Zur Anwendung in der griechischen Antike und im Mittelalter
Aristoteles verwendete eine Adäquationstheorie der Wahrheit, wonach die Wahrheit eines Satzes in dessen Übereinstimmung mit der Wirklichkeit, mit dem wirklichen Sachverhalt besteht. Im Mittelalter wird
Wahrheit als "adaequatio" des Denkens mit dem Sein bestimmt. Spinoza ("adäquate Ideen") und G.W. Leibniz (Erkenntnis- als Analysenadäquatheit) entwickeln eigene Anschauungen von der Adäquatheit.
Zur Bedeutung von adäquat bei der Darstellung eines Abbilds
in der Erkenntnistheorie ein Abbild als adäquat, wenn es mit dem in ihm widergespiegelten Objekt übereinstimmt, wenn es das ihm entsprechende Objekt richtig widerspiegelt.
Als inadäquat wird ein Abbild bezeichnet, wenn es das ihm entsprechende Objekt verzerrt widerspiegelt, wenn es nicht mit ihm übereinstimmt.
Verschiedene Arten von Abbildern kommen verschiedene Formen von Adäquatheit zu. Die Form der Adäquatheit, die Aussagen zukommt und die bisher auch am besten untersucht ist, ist die Wahrheit.
Zur Bedeutung von adäquat im Zusammenhang mit Aussagen
Eine adäquate Aussage bildet eine wahre Aussage, eine inadäquate Aussage bildet eine falsche Aussage. Für die anderen Arten von Abbildern, z.B. für die den Empfindungen, Wahrnehmungen und Begriffen zukommenden Formen der Adäquatheit, sind bisher noch keine spezifische Begriffe zugeordnet worden.
Die manchmal vertretene Auffassung von Identität von Adäquatheit und Wahrheit ist inkorrekt, weil nicht alle Merkmale der Wahrheit zugleich auch Merkmale der anderen Formen der Adäquatheit sind. Eine Aussage und ihre Negation(Negat) können z.B. niemals beide adäquat, d.h. wahr sein.
Zur Bedeutung von adäquat im Zusammenhang mit einem Begriff
Ein Begriff und seine Negation können dagegen als Abbilder verschiedener wirklich existierender Klassen durchaus beide adäquat sein.
Zur Bedeutung einer adäquaten Abbildung im Vergleich zur Isomorphie und Homomorphie
Ein adäquates Abbild ist eine Darstellung, welche alle wesentlichen Eigenschaften und Beziehungen des Urbildes in Abhängigkeit vom jeweiligen Erkenntnisstand und unter dem jeweiligen Betrachtungsaspekt widerspiegelt.
Demnach liegt bei Adäquatheit mindestens eine zweistellige Relation vor, und es besteht eine nahe Verwandtschaft zu Isomorphie und Homomorphie. Im Gegensatz zu den genannten Begriffen hebt jedoch die Adäquatheit mehr die qualitativen Aspekte hervor, während Isomorphie und Homomorphie sich aufgrund ihrer Definition auf abstrakte Gegenstandsbereiche beziehen und deshalb nur sinnvoll unter expliziter Angabe eines entsprechenden Isomorphie- bzw. Homomorphiekorrelators zu verwenden sind.
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