Die Ackerwinde (bot. Convolvulus arvensis) ist eine in Europa weit verbreitete Pflanze aus der Familie der Windengewächse. Obwohl sie hübsche, zarte, rund 4-5 cm große Trichterblüten besitzt, ist sie in Gärten, auf Feldern und Weinbergen nicht gerne gesehen, weil sie sich an Kulturpflanzen emporrankt und mit ihrem eigenen raschen Wachstum deren Entwicklung hemmt. Unter günstigen Umständen dauert es nur rund 1,5 Stunden, bis die Spitze eines Triebes bei ihrem kreisförmigen Wachstum einen Kreis von ca. 3 cm geschlossen hat.
Sie bildet im Boden ein dichtes Netzwerk von knotig verdickten Wurzelsträngen aus, die immer wieder neue Sprossen hervor treiben, selbst wenn man die Pflanze oberflächlich gejätet hat.
Von der sehr ähnlich aussehenden Zaunwinde unterscheidet sich die Ackerwinde durch die Blüten, die bei der Zaunwinde gut doppelt so groß wie bei der Ackerwinde werden können. Bei Zaunwinde sind sie durchgehend strahlend weiß, während sie bei der Ackerwinde zartrosa oder bläulich getönt sein können und außen an den Nahtstellen der zusammengewachsenen Blütenblätter dunkle, keilförmig auf dem Blütenrand zulaufende Streifen besitzen. Die Blüte der Zaunwinde hat außen zwei deutlich ausgeprägte grüne Vorblätter, die bei der Ackerwinde fehlen.
Auch die Blätter unterscheiden sich bei beiden Arten: Bei der Zaunwinde sind sie eher rundlich, während sie bei der Ackerwinde länglich mit einer Spitze und zwei spitzen Ecken sind.
Außer auf Äckern findet man die Ackerwinde auf Wegen, Wiesen und Schuttplätzen. Sie gedeiht auch an trockenen Standorten.
Die Ackerwinde enthält in ihren Blättern Herz-Kreislauf-Glykoside und ist deshalb eine altbekannte Heilpflanze. Außerdem enthält die Pflanze psychoaktive Alkaloide, wie sie früher beispielsweise in "Hexensalben" verwendet wurden.
Die Blüten bieten reichlich Nektar und Pollen für Wildbienen, Bienen, Käfer und Schmetterlinge, insbesondere für den Windenschwärmer (Agrius convolvuli). Auch vom Vieh werden die Pflanzen als Bestandteil von Heu gerne gefressen.
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