Die Ackerbaukultur ist sehr eng mit der Zivilisation des Menschen verbunden. Im Unterschied zu den früheren Lebensweisen der Menschen, wie die der Jäger und Sammler oder der Hirtennomaden, wurden nun die Menschen erstmals seßhaft (siehe auch Neolithische Revolution).
6000 v. Chr. - 4000 v. Chr. waren die einzigen Gebiete, die eine Ackerbaukultur aufwiesen, Ägypten, der Mittelmeerraum, Mesopotamien, Teile Süd-Ost-Europas, und ein kleiner Teil Chinas.
Im 3. und 2. Jahrtausend v. Chr. umfasste die Ackerbaukultur bereits das ganze Europa (Ausnahme Skandinavien), den vorderen Orient, Teile Chinas und Japans, Mittelamerika und Teile der Westküste Südamerikas.
1200 v. Chr. - 600 v. Chr. entwickelten sich schließlich die Bewohner Zentralasiens zu Ackerbauern.
Besonders das Gebiet des "Fruchtbaren Halbmondes" war also der Ausgangspunkt für die Ackerbauerkultur. Durch genetische Untersuchungen am Y-Chromosom der Männer wurde festgestellt, dass sich die Ackerbauer aus Mesopotamien und der Türkei, mit den damaligen Nomaden in Europa vermischten. In Süd-Ost-Europa beträgt die Vermischung bis zu 100% und in Frankreich oder Deutschland bis zu 30%. Die Nomaden übernahmen allmählich die Lebensweise der Ackerbauern.
Ackerbau im Mittelalter
Um 1100 n. Chr. wurde die drehbare Vorderachse für vierrädrige Wagen erfunden. Von nun an konnten Lasten von zwei bis drei Tonnen transportiert werden. Hierfür war auch ein ausgeklügeltes Geschirr zum Anspannen der Zugtiere notwendig, um diese Lasten überhaupt ziehen zu können (ledergepolsterter Holzkragen). Dies und darüberhinaus neue Pflüge, Eggen, Spaten, Beile, Sägen, Sensen und geschmiedete Klingen beschleunigten die "Agrarische Revolution". Besonders in Nordeuropa lösten diese neuen Hilfsmittel der Bauern eine starke Ertragssteigerung der Landwirtschaft hervor.
Wichtig wurde vor allem die Einführung der Dreifelderwirtschaft. Eine Änderung der Fruchtfolge bewirkte, dass die Böden weniger ausgelaugt wurden. Durch das auf der Ackerfläche weidende Vieh, wurde der Boden zudem noch gedüngt.
Bedeutung für das Bevölkerungswachstum
Mitunter beruhte der gewaltige wirtschaftliche und demographische Aufschwung in Europa zwischen dem Ende des 11. Jahrhunderts und der Krise des 14. Jahrhunderts auf diesen agrarischen Neuerungen. In diesem Zeitraum geht man von einem Wachstum der Bevölkerung um das Drei- bis Vierfache aus. Um Platz für neue Ackerflächen zu erhalten, rodeten die Bauern den dichten und weitverbreiteten nordeuropäischen Wald. Dies beschleunigte nochmals den agrarischen Aufschwung in Europa.
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