken Waldeck II errichtet, das auf 539,20 m Höhe 4,62 Mio. m³ Wasser aufnehmen kann. Aus diesem Becken rauscht das Wasser innerhalb des Berges durch riesige Druckrohre hinunter, um in den Turbinen des Kraftwerk Waldeck II Strom zu erzeugen - bis zu 440 MW. Diese Turbinenhalle wurde von 1969 bis 1974 im Berg in einer künstlich geschaffenen Höhle errichtet; daher spricht man hier von einem Kavernenkraftwerk. Diese Höhle ist etwa 100 m lang, 50 m hoch und 33 m breit; ihr Boden liegt mit nur 148,20 m ü. NN sogar unter der Oberfläche des Affolderner Sees. Vom Oberbecken Waldeck II fällt das Wasser bis in die Turbinenhalle um 329 m, also nicht ganz bis auf die 148,20-Meter-Sohle; die gigantischen Rohrleitungen haben bis zu 5,75 m Innendurchmesser. Von dort aus rauscht das Wasser durch einen mehrere Hundert Meter langen, unterirdischen Stollen weiter zum Affolderner See - nur durch das nachdrückende Wasser angetrieben.
Kraftwerksbesichtigung
Die Kraftwerke können auch besichtigt werden; außerdem kann man mit der Standseilbahn auf den Peterskopf zu den Oberbecken fahren. So weit bekannt ist dies außer montags alljährlich von Karfreitag bis zum 31. Oktober möglich.
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