Der Äquilibrismus (lat.aequilibris: im Gleichgewicht) bezeichnet eine innerhalb der Scholastik vertretene Auffassung, nach welcher der menschliche Wille nur dann frei sei, wenn sich alle Motive seiner Wahl in einem »Gleichgewicht« befinden.
Dieser These wurde die Behauptung entgegengestellt, dass unter den genannten Bedingungen der menschliche Wille unfrei sei, weil er sich wegen der gleichen Stärke aller Motive gar nicht entscheiden könne, d.h. er nicht einen klaren Gedanken fassen könne, welches die Vorzüge bzw. die Nachteile der gegebenen Wahlmöglichkeiten seien.
In diesem Zusammenhang wurde das irrtümlicherweise Johannes Buridan zugeschriebene Beispiel von dem Esel vorgebracht, der zwischen zwei gleich großen und gleich weit entfernten Heuhaufen verhungern müsse, weil er sich nicht entscheiden könne, von welchem er fressen solle.
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