Huygens interpretierte 1690 das Licht als Wellenphänomen und führte den Äther als Trägermedium ein, in Analogie zur Luft für den Schall. Dieser Lichtäther durchdrang nach seiner Vorstellung die feste Materie ebenso wie den leeren Raum des Weltalls. Der Äther transportierte in dieser Vorstellung nicht nur Lichtstrahlen, sondern auch die Wärmestrahlung.
Das Konzept in sich wies schon die Schwäche auf, das der Äther einerseits Eigenschaften eines starren Körpers haben mußte, um die Querschwingungen des Lichts aufnehmen zu können, andererseits aber Eigenschaften einer Flüssigkeit zeigen mußte. Untersuchungen zur Äthertheorie hatten zwischenzeitlich zu der Annahme geführt, dass der Ätherstoff etwa 1,5 x 10-11 mal leichter sein mußte als atmosphärischeLuft. Experimentell wurde der Lichtäther durch den Interferenzversuch von Michelson/Morley1887 widerlegt (siehe auch Interferometer).
Die Lichtäther-Hypothese wurde Anfang des zwanzigsten Jahrhunderts verworfen, nachdem Albert EinsteinsRelativitätstheorie allgemein akzeptiert war. Der Äther würde ein bevorzugtes Bezugssystem darstellen, was mit der Relativitätstheorie jedoch unvereinbar ist.
In der Funkersprache und Nachrichtentechnik schlägt dieses Bild noch bis heute in bestimmten Begriffen nieder. Man spricht von "Nachrichten im Äther", aber auch von Ethernet, wo alle Teilnehmer am selben Äther, also am Bus lauschen.
Literatur
Christian Huygens: Tractatus de lumini. (Abhandlung über das Licht). 1690
von Radinger: Der Äther und und das Licht. Leipzig 1902
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